Beispiele für gelungene Webseitengestaltung
Wer eine Website plant oder neu gestaltet, sucht zuerst nach Vorbildern. Internationale Award-Plattformen zeigen spektakuläre Designs, helfen aber wenig, wenn Sie einen Mittelständler, eine Kanzlei oder ein Beratungsunternehmen vertreten. Für solche Auftritte zählt nicht der Effekt beim ersten Scrollen, sondern ob die Seite zur Marke passt, Orientierung bietet und professionell wirkt. Gute Beispiele zeigen, was für das eigene Projekt möglich ist. Sie dienen als Anregung, nicht als Kopiervorlage.
Warum deutsche Beispiele besser helfen
Der Autor des Webdesign Journals hat gute deutsche Websites gesammelt, weil internationale Award-Plattformen für die tägliche Arbeit mit deutschen Unternehmen, Selbstständigen und Organisationen nur teilweise brauchbar waren. Viele dieser Seiten sind auf große Konzerne und Agenturen zugeschnitten und lassen sich nicht auf kleinere Betriebe übertragen.
Für viele Unternehmen gilt: Die Website muss nicht auf den ersten Blick verblüffen. Sie sollte zur Marke passen, dem Besucher Orientierung geben und professionell aussehen, dabei aber eigenständig bleiben. Eine Kanzlei, die mit knalligen Farben und animierten Übergängen arbeitet, wirkt schnell unseriös, auch wenn das Design technisch gelungen ist. Umgekehrt schafft ein Handwerksbetrieb mit einer schlichten, aber klaren Seite mehr Vertrauen als mit einer überladenen Startseite.
Konkrete Beispiele helfen vor allem dabei, zu erkennen, welches Design zu einem Unternehmen passt, wie Inhalte strukturiert sind und welche Ideen sich auf andere Projekte übertragen lassen. Sie ersetzen die eigene Beschäftigung mit Marke und Zielgruppe nicht, machen sie aber einfacher.
Was eine Startseite leisten muss
Die Startseite entscheidet in den ersten Sekunden, ob ein Besucher bleibt oder weiterzieht. Douglas.de, Urlaubsguru.de und Regiestuhl.de gelten als gelungene Beispiele für Nutzerführung, weil sie die grundlegenden Aufgaben einer Startseite zuverlässig erledigen.
Eine gute Startseite erklärt zuerst, auf welcher Website man gelandet ist. Der Besucher soll sofort wissen, ob er bei einem Online-Shop, einem Reiseportal oder einem Filmverleih ist. Dazu kommen vertraute Elemente wie Logo und Suchfunktion, die der Nutzer an der gewohnten Stelle erwartet. Wer diese Grundlagen weglässt, um originell zu wirken, verwirrt mehr, als er begeistert.
Neben diesen Grundlagen überzeugen gelungene Startseiten mit einem klaren Angebot und sozialen Beweisen. Eine persönliche Begrüßung, Kundenbewertungen oder Hinweise auf aktuelle Angebote und Sonderaktionen geben dem Besucher Gründe, weiterzuklicken. Douglas.de lenkt mit aktuellen Aktionen und einem übersichtlichen Sortiment den Blick direkt auf das, was die Seite verkaufen will. Urlaubsguru.de stellt Reiseangebote und Bewertungen so dar, dass der Nutzer schnell vergleichen kann. Regiestuhl.de stellt das Filmangebot in den Mittelpunkt und hält die Bedienung einfach.
Diese Beispiele stammen aus dem E-Commerce. Für andere Website-Typen gelten die Grundlagen trotzdem: Klarheit, Wiedererkennbarkeit und ein sichtbarer Nutzen für den Besucher sind überall entscheidend, nur die Gewichtung verschiebt sich.
Fallbeispiele: DGV Homecare und Orthobasics
Die Agentur CodeFellows GmbH hat für ihre Kunden Online-Auftritte mit WordPress, WooCommerce und Shopify umgesetzt und dabei mit Suchmaschinenoptimierung Erfolge erzielt. Die Fallstudien zeigen, wie solche Projekte ablaufen und worauf es ankommt.
Ein Beispiel ist die Neugestaltung des Auftritts von DGV Homecare. Das Unternehmen wurde dabei neu positioniert, das Design an die Marke angepasst und die Inhalte neu strukturiert. Solche Projekte machen deutlich, dass eine Website mehr ist als ein schönes Layout: Sie muss die Leistungen des Unternehmens verständlich darstellen und den Besucher zur Kontaktaufnahme führen.
Ein zweites Beispiel ist Orthobasics, dessen Sichtbarkeit in den Suchmaschinen nach der Überarbeitung deutlich zunahm. Hier zeigt sich der Zusammenhang zwischen Gestaltung und Auffindbarkeit. Eine saubere Seitenstruktur, klare Texte und eine durchdachte Technik verbessern nicht nur das Aussehen, sondern auch das Ranking.
Diese Fallbeispiele sind auf die jeweiligen Kunden zugeschnitten und lassen sich nicht eins zu eins auf andere Unternehmen übertragen. Sie machen aber deutlich, wie eine Zusammenarbeit mit einer Agentur ablaufen kann und welche Schritte zu einem funktionierenden Ergebnis führen: Analyse der Ausgangslage, Definition der Ziele, Umsetzung und anschließende Optimierung.
Ideen auf das eigene Projekt übertragen
Beim Sammeln von Beispielen sollten Sie nicht nach Seiten suchen, die Sie kopieren können, sondern nach solchen, die eine Aufgabe besonders gut lösen. Fragen Sie sich bei jeder Seite, die Ihnen gefällt, was genau funktioniert: Ist es die klare Navigation, die übersichtliche Darstellung der Leistungen, die Einbindung von Kundenbewertungen oder die ruhige Farbwelt?
Prüfen Sie dann, ob sich diese Lösung auf Ihr eigenes Projekt übertragen lässt. Eine ausgefallene Animation mag auf einer Agentur-Website passen, für einen Steuerberater ist sie selten die richtige Wahl. Entscheidend ist, dass das Design zu Ihrer Marke und Ihrer Zielgruppe passt und nicht nur gut aussieht.
Ein praktischer Weg ist, sich drei bis fünf Seiten herauszusuchen, die zu Ihrer Branche passen, und diese systematisch zu vergleichen: Wie ist die Startseite aufgebaut? Wie gelangt man zu den wichtigsten Informationen? Wie sind Kontaktmöglichkeiten und Vertrauenssignale platziert? Aus diesem Vergleich ergibt sich eine Liste von Anforderungen an die eigene Website. So entsteht aus den Beispielen ein Konzept, das zu Ihrem Unternehmen passt, statt einer Kopie, die fremd wirkt.