Webagentur: Leistungen, Kosten und Auswahlkriterien
Eine Webagentur unterstützt Unternehmen bei der Planung, Gestaltung, Entwicklung und Betreuung ihrer Website. Dazu gehört weit mehr als ein ansprechendes Layout. Eine gute Website muss die Fragen ihrer Zielgruppe beantworten, auf Mobilgeräten funktionieren, leicht gepflegt werden können und messbar zum Unternehmensziel beitragen.
Für einen Handwerksbetrieb stehen dabei andere Aufgaben im Mittelpunkt als für einen Onlineshop oder einen B2B-Anbieter. Deshalb sollte die Zusammenarbeit mit einer Webagentur immer mit den Geschäftszielen und den Nutzeraufgaben beginnen. Erst danach folgen Seitenstruktur, Design und technische Umsetzung.
Was ist eine Webagentur?
Eine Webagentur ist ein Dienstleister für digitale Unternehmensauftritte. Je nach Ausrichtung übernimmt sie einzelne Aufgaben oder begleitet das gesamte Projekt von der ersten Analyse bis zur laufenden Betreuung.
Typische Fachbereiche einer Webagentur sind:
- Strategie und Beratung
- Zielgruppen- und Wettbewerbsanalyse
- Informationsarchitektur und Nutzerführung
- Webdesign
- technische Entwicklung
- Einrichtung eines Content-Management-Systems
- Texterstellung und Bildkonzeption
- Suchmaschinenoptimierung
- Barrierefreiheit
- Hosting, Wartung und Support
Ein Webdesigner konzentriert sich häufig auf die visuelle Gestaltung. Ein Freelancer arbeitet meist allein und übernimmt je nach Spezialisierung einzelne oder mehrere Aufgaben. Eine Digitalagentur bietet oft zusätzlich Leistungen für weitere digitale Kanäle, etwa Onlinewerbung, soziale Netzwerke oder digitale Vertriebsprozesse.
Diese Bezeichnungen sind jedoch nicht einheitlich geschützt. Entscheidend bleibt daher, welche Leistungen ein Anbieter tatsächlich selbst erbringt, welche Aufgaben er weitergibt und wer im Projekt die Verantwortung trägt.
Welche Aufgaben übernimmt eine Webagentur?
Strategie und Zieldefinition
Am Anfang sollte die Frage stehen: Welche Aufgabe soll die Website für welche Zielgruppe lösen?
Mögliche Ziele sind:
- mehr qualifizierte Anfragen
- mehr Bewerbungen
- höhere Umsätze im Onlineshop
- bessere regionale Auffindbarkeit
- weniger telefonische Rückfragen
- verständlichere Produktinformationen
- ein leichter pflegbarer Internetauftritt
- die digitale Abbildung eines Buchungs- oder Anfrageprozesses
„Die Website soll moderner aussehen“ reicht als Ziel nicht aus. Eine konkretere Vorgabe wäre: „Die Website soll mehr Anfragen von regionalen Gewerbekunden erzeugen und den Ablauf bis zur Kontaktaufnahme verständlich erklären.“
Die Agentur sollte außerdem klären, welche Leistungen wirtschaftlich besonders wichtig sind, welche internen Abläufe die Website abbilden muss und wer Inhalte nach der Veröffentlichung pflegt.
Zielgruppen und Nutzungssituationen
Eine Website spricht selten nur eine einzige Nutzergruppe an. Ein Interessent sucht vielleicht nach einer Leistung, ein Bestandskunde benötigt eine Anleitung und eine Bewerberin möchte sich über den Arbeitgeber informieren.
Für jede wichtige Nutzungssituation sollte die Agentur klären:
- Was möchte die Person erreichen?
- Welche Information benötigt sie zuerst?
- Welche Fragen oder Einwände hat sie?
- Welche Handlung folgt sinnvollerweise als Nächstes?
Ein Heizungsbetrieb braucht beispielsweise nicht zwingend aufwendige Animationen. Für seine Zielgruppe sind eine verständliche Leistungsübersicht, regionale Einsatzgebiete, Serviceinformationen, Referenzen und ein gut nutzbares Anfrageformular oft wertvoller.
