Schritt 06 / Technik, Launch und Pflege

Probleme beim Website-Launch schnell beheben

Ist eine neue Website nach dem Launch nicht erreichbar, fehlt sie bei Google oder funktionieren wichtige Funktionen nicht, prüfen Sie zuerst, ob die Website erreichbar ist und der Server antwortet. Kontrollieren Sie danach die Indexierung und Weiterleitungen. Testen Sie zuletzt Formulare und Bedienung. So finden Sie die Ursache, ohne mehrere Änderungen gleichzeitig vorzunehmen.

Beim Launch wird die Website unter ihrer endgültigen Domain veröffentlicht. Probleme entstehen häufig, wenn die Testumgebung noch gesperrt ist, alte URLs nicht weitergeleitet werden oder jemand ein Formular während der Tests nie vollständig abgeschickt hat. Welche Lösung passt, hängt vom Umfang der Website und den benötigten Funktionen ab.

Prüfen Sie zuerst die Erreichbarkeit

Rufen Sie die Website über die endgültige Domain auf und testen Sie auch einzelne wichtige Seiten. Wenn die Seite nicht lädt, prüfen Sie zuerst, ob die Domain auf das richtige Hosting zeigt. DNS-Einstellungen verbinden den Domainnamen mit dem Server, auf dem die Website liegt. Bei einem Hostingwechsel sollten Sie außerdem prüfen, ob der neue Server erreichbar ist, und seine Serverprotokolle kontrollieren. Diese Protokolle zeichnen Anfragen und Fehler auf.

Liefert der Server eine Fehlerseite, notieren Sie den HTTP-Status. Dieser Code beschreibt, wie der Server eine Anfrage beantwortet: 200 bedeutet, dass die Seite erfolgreich ausgeliefert wurde; 404 bedeutet, dass die angefragte Adresse nicht gefunden wurde. Eine funktionierende Startseite reicht nicht als Test. Prüfen Sie auch Unterseiten, Bilder, Downloads und Formulare auf der veröffentlichten Website.

Ändern Sie DNS-Einstellungen oder Serverkonfigurationen gezielt. Halten Sie fest, was Sie angepasst haben, und kontrollieren Sie anschließend dieselben Adressen erneut. So erkennen Sie, ob die Änderung das Problem behoben hat oder eine andere Ursache vorliegt.

Prüfen Sie die Google-Indexierung

Eine Website kann erreichbar sein und trotzdem nicht in der Google-Suche erscheinen. Prüfen Sie in der Google Search Console mit der URL-Prüfung zuerst eine konkrete Seite. Achten Sie darauf, dass Googlebot, also das automatische Programm von Google zum Auslesen von Webseiten, auf die Seite zugreifen kann, der Server den Status 200 zurückgibt und die Seite Inhalte enthält, die Google in den Suchindex aufnehmen kann. Diese technischen Bedingungen machen eine Seite grundsätzlich für die Indexierung geeignet, garantieren aber keinen Eintrag in den Suchergebnissen.

Kontrollieren Sie danach, ob von der Entwicklungsphase noch eine Sperre übrig ist. Eine noindex-Anweisung fordert Suchmaschinen auf, eine Seite nicht in den Index aufzunehmen. Eine Sperre in der Datei robots.txt verhindert dagegen den Zugriff des Crawlers. Wenn Google die Seite wegen einer Crawl-Sperre nicht lesen kann, kann es auch eine noindex-Anweisung nicht zuverlässig erkennen. Entfernen Sie nur die Sperre, die den Start tatsächlich blockiert, und prüfen Sie danach die URL erneut.

Eine eingereichte Sitemap hilft Google, neue oder geänderte Seiten zu finden. Sie ist aber keine Garantie dafür, dass Google diese Seiten crawlt oder indexiert. Fehlt eine wichtige Seite weiterhin, untersuchen Sie ihren Status einzeln, statt die Sitemap mehrfach einzureichen.

Beheben Sie kaputte alte Adressen

Nach einem Relaunch ändern sich manchmal Seitenadressen. Dann führen gespeicherte Lesezeichen, Suchergebnisse und Links von anderen Websites ins Leere. Erstellen Sie vor der Umstellung eine Zuordnung von alten zu neuen Adressen. Richten Sie für dauerhaft verschobene Seiten permanente Weiterleitungen ein, damit Besucher und Suchmaschinen an der passenden neuen Stelle landen.

