Typische Webseiten-Designfehler vermeiden

Webseiten verlieren Besucher, wenn grundlegende Designfehler den Aufenthalt erschweren. Zu viel Text, unübersichtliche Menüs oder eine schlechte Smartphone-Darstellung vertreiben Nutzerinnen und Nutzer. Die meisten dieser Fehler lassen sich mit wenig Aufwand beheben, und die Lösungen für die häufigsten Probleme können Sie direkt umsetzen.

Zu viel Text ohne Struktur

Der häufigste Fehler auf Webseiten ist zu viel Text ohne Gliederung. Wenn Besucher eine Seite öffnen und nur lange Absätze ohne Zwischenüberschriften, Listen oder andere visuelle Haltepunkte sehen, verlieren sie schnell die Orientierung. Wichtige Informationen gehen in der Textmasse unter, und die meisten Leser brechen ab.

Eine klare Struktur erreichen Sie, wenn Sie Ihre Inhalte in kurze Absätze von höchstens drei bis vier Sätzen teilen. Setzen Sie aussagekräftige Zwischenüberschriften ein, die dem Leser sofort sagen, was im nächsten Abschnitt kommt. Nutzen Sie Aufzählungen, wenn Sie mehrere Punkte nennen, und heben Sie Schlüsselbegriffe hervor. Formulieren Sie Sätze knapp und verständlich, statt lange verschachtelte Sätze zu bauen. Wenn Sie eine Seite überfliegen und nur die Überschriften lesen, sollten Sie bereits wissen, worum es geht.

Mobile Ansicht vernachlässigen

Mehr als die Hälfte aller Nutzerinnen und Nutzer surft inzwischen mit dem Smartphone. Wer seine Webseite nur für den Desktop gestaltet, schließt diese Gruppe aus. Typische Symptome sind horizontales Scrollen, winzige Schaltflächen, die sich mit dem Finger kaum treffen lassen, und Texte, die ohne Vergrößerung nicht lesbar sind. Besucher, die so eine Seite auf dem Handy öffnen, wechseln meist zur Konkurrenz.

Setzen Sie auf responsives Design, bei dem sich das Layout automatisch an die Bildschirmgröße anpasst. Testen Sie Ihre Seite regelmäßig auf verschiedenen Geräten und in unterschiedlichen Browsern. Achten Sie darauf, dass alle Klickflächen groß genug sind, mindestens in der Größe eines Daumens, und dass keine Inhalte seitlich abgeschnitten werden. Öffnen Sie Ihre Seite auf dem Smartphone und versuchen Sie, alle wichtigen Funktionen zu bedienen. Wenn Sie dabei zögern oder etwas nicht finden, haben Sie noch Arbeit vor sich.

Unklare Navigation

Eine verwirrende Navigation ist einer der häufigsten Gründe, warum Besucher eine Seite verlassen. Wenn das Menü nicht sofort sichtbar ist, die Begriffe unverständlich sind oder man auf jeder Unterseite neu suchen muss, wie man zurückkommt, entsteht Frustration. Auch Suchmaschinen und assistive Technologien wie Screenreader brauchen eine klare, logische Struktur, um Inhalte zu erfassen.

Gestalten Sie die Navigation so, dass sie auf jeder Seite an derselben Stelle erscheint und die wichtigsten Bereiche direkt anbietet. Verwenden Sie Begriffe, die Ihre Zielgruppe tatsächlich benutzt, nicht interne Fachausdrücke. Wenn Ihre Seite viele Unterseiten hat, helfen Breadcrumbs, also eine Pfadangabe wie Startseite > Produkte > Zubehör, damit Nutzer jederzeit wissen, wo sie sich befinden. Achten Sie außerdem darauf, dass das Menü auch im HTML sauber aufgebaut ist, etwa mit einer Liste von Links, damit Screenreader die Struktur korrekt vorlesen können.

Schwer lesbare Schriften und Kontraste

Verschnörkelte Schriftarten, zu kleine Buchstaben oder ein zu geringer Kontrast zwischen Text und Hintergrund machen das Lesen zur Qual. Das betrifft nicht nur Menschen mit Sehbeeinträchtigung, sondern alle, die längere Zeit auf den Bildschirm schauen. Wenn Sie etwa graue Schrift auf hellgrauem Grund verwenden, müssen Besucher stark blinzeln, um den Text zu entziffern. Viele geben auf.

Wählen Sie gut lesbare Schriftarten ohne überflüssige Verzierungen und eine angemessene Größe. Sorgen Sie für einen deutlichen Kontrast, etwa dunkle Schrift auf hellem Hintergrund. Prüfen Sie Ihre Farbkombinationen mit einem Kontrastrechner, um sicherzugehen, dass auch Menschen mit Farbschwäche den Text noch lesen können. Drucken Sie Ihre Seite zur Kontrolle in Schwarz-Weiß aus. Wenn Sie dabei etwas nicht erkennen können, ist der Kontrast zu schwach.

Langsame Ladezeiten

Lange Ladezeiten verärgern Besucher und führen dazu, dass sie die Seite vorzeitig schließen. Seit Februar 2022 ist die Geschwindigkeit von Seiten auch ein Rankingfaktor für die Desktop-Suche bei Google. Gemessen wird unter anderem die Zeit, bis der größte sichtbare Inhalt geladen ist. Eine langsame Seite verschlechtert also nicht nur das Nutzererlebnis, sondern auch die Auffindbarkeit in der Suchmaschine.

Optimieren Sie Ihre Seite, indem Sie große Bilder komprimieren, unnötige Skripte entfernen und auf einen schnellen Hosting-Anbieter setzen. Nutzen Sie Tools wie den PageSpeed Insights von Google, um zu sehen, welche Elemente Ihre Seite ausbremsen. Oft reichen schon kleine Änderungen, etwa das Nachladen von Bildern erst beim Scrollen, um die Ladezeit spürbar zu verkürzen. Messen Sie die Geschwindigkeit regelmäßig, denn neue Inhalte oder Plugins können die Performance schnell wieder verschlechtern.