Seitenstruktur und Nutzerführung
Die Webagentur entwickelt aus den Nutzeraufgaben eine nachvollziehbare Seitenstruktur. Eine Unternehmenswebsite kann beispielsweise diese Bereiche enthalten:
- Startseite
- Leistungen oder Produkte
- Lösungen nach Zielgruppe oder Anwendungsfall
- Referenzen oder Projekte
- Unternehmen
- Ratgeber oder Wissensbereich
- Karriere
- Kontakt oder Anfrage
- Anbieterkennzeichnung und Datenschutzinformationen
Die Navigation sollte die Begriffe verwenden, nach denen Besucher suchen. Interne Abteilungsnamen helfen dabei nicht immer. Ein Nutzer sucht eher nach „Photovoltaik für Gewerbebetriebe“ als nach einer internen Bezeichnung wie „Geschäftsfeld Energie“.
Eine übersichtliche Struktur erleichtert auch Suchmaschinen die Einordnung der Inhalte. Google empfiehlt verständliche Seitentitel, beschreibende Überschriften und klare Linktexte. Inhalte sollten in erster Linie Menschen bei einer konkreten Frage oder Aufgabe helfen.
Webdesign und Markenauftritt
Das Design übersetzt die Positionierung eines Unternehmens in Farben, Schriften, Bilder, Abstände und Formen. Firmenlogo und Corporate Design sollten erkennbar sein, ohne die Orientierung zu erschweren.
Ein gutes Webdesign:
- stellt die wichtigste Information sichtbar heraus
- führt Besucher zu einer sinnvollen Handlung
- verwendet gut lesbare Schriftgrößen
- schafft ausreichende Kontraste
- funktioniert auf kleinen und großen Bildschirmen
- setzt Bilder und Animationen gezielt ein
- vermittelt Kompetenz, ohne Inhalte zu überladen
Viele grafische Elemente verbessern eine Website nicht automatisch. Bewegte Hintergründe, große Videodateien oder ungewöhnliche Navigationen erhöhen den technischen Aufwand und können die Bedienung erschweren.
Inhalte und redaktionelle Arbeit
Eine Website benötigt belastbare Inhalte. Die Webagentur kann Texte erstellen, Fachwissen aus Gesprächen mit den Mitarbeitenden aufbereiten, Referenzen strukturieren und ein Bildkonzept entwickeln.
Zum redaktionellen Leistungsumfang können gehören:
- Inhaltsstrategie
- Seitenkonzepte
- Fachinterviews
- Leistungs- und Produkttexte
- Ratgeberartikel
- häufige Fragen und Antworten
- Kundenreferenzen
- Seitentitel und Meta-Beschreibungen
- Alternativtexte für relevante Bilder
- interne Verlinkung
- redaktionelle Pflege
Die Agentur sollte dabei nicht automatisch für die fachliche Richtigkeit haften. Der Auftraggeber muss Fachinformationen prüfen und Ansprechpartner für Freigaben benennen. Gute Inhalte entstehen durch die Verbindung aus redaktioneller Erfahrung und echtem Unternehmenswissen.
Technische Entwicklung und Content-Management-System
Ein Content-Management-System, kurz CMS, ermöglicht es Mitarbeitenden, Texte, Bilder und Seiten selbst zu bearbeiten. Für eine regelmäßig aktualisierte Unternehmenswebsite ist ein CMS oft sinnvoll.
Die technische Lösung hängt vom Projekt ab:
- Eine kleine Präsenzwebsite benötigt wenige Funktionen.
- Eine größere Unternehmenswebsite braucht flexible Inhaltsbausteine und mehrere Seitentypen.
- Ein Onlineshop benötigt Produktverwaltung, Warenkorb, Zahlungs- und Versandfunktionen.
- Eine Buchungsplattform braucht verfügbare Termine, Bestätigungen und gegebenenfalls Schnittstellen.
- Eine individuelle Webanwendung kann Benutzerkonten, Rollen und besondere Geschäftsprozesse abbilden.
Ein Standard-CMS ist nicht automatisch schlechter als eine individuelle Entwicklung. Für viele kleinere Unternehmen bietet eine etablierte Lösung eine gute Grundlage. Eine Individualentwicklung ist sinnvoll, wenn spezielle Abläufe oder Integrationen die Standardfunktionen überschreiten.
