Baukasten oder Agentur? Der Weg zur Firmenwebsite
Für eine Firmenwebsite gibt es zwei Wege: den Baukasten zum Selbermachen oder die Agentur, die alles übernimmt. WordPress ist der dritte Weg und liegt oft dazwischen. Entscheidend ist nicht die Technik, sondern was Sie selbst beitragen können und wollen. Drei Faktoren bestimmen die Wahl: Zeit, Budget und wie viel Kontrolle Sie über Gestaltung und Inhalte wollen. Wer diese drei Punkte ehrlich einschätzt, wählt schneller den passenden Weg, statt sich von Werbeversprechen oder Angst leiten zu lassen.
Die drei Wege im Überblick
Ein Website-Baukasten wie Wix, Squarespace oder IONOS bietet vorgefertigte Vorlagen. Sie fügen Texte, Bilder und Kontaktdaten per Drag-and-drop ein. Sie mieten die Software monatlich oder jährlich. Die Technik läuft beim Anbieter, und Sie kümmern sich nicht um Updates oder Server. Das ist der Einstieg mit geringstem Aufwand, aber auch mit den wenigsten Freiheiten, denn Sie bleiben an die vorgegebenen Layouts und Funktionen des Anbieters gebunden.
WordPress ist ein Content-Management-System, also eine Software zur Pflege von Website-Inhalten. Sie installieren sie auf einem eigenen Server oder bei einem Hosting-Anbieter. Sie wählen aus Tausenden von Themes und Plugins. Plugins sind Erweiterungen für Funktionen wie Kontaktformulare oder Online-Shops. WordPress gibt Ihnen mehr Gestaltungsfreiheit als ein Baukasten, verlangt dafür aber mehr Einarbeitung. Sie verwalten Updates selbst oder nutzen einen Wartungsvertrag. Sie tragen die Verantwortung für Sicherheit und Geschwindigkeit Ihrer Seite.
Die Agentur plant, gestaltet und programmiert die Website nach Ihren Vorgaben. Sie liefert einen individuellen Auftritt, der auf Ihre Marke und Ihre Abläufe zugeschnitten ist. In der Regel übernimmt sie auch die laufende Pflege. Das kostet am meisten, spart Ihnen aber die meiste eigene Arbeit und gibt Ihnen einen festen Ansprechpartner. Der Nachteil neben dem Preis: Sie sind auf die Kapazitäten und die Kommunikation der Agentur angewiesen, und spätere Änderungen dauern selten sofort.
Zeit, Budget und Kontrolle
Der wichtigste Schritt vor jeder Website ist die ehrliche Bestandsaufnahme dieser drei Punkte. Fragen Sie sich zuerst, wie viel Zeit Sie pro Woche für die Website aufbringen können. Ein Baukasten lässt sich an einem Wochenende aufsetzen. Die laufende Pflege von Texten, Bildern und Terminen nimmt aber regelmäßig Stunden in Anspruch. Wenn Sie diese Zeit nicht haben, ist eine Agentur oder zumindest ein Wartungsvertrag die sinnvollere Wahl.
Das Budget entscheidet darüber, welche Option überhaupt infrage kommt. Baukästen kosten monatlich meist im zweistelligen Bereich. Dazu kommen die Kosten für eine eigene Domain und eventuell Premium-Vorlagen. WordPress ist in der Anschaffung günstig. Die laufenden Kosten für Hosting, Themes und gegebenenfalls Entwickler-Stunden summieren sich aber. Eine Agentur verlangt für Konzeption, Design und Umsetzung einen Betrag, der je nach Umfang und Anspruch stark schwankt. Oft kommen laufende Pflegekosten hinzu. Rechnen Sie nicht nur die Erstellung, sondern die Kosten über zwölf Monate, denn genau dort verstecken sich die größten Unterschiede.
Der dritte Punkt ist die Kontrolle. Wenn Sie jeden Text selbst ändern können wollen, ohne auf jemanden zu warten, ist ein Baukasten oder WordPress mit einer einfachen Oberfläche die richtige Wahl. Wenn Sie sich komplett aus der Technik heraushalten und nur das Ergebnis sehen wollen, übernimmt die Agentur genau diese Aufgabe. Eine Zwischenlösung ist der Baukasten mit einem Dienstleister, der die Einrichtung übernimmt, während Sie später selbst pflegen.
