Was kostet eine Website? Budgetierung und Zeitplanung
Bei der Planung einer neuen Website stellt sich zuerst die Kostenfrage. Eine Website kostet zwischen wenigen Euro im Monat und mehreren zehntausend Euro, je nach Seitenzahl, Funktionen und Texterstellung. Für die Budgetplanung zählt weniger ein pauschaler Preis als diese Projektfaktoren. Aus ihnen ergeben sich die üblichen Preiskategorien und eine realistische Zeit- und Budgetplanung.
Die vier Preiskategorien im Überblick
Sie können den Markt für Websites grob in vier Klassen einteilen. Die Spannen sind Erfahrungswerte aus der Praxis, keine festen Angebote, aber sie helfen Ihnen, Ihr Budget einzuordnen.
Baukasten-Lösungen wie Wix, Squarespace oder Jimdo kosten je nach Anbieter einen geringen monatlichen Betrag. Dafür bekommen Sie ein fertiges System mit Vorlagen, in das Sie Texte und Bilder selbst einpflegen; die Kosten bleiben gering, dafür investieren Sie viele eigene Stunden in Aufbau und Pflege. Wer ein einfaches Portfolio oder eine kleine Vereinsseite braucht und sich mit Technik auskennt, kommt mit dieser Lösung gut hin.
Einfache Freelancer-Seiten beginnen im dreistelligen Bereich und reichen bis in den niedrigen vierstelligen Betrag. Ein einzelner Webdesigner oder Entwickler erstellt Ihnen eine überschaubare Seite mit fünf bis zehn Unterseiten, oft mit einem Content-Management-System wie WordPress. Sie liefern die Texte und Bilder, der Freelancer kümmert sich um Design, Technik und Einrichtung. Diese Variante eignet sich für Selbstständige und kleine Betriebe, die eine solide Präsenz ohne Sonderwünsche brauchen.
Professionelle Firmenwebsites kosten meist einen mittleren vierstelligen Betrag. Hier arbeiten oft mehrere Personen zusammen: Projektmanager, Designer, Entwickler und Texter. Die Seite bekommt ein individuelles Design, mehr Unterseiten, vielleicht einen Blog oder ein Kontaktformular mit Anbindung an Ihr CRM-System. Auch Suchmaschinenoptimierung und Schulungen für Ihre Mitarbeiter sind in diesem Preissegment üblich.
Onlineshops und Sonderlösungen beginnen im oberen vierstelligen Bereich und können schnell fünfstellig werden. Ein Shop braucht eine Produktdatenbank, ein Warenkorbsystem, eine Zahlungsanbindung und eine Versandlogistik. Hinzu kommen rechtliche Texte. Dazu kommen individuelle Funktionen wie Kundenkonten, Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen oder mehrsprachige Inhalte. Wer hier sparen will, nutzt Shop-Baukästen wie Shopify, muss dann aber monatliche Gebühren und Provisionen einplanen.
Was den Preis treibt
Der größte Kostenblock ist fast immer die Zahl der Seiten mit echtem Inhalt. Jede Unterseite braucht ein Konzept, einen Text und ein Design. Dazu kommt die technische Umsetzung. Eine Seite mit zehn Unterseiten kostet daher nicht doppelt so viel wie eine mit fünf, sondern oft deutlich mehr, weil jede Seite einzeln durchdacht und umgesetzt werden muss.
Dazu kommen die Inhalte selbst. Wer keine eigenen Texte liefert, muss einen Texter beauftragen. Gute Webtexte sind keine Werbeprosa, sondern erklären klar, was Sie anbieten und warum jemand bei Ihnen kaufen sollte. Das kostet Zeit und Geld, wird aber oft unterschätzt. Bei Bildern ist es ähnlich: Stockfotos sind günstig, eigene Fotografien oder professionelle Produktfotos kosten mehrere hundert Euro.
Auch die technischen Entscheidungen beeinflussen den Preis. Ein Standard-Theme mit Anpassungen ist günstiger als ein komplett individuelles Design. Plugins und Erweiterungen kosten entweder einmalig oder als Abo. Wenn Sie später Funktionen nachrüsten wollen, die nicht im ursprünglichen Angebot waren, wird das separat berechnet.