Vor der Beauftragung sollte feststehen, wer Zugriff auf Domain, Hosting, CMS, Quellcode und externe Konten erhält. Diese Zugänge sollten beim Auftraggeber liegen oder eindeutig geregelt sein.
Hosting, Wartung und Support
Nach dem Start braucht eine Website einen verlässlichen Betrieb. Dazu gehören je nach Vereinbarung:
- Sicherheits- und Softwareupdates
- Backups
- Überwachung der Erreichbarkeit
- Fehlerbehebung
- technische Anpassungen
- Pflege von Erweiterungen
- Unterstützung bei redaktionellen Änderungen
- Dokumentation und Schulung
Ein Angebot sollte klar zwischen einmaliger Umsetzung und laufender Betreuung unterscheiden. Ohne Wartungsplan bleibt häufig unklar, wer bei Sicherheitsproblemen, Ausfällen oder veralteten Erweiterungen handelt.
Eine moderne Website in sechs Phasen planen
1. Ziele und Rahmenbedingungen festlegen
Vor dem ersten Entwurf sollten Auftraggeber und Agentur Ziele, Zielgruppen, Seitenumfang, Funktionen, Inhalte, Termine und Zuständigkeiten festlegen.
Hilfreiche Fragen sind:
- Was soll sich durch die neue Website verbessern?
- Welche Leistungen sind besonders wichtig?
- Welche Inhalte existieren bereits?
- Welche technischen Systeme müssen angebunden werden?
- Wer liefert Fachinformationen?
- Wer gibt Texte und Seiten frei?
- Wer pflegt die Website nach dem Start?
2. Nutzer und Suchabsichten verstehen
Die Agentur untersucht, welche Fragen Besucher stellen und in welchen Situationen sie die Website aufrufen. Ein Interessent kann über eine Suchmaschine direkt auf einer Unterseite landen. Die Startseite ist daher nicht immer der erste Kontakt.
Für einen regionalen Malerbetrieb können beispielsweise eigene Inhalte zu Innenräumen, Fassaden, Gewerbeobjekten und dem Einsatzgebiet sinnvoll sein. Jede Seite sollte eine konkrete Frage beantworten und einen passenden nächsten Schritt anbieten.
3. Inhalte planen und ordnen
Vor dem Design sollte eine Inhaltsübersicht entstehen. Für jede Seite wird festgelegt:
- Ziel der Seite
- Zielgruppe
- wichtigste Aussage
- benötigte Bilder oder Nachweise
- gewünschte Handlung
- Verantwortlicher für die Freigabe
- späterer Aktualisierungsbedarf
Dabei sollte die Agentur alte Inhalte nicht ungeprüft übernehmen. Texte lassen sich zusammenführen, aktualisieren oder entfernen, wenn sie keine klare Aufgabe mehr erfüllen.
4. Wireframes und Prototypen prüfen
Ein Wireframe ist ein einfacher Entwurf für die Anordnung von Inhalten und Funktionen. Er zeigt zunächst die Informationshierarchie, nicht die endgültige Gestaltung.
In dieser Phase lässt sich prüfen:
- Ist die Hauptleistung sofort verständlich?
- Finden Besucher Kontaktmöglichkeiten?
- Sind wichtige Informationen auf dem Smartphone erreichbar?
- Ist die Navigation logisch?
- Sind Formulare verständlich?
- Wird der nächste Schritt eindeutig angeboten?
Erst wenn die Nutzerführung funktioniert, sollte die Agentur das vollständige Erscheinungsbild ausarbeiten.
5. Technik entwickeln und testen
Die technische Umsetzung sollte die geplanten Inhalte und Prozesse zuverlässig unterstützen. Dazu gehören auch Tests mit verschiedenen Browsern, Bildschirmgrößen und Eingabemethoden.