Wann der Baukasten reicht
Ein Baukasten ist dann die richtige Wahl, wenn Sie ein kleines Unternehmen oder Selbstständige sind, Ihre Website vor allem informieren soll und Sie keine besonderen Funktionen brauchen. Ein Handwerksbetrieb, eine Kanzlei oder ein kleines Ladengeschäft kommen mit einer Seite zu Leistungen, Kontakt und Anfahrt oft gut zurecht. Auch wenn Sie schnell online sein wollen und keine Lust auf Technik haben, ist der Baukasten der pragmatischste Einstieg.
Die Grenzen zeigen sich, sobald Sie individuelle Anforderungen haben. Ein Online-Shop mit vielen Produkten, eine Buchungslösung mit speziellen Abläufen oder eine Website, die in ein bestehendes Warenwirtschaftssystem integriert werden soll, wird im Baukasten schnell zur Frickelei. Auch wenn Sie ein bestimmtes Design bis ins Detail umsetzen wollen, stoßen Sie an die Grenzen der Vorlagen. In diesen Fällen sparen Sie auf Dauer weder Zeit noch Geld, weil Sie entweder Kompromisse eingehen oder doch eine Agentur beauftragen müssen.
Wann die Agentur sich lohnt
Eine Agentur lohnt sich immer dann, wenn die Website ein zentrales Vertriebs- oder Kommunikationsmittel ist und Sie keine Kompromisse bei Qualität und Individualität eingehen wollen. Ein mittelständisches Unternehmen mit mehreren Standorten, einem umfangreichen Leistungsangebot oder einem eigenen Blog profitiert von einem professionellen Konzept, das Suchmaschinenoptimierung, Benutzerführung und Corporate Design sauber zusammenführt. Auch wenn Sie keine Zeit für die Einarbeitung in ein Content-Management-System haben, ist die Agentur die richtige Wahl.
Der Preis dafür ist nicht nur das Budget, sondern auch die Abhängigkeit von externen Abläufen. Sie müssen Ihre Anforderungen präzise formulieren, sonst liefert die Agentur an Ihren Vorstellungen vorbei. Ein ausführliches Pflichtenheft oder zumindest eine klare Liste mit Zielen und Inhalten ist deshalb Pflicht. Fragen Sie vor der Beauftragung, wie die Zusammenarbeit während der Erstellung und nach dem Launch aussieht, wer Ihre Ansprechperson ist und was passiert, wenn Sie später Änderungen wünschen.
Was jede Firmenwebsite braucht
Unabhängig vom gewählten Weg gibt es Grundanforderungen, die Sie nicht vernachlässigen sollten. Dazu gehört eine eigene Domain, also die Adresse, unter der Ihre Website erreichbar ist. Eine eigene Domain wie ihrefirma.de wirkt vertrauenswürdiger als eine Subdomain des Baukastens, und Sie können sie jederzeit zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Die gewünschte Domain lässt sich übrigens unter über 220 Endungen sichern, von .de über .com bis zu neuen Endungen wie .io oder .consulting.
Daneben braucht jede Website ein Impressum mit gesetzlich vorgeschriebenen Angaben wie Name, Anschrift und Kontaktdaten sowie eine Datenschutzerklärung, die über die Verarbeitung personenbezogener Daten informiert. Beides ist keine Kür, sondern Pflicht, und fehlt es, drohen Abmahnungen. Auch die Darstellung auf dem Smartphone ist heute nicht mehr optional, denn ein großer Teil der Besucher kommt über mobile Geräte. Prüfen Sie also, ob Ihre Website auf dem Handy genauso gut funktioniert wie auf dem Desktop.
Zuletzt sollten Sie an die Ladezeit denken. Eine langsame Website schreckt Besucher ab und wirkt sich negativ auf die Platzierung in Suchmaschinen aus. Baukästen sind hier oft im Nachteil, weil sie viele Skripte und Bilder nachladen, während eine individuell programmierte oder gut optimierte WordPress-Seite schneller lädt. Messen Sie die Geschwindigkeit Ihrer Seite nach dem Launch und lassen Sie unnötige Elemente entfernen.