Wenn Sie Inhalte vollständig entfernen, sollte die alte Adresse einen passenden Fehlerstatus wie 404 oder 410 zurückgeben. Leiten Sie nicht pauschal alle gelöschten Seiten auf die Startseite um: Besucher finden dort häufig nicht das gesuchte Angebot. Bei größeren Umzügen können sich Suchergebnisse vorübergehend verändern. Prüfen Sie deshalb die wichtigen alten und neuen Adressen weiter, statt nach dem ersten Umschalten von einem abgeschlossenen Wechsel auszugehen.

Messen Sie die Core Web Vitals

Wenn eine Seite lange lädt oder Elemente während des Ladens verrutschen, messen Sie die tatsächliche Nutzung mit den Core Web Vitals. Diese Kennzahlen bewerten Ladegeschwindigkeit, Reaktionsfähigkeit und visuelle Stabilität. Für eine gute Nutzererfahrung nennt Google folgende Richtwerte: Der größte sichtbare Inhalt sollte in höchstens 2,5 Sekunden erscheinen (LCP), die Reaktion auf Eingaben höchstens 200 Millisekunden dauern (INP) und die unerwartete Verschiebung von Seitenelementen höchstens 0,1 betragen (CLS).

Für die Bewertung zählt das 75. Perzentil: 75 Prozent der erfassten Besuche liegen bei diesem Wert oder darunter. Google betrachtet Mobilgeräte und Desktop-Computer getrennt. Ein einzelner Testlauf erklärt die Ursache noch nicht. Prüfen Sie bei auffälligen Seiten, welche großen Inhalte, Skripte oder spät geladenen Elemente den Messwert beeinflussen, und testen Sie nach jeder Änderung erneut.

Testen Sie Formulare und Navigation

Schicken Sie jedes wichtige Formular selbst ab. Prüfen Sie, ob eine Erfolgsmeldung erscheint, ob fehlerhafte Eingaben verständlich erklärt werden und ob bereits eingegebene Daten bei einem Fehler erhalten bleiben. Bei einem Kontaktformular sollte außerdem klar sein, was nach dem Absenden passiert. Für einen Shop gehören Kauf- und Zahlungsschritte in den Test, nicht nur die Produktseite.

Bedienen Sie die Navigation und Formulare auch mit der Tastatur. Der Fokus, also die sichtbare Markierung des Elements, das gerade per Tastatur angesteuert wird, muss erkennbar sein. Eingabefelder brauchen verständliche Beschriftungen; Fehlermeldungen müssen erklären, was zu korrigieren ist. Automatisierte Prüfungen können Hinweise liefern, ersetzen aber nicht den manuellen Test.

Wählen Sie die passende Umsetzung

Der nötige Prüfaufwand richtet sich nach den Funktionen der Website. Bei einer kleinen Informationsseite sollten Domain, wichtige Seiten und Kontaktformular zuverlässig funktionieren. Eine Website mit vielen Inhalten braucht zusätzlich eine Prüfung der Seitenstruktur und alter Adressen. Ein Shop muss auch Warenkorb, Bestellung und Zahlung durchspielen.

Auch Baukasten, Content-Management-System und individuelle Entwicklung bringen unterschiedliche Pflegeaufgaben mit sich. Ein Baukasten nimmt Ihnen einen Teil der technischen Wartung ab, begrenzt aber je nach Angebot die Anpassungsmöglichkeiten. Ein Content-Management-System bietet mehr Kontrolle und verlangt regelmäßige Pflege. Individuelle Entwicklung lohnt sich, wenn die benötigten Abläufe mit bestehenden Lösungen nicht abgedeckt werden und Sie die technische Betreuung dafür organisieren können. Entscheiden Sie nach Funktionen, Pflegebedarf und Zuständigkeit, nicht nach einer pauschalen Rangliste.

Sichern Sie Zugang und Datenschutz

Ändern Sie Zugangsdaten für die Veröffentlichung, beschränken Sie den Zugriff auf die Personen, die ihn brauchen und halten Sie Software aktuell. Legen Sie fest, wer Sicherungen erstellt und wie die Website nach einem Fehler wiederhergestellt wird. Prüfen Sie außerdem eingebundene Dienste von Drittanbietern, etwa Analyse- oder Zahlungsdienste, und beachten Sie deren Sicherheitsmeldungen.

Welche Datenschutzinformationen oder Einwilligungen erforderlich sind, hängt davon ab, welche personenbezogenen Daten die Website erhebt und welche Dienste sie einsetzt. Für geschäftsmäßige digitale Dienste gelten in Deutschland außerdem Anbieterkennzeichnungspflichten nach § 5 DDG. Prüfen Sie die Anforderungen für Ihr konkretes Angebot, statt pauschal dieselbe Lösung für jede private oder geschäftliche Website anzunehmen.