Eine Website sollte unter anderem:
- auf Smartphones und Tablets gut funktionieren
- schnell laden
- mit Tastatur bedienbar sein
- verständliche Fehlermeldungen anzeigen
- Formulare korrekt verarbeiten
- Bilder in passenden Größen ausliefern
- unnötige Skripte vermeiden
- sichere Verbindungen verwenden
Google verwendet die sogenannten Core Web Vitals als technische Messgrößen für Ladeleistung, Reaktionsgeschwindigkeit und visuelle Stabilität. Als Zielwerte gelten ein Largest Contentful Paint von höchstens 2,5 Sekunden, ein Interaction to Next Paint von weniger als 200 Millisekunden und ein Cumulative Layout Shift von weniger als 0,1. Diese Werte helfen bei der technischen Bewertung, ersetzen aber keine Prüfung der Inhalte und Nutzerführung.
6. Veröffentlichen, messen und verbessern
Mit dem Launch endet die Arbeit nicht. Nach der Veröffentlichung sollten Agentur und Auftraggeber beobachten:
- über welche Seiten Besucher einsteigen
- welche Inhalte häufig aufgerufen werden
- wie viele qualifizierte Anfragen entstehen
- an welchen Stellen Formulare abgebrochen werden
- ob technische Fehler auftreten
- wie sich die mobile Nutzung entwickelt
- welche Inhalte aktualisiert werden müssen
Eine Website bleibt dadurch ein betreutes digitales Produkt. Kleine Verbesserungen an Texten, Formularen, Navigation und Seitenstruktur sind häufig sinnvoller als ein weiterer vollständiger Relaunch.
SEO gehört bereits in die Planung
Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, beginnt nicht erst nach der Veröffentlichung. Die wichtigsten Grundlagen entstehen bei der Zielgruppenanalyse, der Seitenstruktur und der Inhaltsplanung.
Eine Webagentur sollte unter anderem:
- Suchabsichten und Themen untersuchen
- eine verständliche URL-Struktur entwickeln
- Seitentitel und Überschriften planen
- Inhalte sinnvoll intern verlinken
- Bilder technisch und redaktionell vorbereiten
- Weiterleitungen bei einem Relaunch einrichten
- eine XML-Sitemap konfigurieren
- Suchmaschinenwerkzeuge und Webanalyse einrichten
- technische Fehler überwachen
- organische Anfragen und relevante Suchbegriffe beobachten
Gute SEO-Texte beantworten die Fragen der Zielgruppe präzise. Das bloße Wiederholen von Suchbegriffen erzeugt keine verlässliche Sichtbarkeit. Google weist darauf hin, dass es keine geheime Maßnahme und keine bevorzugte Wortanzahl gibt, die automatisch eine bestimmte Position garantiert.
Bei einem Relaunch muss die Agentur bestehende URLs, wichtige Unterseiten und Weiterleitungen berücksichtigen. Andernfalls können Besucher auf Fehlerseiten landen und bereits aufgebaute Auffindbarkeit verloren gehen.
Barrierefreiheit, Datenschutz und Pflichtangaben früh berücksichtigen
Barrierearme Bedienung
Barrierefreiheit verbessert die Website für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen und für viele Alltagssituationen. Eine zugängliche Seite hilft beispielsweise auch Personen mit kleinen Bildschirmen, eingeschränkter Beweglichkeit oder einer langsamen Internetverbindung.
Wichtige Anforderungen sind:
- ausreichende Farbkontraste
- sichtbarer Tastaturfokus
- verständliche Formulare
- sinnvolle Überschriften
- Alternativtexte für relevante Bilder
- Untertitel oder Transkripte bei wichtigen Medien
- skalierbare Schrift
- verständliche Fehlermeldungen
- Bedienung ohne Maus
- keine alleinige Informationsvermittlung über Farbe
Die WCAG 2.2 des World Wide Web Consortiums enthält testbare Kriterien für zugängliche Webinhalte. Barrierefreiheit sollte bereits bei Konzept, Design und Entwicklung eingeplant werden.
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt für bestimmte Produkte und Dienstleistungen für Verbraucher. Ob ein konkretes digitales Angebot darunterfällt, hängt unter anderem vom Geschäftsmodell und der Art der Dienstleistung ab. Unternehmen sollten die rechtliche Einordnung ihres Angebots gesondert prüfen lassen.
