Eigene Website erstellen: Antworten auf die 10 häufigsten Fragen

Die meisten Selbstständigen und kleinen Unternehmen entscheiden sich schnell für eine eigene Website. Wenn es dann an die Umsetzung geht, tauchen dieselben Fragen auf: Was brauche ich wirklich, was kostet das, wo beginne ich am besten?

Eine Website ist kein Selbstzweck. Sie funktioniert nur, wenn vorher klar ist, welche Aufgabe sie erfüllen soll. Wer diese Frage zuerst klärt, vermeidet leere Unterseiten und eine Startseite, auf der Besucher nicht erkennen, was das Unternehmen anbietet.

Vor dem Bau: Ziele und Zielgruppe

Die häufigste Frage überhaupt lautet: Wie fange ich an? Beginnen Sie mit zwei Überlegungen, bevor Sie sich um die Technik kümmern. Zuerst klären Sie, wozu die Website da sein soll. Ein Zahnarzt will Termine vergeben, ein Handwerker Aufträge gewinnen, eine Künstlerin ihre Arbeiten zeigen. Zweitens: Wer ist die Zielgruppe, also die Gruppe von Menschen, die die Website erreichen soll? Eine gute Zielgruppenanalyse liefert mehr als Alter und Wohnort. Sie zeigt, welche Probleme diese Menschen haben, welche Sprache sie sprechen und wonach sie konkret suchen. Damit lassen sich Inhalte formulieren, die Besucher verstehen und als relevant erkennen. Ohne diese Grundlage bleiben Texte und Gestaltung wirkungslos.

Aus diesen Überlegungen ergibt sich die zweite Schlüsselfrage: Was gehört auf die Startseite? Besucher entscheiden innerhalb weniger Sekunden, ob die Seite für sie interessant ist. Deshalb muss die Startseite sofort beantworten, was das Unternehmen anbietet und für wen. Ein Beispiel: Ein Fotograf zeigt auf seiner Startseite viele eigene Fotos, aber keinen Hinweis auf Hochzeits-, Porträt- oder Produktfotografie. Die Besucher müssen dann rätseln, was er anbietet. Die Startseite braucht einen klaren Satz zum Angebot, einen Weg zur Kontaktaufnahme und einen Hinweis auf die wichtigsten Leistungen. Details gehören auf Unterseiten.

Die richtige Technik auswählen

Die nächste Frage betrifft die technischen Grundlagen: Domain und Webhosting. Die Domain ist die Adresse der Website, also der Name, den Besucher im Browser eingeben. Webhosting ist der Speicherplatz auf einem Server. Dort liegen die Dateien der Website, und von dort werden sie an die Besucher ausgeliefert. Beide Komponenten sind Pflicht. Sie können die Domain bei einem Anbieter registrieren und den Speicherplatz beim selben oder bei einem anderen Anbieter buchen. Achten Sie darauf, dass der Domainname kurz, einprägsam und möglichst ohne Sonderzeichen ist, und dass der Hosting-Anbieter verlässlichen Support bietet.

Die nächste Entscheidung lautet: Baukasten oder Agentur? Wer wenig Geld ausgeben will und die Website selbst pflegen möchte, wählt einen Website-Baukasten. Diese Dienste liefern fertige Vorlagen, in die man Texte und Bilder einfüllt. Sie sind deutlich günstiger als eine Agentur, aber in der Gestaltung eingeschränkt. Wer ein individuelles Design braucht, einen Online-Shop mit speziellen Funktionen betreibt oder keine Zeit hat, sich um Technik zu kümmern, beauftragt eine Agentur. Die Agentur übernimmt Planung, Umsetzung und oft auch die laufende Betreuung. Die Kosten sind nicht festgelegt. Sie hängen vom Typ der Website ab: Eine einfache Angebotsseite mit fünf Unterseiten kostet deutlich weniger als ein Webshop mit Bezahlsystem, und ein Blog mit wöchentlichen Beiträgen verursacht laufende Kosten für Pflege und Updates. Konkrete Zahlen nennen Anbieter erst nach einer Bedarfsanalyse, und schon diese Analyse ist ein guter Grund, überhaupt ein Angebot einzuholen.

Welche Inhalte auf die Seite gehören

Die Frage nach den Seiten ist eine der häufigsten, weil sie die Struktur der Website betrifft. Die sieben wichtigsten Bestandteile einer Website sind: die Startseite, eine Seite zu den angebotenen Dienstleistungen oder Produkten, eine Über-uns-Seite, Referenzen oder Kundenstimmen, eine Kontaktseite, das Impressum und ein Bereich für Neuigkeiten oder einen Blog. Für einen Online-Shop kommen zusätzlich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und eine Datenschutzerklärung hinzu. Welche weiteren Unterseiten sinnvoll sind, entscheidet das Unternehmen. Ein Karosseriebetrieb legt Wert auf eine Galerie mit Beispielarbeiten, eine Beratungsfirma auf ausführliche Fallstudien. Vermeiden Sie Seiten, die nur aus drei Sätzen bestehen. Geben Sie jeder Unterseite einen klaren Zweck und aussagekräftige Inhalte.

Aus der Struktur ergibt sich die Planungsfrage. Einfach loszuschreiben reicht in der Praxis nicht. Ein grober Inhaltsplan vor dem Bau verhindert spätere Lücken oder ein unübersichtliches Menü. Dazu gehört festzulegen, welche Seiten es gibt, welche Informationen auf jeder Seite stehen und welche Bilder und Texte dafür nötig sind. Wer diesen Plan aufstellt, bevor das Layout entsteht, spart sich späteres Umstrukturieren. Der Plan muss nicht perfekt sein, aber er muss die Fragen beantworten, die Besucher voraussichtlich stellen.

Rechtliches und Sichtbarkeit nach dem Start

Eine der wichtigsten Fragen kommt ganz am Ende: Was muss ich gesetzlich beachten, bevor die Website live geht? In Deutschland ist das Impressum Pflicht, also eine Seite mit Name, Anschrift und Kontaktdaten des Betreibers. Auch die Datenschutzerklärung ist verpflichtend, sobald die Website Daten von Besuchern verarbeitet, was bei Kontaktformularen oder Analyse-Tools der Fall ist. Diese Angaben sind keine Formalität. Ein fehlendes Impressum kann abgemahnt werden. Prüfen Sie deshalb vor dem Start, welche rechtlichen Vorgaben für Ihre Branche und Ihr Land gelten, und wenden Sie sich bei Unsicherheit an eine Rechtsberatung oder an eine Musterlösung von seriösen Anbietern.

Zuletzt stellt sich die Frage, wie die Website gefunden wird. Eine schöne Seite nützt nichts, wenn niemand sie sieht. Website-Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO) umfassen alle Maßnahmen, die dafür sorgen, dass die Seite bei Google und anderen Suchmaschinen weit oben erscheint. Dazu gehören Texte mit den Suchbegriffen, die Kunden eingeben, schnelle Ladezeiten und eine Darstellung, die auf dem Handy gut funktioniert. Ein einfacher Einstieg ist, Google Maps für lokale Unternehmen zu nutzen und die Website dort zu verlinken. Mit der Zeit kommen weitere Schritte wie Inhalte für den Blog oder Werbeanzeigen infrage. Der Aufwand lohnt sich, denn die Website ist der Ort, an dem alle Inhalte, Produkte und Marketingmaßnahmen eines Unternehmens zusammenlaufen.