Probleme beim Website-Start: Schnelle Lösungen für typische Fehler

Beim Start einer neuen Website treten oft drei typische Fehler auf: Der Browser zeigt eine Sicherheitswarnung, die Seite ist nicht erreichbar oder die Besucherzahlen stimmen nicht. Meist stecken dahinter einfache Ursachen wie falsche DNS-Einstellungen, fehlende Weiterleitungen oder ein fehlerhaft eingebundenes Tracking. Wer die Fehler in der richtigen Reihenfolge prüft, behebt die meisten Probleme selbst, ohne Support-Anruf oder teure Änderungen.

Fehler vor dem Start finden

Die beste Lösung für Startprobleme ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Vor dem Go-live sollten Sie eine vollständige Bestandsaufnahme machen. Dokumentieren Sie alle URLs Ihrer neuen Website. Nutzen Sie dafür einen Crawler wie Screaming Frog oder Sitebulb, oder exportieren Sie die Liste aus der XML-Sitemap und der Google Search Console. So wissen Sie genau, welche Seiten es gibt und welche davon voraussichtlich Besucher bringen.

Prüfen Sie außerdem, ob alle internen Links funktionieren und ob keine Seite versehentlich auf eine nicht existierende Adresse verweist. Ein kaputter interner Link ist nach dem Start schwerer zu finden als vorher, weil er im Fehlerfall nicht sofort auffällt. Nehmen Sie sich die Zeit, jede Unterseite einmal manuell aufzurufen, auch wenn das bei großen Websites mühsam ist. Automatisierte Tools übersehen gerne dynamische Inhalte, die erst nach einem Klick geladen werden.

Die Website ist nicht erreichbar

Wenn die Website nach dem Start nicht lädt, denken viele zuerst an einen Serverausfall, häufiger liegt es aber an lokalen Einstellungen, kürzlich durchgeführten Änderungen oder falschen Zugangsdaten. Prüfen Sie zuerst, ob das Problem nur bei Ihnen auftritt oder bei allen Besuchern. Rufen Sie die Seite in einem anderen Browser, auf einem anderen Gerät oder über ein mobiles Netz auf. Wenn sie dort funktioniert, liegt das Problem an Ihrem Rechner, etwa am Cache oder an einer falschen Hosts-Datei.

Zeigt der Browser eine Sicherheitswarnung, fehlt meist ein gültiges SSL-Zertifikat oder es ist falsch konfiguriert. Kontrollieren Sie in Ihrem Hosting-Panel, ob das Zertifikat aktiv ist und ob es zur richtigen Domain gehört. Auch ein abgelaufenes Zertifikat führt zu Warnungen, auch wenn die Website technisch einwandfrei läuft.

Funktioniert die Seite gar nicht, prüfen Sie die DNS-Einstellungen. Nach einer Domain-Umstellung kann es einige Zeit dauern, bis die neuen Namensserver weltweit übernommen sind. In dieser Zeit sehen manche Besucher die alte, andere die neue Website. Das ist ein normaler Vorgang. Sie können die Verbreitung mit einem DNS-Check-Tool beobachten, müssen aber Geduld mitbringen.

Weiterleitungen einrichten und Inhalte sichern

Der häufigste Fehler nach einem Website-Start ist das Vergessen von Weiterleitungen. Wenn Sie die URL-Struktur geändert haben und alte Adressen nicht auf neue weiterleiten, verlieren Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen großen Teil Ihres organischen Traffics. Erfahrungen aus Relaunches zeigen, dass Websites ohne durchdachte Weiterleitungen 50 bis 80 Prozent ihrer Besucher aus der Google-Suche einbüßen können. Das passiert nicht, weil die neue Website schlecht ist, sondern weil Google die alten Adressen nicht mehr findet und die neuen noch nicht eingeordnet hat.

Richten Sie für jede alte URL eine permanente Weiterleitung auf die passende neue Seite ein. Eine Sammelweiterleitung auf die Startseite ist besser als gar keine, aber sie hilft Google nicht, den Inhalt der einzelnen Seiten zu verstehen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Zuordnung sauber zu machen. Die Google Search Console zeigt Ihnen nach dem Start, welche alten Adressen noch aufgerufen werden und ob dabei Fehler auftreten.

Auch verlorene Inhalte sind ein häufiges Problem. Wenn Sie beim Umzug Seiten gelöscht haben, die Besucher anziehen, verschwinden diese Besucher ersatzlos. Überlegen Sie vorher, welche Inhalte Sie behalten wollen, und verschieben Sie sie in die neue Struktur, statt sie zu löschen. Das gilt besonders für Blogartikel, Produktbeschreibungen und Ratgeberseiten, die über Jahre Suchanfragen bedient haben.

Tracking-Probleme richtig deuten

Wenn nach dem Start die Besucherzahlen plötzlich anders aussehen, ist die Versuchung groß, das Tracking auszutauschen oder neu einzubauen. Das ist meistens der falsche Weg. Weichen Conversions, Direct Traffic oder Umsätze von den Erwartungen ab, kann das viele Gründe haben. Eine ungeeignete Kennzahl, eine falsche Konfiguration oder ein nicht dokumentiertes Update kommen infrage, manchmal hat sich schlicht die Besucherstruktur verändert.

Prüfen Sie die gesamte Messkette vom Klick auf der Website bis zur geschäftlichen Entscheidung. Klären Sie zuerst, auf welcher Ebene die Abweichung entsteht. Kontrollieren Sie dann, ob der Klick überhaupt gezählt wird. Prüfen Sie, ob das Analysetool die Daten korrekt verarbeitet und ob der Bericht das anzeigt, was Sie messen wollen. Überlegen Sie schließlich, ob Sie die Zahl richtig interpretieren. Wenn Sie jeden ungewöhnlichen Bericht sofort als technischen Defekt behandeln, riskieren Sie unnötige Änderungen und erzeugen damit womöglich zusätzliche Fehler.

Ein Beispiel: Wenn der Direct Traffic nach dem Start steigt, kann das bedeuten, dass Besucher die Adresse direkt eingeben, weil sie die Website aus einer Offline-Kampagne kennen. Es kann aber auch bedeuten, dass Ihre Tracking-Codes auf manchen Seiten fehlen und Besucher dort nicht erfasst werden. Bevor Sie etwas ändern, prüfen Sie, ob der Code auf allen Seiten vorhanden ist und ob er beim Seitenwechsel korrekt ausgelöst wird.