Datenschutz und externe Dienste
Kontaktformulare, Bewerbungen, Newsletter, Analysewerkzeuge, eingebettete Karten und Videodienste verarbeiten teilweise personenbezogene Daten oder greifen auf Informationen des Endgeräts zu.
Die Webagentur sollte deshalb früh erfassen:
- welche Daten ein Formular erhebt
- welche externen Dienste eingebunden werden
- welche Analyse- und Marketingwerkzeuge laufen
- welche Einwilligungen erforderlich sind
- welche Informationen in Datenschutztexten stehen müssen
- wer die rechtliche Prüfung übernimmt
Technische Unterstützung durch eine Webagentur ersetzt keine spezialisierte Datenschutzprüfung. Im Angebot sollte klar stehen, ob die Agentur nur die Einbindung vorbereitet oder auch mit einer dafür zuständigen Beratung zusammenarbeitet.
Impressum und Anbieterinformationen
Geschäftsmäßige digitale Angebote benötigen bestimmte Anbieterinformationen. Diese müssen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und dauerhaft verfügbar sein. Die Agentur kann die entsprechenden Seiten technisch einbinden und bei der Platzierung unterstützen. Die inhaltliche Prüfung sollte der Auftraggeber mit geeigneter fachlicher Unterstützung vornehmen.
Wann lohnt sich eine Webagentur?
Eine Webagentur ist besonders sinnvoll, wenn mehrere Fachbereiche zusammenkommen oder die Website geschäftlich eine wichtige Rolle spielt.
Das betrifft beispielsweise:
- einen vollständigen Relaunch
- einen Onlineshop
- eine mehrsprachige Website
- eine Website mit vielen Leistungsseiten
- eine Plattform mit Benutzerkonten
- eine Anbindung an Warenwirtschaft, CRM oder Buchungssysteme
- anspruchsvolle redaktionelle Prozesse
- technische oder gestalterische Probleme, die intern nicht gelöst werden können
Für eine kleine Website mit wenigen Seiten kann auch ein Freelancer oder ein Baukastensystem ausreichen. Ein internes Team ist sinnvoll, wenn dauerhaft Fachwissen für Inhalte, Technik und Betrieb vorhanden ist. Die Organisationsform entscheidet weniger als die Kombination aus Projektumfang, Verantwortung, Betreuung und vorhandenen Fähigkeiten.
Was kostet eine Webagentur?
Ein allgemeiner Festpreis lässt sich seriös nicht aus dem Begriff Webagentur ableiten. Die Kosten hängen vom Umfang und vom gewünschten Ergebnis ab.
Wichtige Kostentreiber sind:
- Anzahl und Komplexität der Seiten
- Recherche und strategische Beratung
- individuelle Gestaltung
- Text-, Bild- und Videoproduktion
- Mehrsprachigkeit
- Migration bestehender Inhalte
- Shop-, Buchungs- oder Mitgliederfunktionen
- Schnittstellen zu anderen Systemen
- Barrierefreiheits- und Qualitätstests
- Suchmaschinenoptimierung
- laufende Wartung und Support
Eine kleine Präsenzwebsite benötigt andere Leistungen als eine vertriebsorientierte Unternehmenswebsite oder eine individuelle Webanwendung. Angebote sollten deshalb den Leistungsumfang, die Zuständigkeiten, die Korrekturrunden und die laufenden Kosten nachvollziehbar ausweisen.
Besonders wichtig sind klare Regelungen zu Domain, Hosting, Inhalten, Gestaltung, Quellcode und Anbieterwechsel. Ein scheinbar günstiges Angebot ist schwer zu bewerten, wenn zentrale Leistungen erst später berechnet werden.
So finden Sie die passende Webagentur
Ein kurzes Briefing vorbereiten
Vor dem Erstgespräch sollte das Unternehmen möglichst konkret beschreiben:
- Branche und Geschäftsmodell
- wichtigste Zielgruppen
- gewünschte Ziele
- zentrale Leistungen oder Produkte
- benötigte Funktionen
- vorhandene Inhalte und Bilder
- bestehendes CMS
- gewünschter Zeitraum
- interne Ansprechpartner
- Anforderungen an Wartung und Support
Dadurch erhalten Agenturen eine vergleichbare Grundlage für ihre Angebote.