So lange dauert eine Website
Die Projektlaufzeit hängt weniger von der Größe der Seite ab als von der Zahl der Beteiligten und davon, wie klar die Vorgaben sind. Eine Baukasten-Seite können Sie an einem Wochenende aufsetzen, wenn Texte und Bilder bereitliegen. Eine Freelancer-Seite braucht in der Regel vier bis acht Wochen, eine professionelle Firmenwebsite eher zwei bis vier Monate. Onlineshops mit vielen Produkten und Schnittstellen können ein halbes Jahr und länger dauern.
Verzögerungen entstehen meist, weil auf Inhalte gewartet wird, nicht wegen der Technik. Viele Kunden unterschätzen, wie lange es dauert, eigene Texte zu schreiben, Fotos auszuwählen oder Entscheidungen über Farben und Struktur zu treffen. Planen Sie deshalb von Anfang an feste Zeitfenster für diese Aufgaben ein und halten Sie sich daran. Ein guter Dienstleister legt einen Projektplan mit Meilensteinen vor und fragt nach, wenn Termine verstreichen.
Ein realistischer Zeitplan sieht so aus: In den ersten ein bis zwei Wochen klären Sie Ziele, Zielgruppe und Inhaltsstruktur. Danach folgen Designentwurf und technische Umsetzung, während Sie parallel die Texte liefern. Die letzten ein bis zwei Wochen gehören dem Testen, dem Einpflegen der Inhalte und dem Feinschliff. Erst wenn alles geprüft ist, geht die Seite live.
Versteckte Kosten einplanen
Neben der Erstellung fallen laufende Kosten an, die viele zum ersten Mal sehen, wenn die Rechnung kommt. Domain und Hosting kosten je nach Anbieter unterschiedlich hohe jährliche Beträge. Dazu kommen gegebenenfalls Kosten für SSL-Zertifikate, E-Mail-Postfächer oder höhere Serverkapazitäten, wenn Ihre Seite viel Besuch bekommt.
Auch die Pflege kostet Geld. Content-Management-Systeme und Plugins müssen regelmäßig aktualisiert werden, sonst entstehen Sicherheitslücken. Viele Agenturen bieten Wartungsverträge an, die Updates, Backups und kleinere Anpassungen abdecken. Je nach Umfang kosten diese Verträge monatlich unterschiedlich viel. Wer das selbst übernimmt, spart Geld, muss sich aber um die Technik kümmern und regelmäßig Zeit einplanen.
Ein weiterer Posten ist die Weiterentwicklung. Kaum eine Website bleibt nach dem Launch unverändert. Neue Produkte, geänderte Preise oder zusätzliche Funktionen erfordern Anpassungen. Legen Sie dafür einen kleinen Puffer im Budget an, statt jeden Auftrag einzeln zu verhandeln.
So budgetieren Sie richtig
Beginnen Sie mit einer klaren Anforderungsliste, bevor Sie Angebote einholen. Notieren Sie, welche Seiten Sie brauchen, welche Funktionen wichtig sind und wer die Inhalte liefert. Je präziser Ihre Vorgaben sind, desto genauer können Dienstleister kalkulieren und desto weniger Nachträge entstehen.
Vergleichen Sie dann zwei bis drei Angebote, aber achten Sie nicht nur auf den Preis. Prüfen Sie, was im Angebot enthalten ist: Wie viele Entwürfe sind inklusive, wer schreibt die Texte, ist die Einrichtung des Hostings dabei, gibt es eine Einarbeitung in die Pflege? Ein günstiges Angebot, das wichtige Leistungen ausklammert, wird am Ende teurer als ein transparentes Angebot mit etwas höherem Preis.
Planen Sie einen Puffer von zehn bis zwanzig Prozent des Budgets für Unvorhergesehenes ein. Das können zusätzliche Seiten sein, die sich während des Projekts als nötig erweisen, oder Anpassungen, die erst beim Testen auffallen. Ein Puffer verhindert, dass Sie mitten im Projekt Kompromisse machen müssen, die Sie später bereuen.