Angebote nach Leistungen vergleichen
| Bereich | Wichtige Frage |
|---|---|
| Konzeption | Werden Ziele, Zielgruppen und Seitenstruktur gemeinsam erarbeitet? |
| Design | Entsteht ein individuelles Konzept oder wird nur eine Vorlage angepasst? |
| Inhalte | Wer erstellt, liefert und prüft Texte und Bilder? |
| Technik | Welches CMS wird eingesetzt und warum passt es zum Projekt? |
| SEO | Sind Seitenstruktur, Weiterleitungen und technische Grundlagen enthalten? |
| Barrierefreiheit | Welche Anforderungen werden umgesetzt und getestet? |
| Datenschutz | Welche technische Einbindung ist vorgesehen und wer prüft die Rechtslage? |
| Qualitätssicherung | Wird die Website auf Geräten, Browsern und Formularen getestet? |
| Übergabe | Gibt es Zugänge, Dokumentation und eine Schulung? |
| Betrieb | Wer übernimmt Updates, Backups, Sicherheit und Fehlerbehebung? |
Referenzen genauer prüfen
Ein gutes Portfolio zeigt Gestaltungskompetenz. Es beantwortet jedoch nicht automatisch die Frage, ob die Agentur das eigene Projekt zuverlässig umsetzen kann.
Prüfen Sie daher:
- Gibt es vergleichbare Branchen oder Geschäftsmodelle?
- Sind die Nutzeraufgaben der Referenzen nachvollziehbar?
- Funktionieren die Websites auf Mobilgeräten?
- Sind Kontaktwege und Inhalte verständlich?
- Beschreibt die Agentur auch technische und redaktionelle Leistungen?
- Gibt es Erfahrung mit Migration, Schnittstellen oder laufender Betreuung?
Warnsignale erkennen
Vorsicht ist angebracht bei:
- garantierten Suchmaschinenpositionen
- festen Besucherzahlen ohne nachvollziehbaren Plan
- unklaren Eigentumsrechten
- fehlenden Angaben zu Wartung und Updates
- großen Funktionslisten ohne genaue Beschreibung
- rein visuellen Präsentationen ohne Zieldefinition
- keiner Regelung für Korrekturen
- ungeklärter Verantwortung für Inhalte
- fehlendem Relaunch-Plan für bestehende URLs
- fehlenden Abnahme- und Testkriterien
Fragen für das Erstgespräch
Diese Fragen helfen bei der Auswahl:
- Wie übersetzen Sie unsere Geschäftsziele in die Website-Struktur?
- Welche Informationen benötigen Sie von uns?
- Wer übernimmt Texte, Bilder und fachliche Prüfung?
- Welches CMS empfehlen Sie und weshalb?
- Welche Funktionen sind Standard und welche werden individuell entwickelt?
- Wie testen Sie mobile Nutzung, Ladezeiten und Barrierefreiheit?
- Wie gehen Sie bei einem Relaunch mit bestehenden URLs um?
- Welche SEO-Leistungen sind konkret enthalten?
- Wem gehören Domain, Inhalte, Gestaltung und Quellcode?
- Wie laufen Übergabe, Schulung und Anbieterwechsel ab?
- Wer kümmert sich nach dem Launch um Updates und Sicherheitsprobleme?
- Welche Leistungen werden laufend und welche einmalig abgerechnet?
Fazit
Eine Webagentur sollte eine Website vom Geschäftsziel und von den Aufgaben der Nutzer aus planen. Design, CMS und technische Funktionen folgen erst danach. Gute Leistungen umfassen je nach Projekt Strategie, Seitenstruktur, Inhalte, Gestaltung, Entwicklung, SEO, Barrierefreiheit, technische Einbindung rechtlicher Vorgaben sowie Wartung.
Unternehmen sollten Angebote deshalb nicht allein nach dem Erscheinungsbild oder dem Preis vergleichen. Entscheidend sind ein klarer Leistungsumfang, nachvollziehbare Zuständigkeiten, Eigentumsrechte, Qualitätssicherung und ein belastbarer Plan für den Betrieb nach der Veröffentlichung.