Webseite: Definition, Aufbau und Planung verständlich erklärt

Eine Webseite ist eine einzelne Seite im World Wide Web, die über eine eigene Adresse, die sogenannte URL, im Browser aufgerufen wird. Eine Unternehmensseite wie beispiel.de/leistungen ist damit eine Webseite. Mehrere miteinander verknüpfte Webseiten unter einer gemeinsamen Domain bilden eine Website.

Ein professioneller Internetauftritt braucht mehr als ansprechende Farben und ein modernes Logo. Er muss ein klares Ziel verfolgen, relevante Fragen beantworten, auf mobilen Geräten funktionieren, verständlich aufgebaut sein und regelmäßig gepflegt werden. Suchmaschinenoptimierung verbessert die Auffindbarkeit, ersetzt aber keine hilfreichen Inhalte und keine gute Nutzerführung.

Webseite, Website und Homepage: Der Unterschied

Im Alltag verwenden viele Menschen die Begriffe Webseite, Website und Homepage gleichbedeutend. Fachlich lassen sie sich unterscheiden:

Begriff Bedeutung
Webseite Eine einzelne Seite mit eigener URL
Website Der gesamte Internetauftritt mit allen miteinander verbundenen Webseiten
Homepage Die Startseite einer Website und damit der zentrale Einstieg

Beispiel für die Domain beispiel.de:

  • beispiel.de ist die Startseite beziehungsweise Homepage.
  • beispiel.de/leistungen ist eine Leistungsseite.
  • beispiel.de/ueber-uns ist eine Seite über das Unternehmen.
  • beispiel.de/kontakt ist die Kontaktseite.
  • beispiel.de/ratgeber/webseite-planen ist ein einzelner Ratgeberbeitrag.

Alle diese Seiten gehören zur Website. Jede URL führt zu einer eigenen Webseite.

Was eine gute Webseite leisten sollte

Eine Webseite sollte eine konkrete Aufgabe erfüllen. Je nach Betreiber kann sie:

  • Informationen bereitstellen
  • Produkte oder Dienstleistungen erklären
  • Anfragen und Terminbuchungen ermöglichen
  • Produkte verkaufen
  • Bewerbungen gewinnen
  • Kundinnen und Kunden bei häufigen Fragen unterstützen
  • Vertrauen in ein Unternehmen oder eine Organisation schaffen
  • Fachinhalte für Suchmaschinen auffindbar machen

Die wichtigste Planungsfrage lautet deshalb:

Was sollen Besucher nach dem Besuch der Webseite wissen, tun oder entscheiden können?

Eine gute Zielbeschreibung ist konkreter als der Wunsch nach einer „modernen Webseite“. Zum Beispiel:

Interessierte sollen innerhalb weniger Minuten verstehen, welche Leistung angeboten wird, für wen sie geeignet ist und wie sie ein unverbindliches Gespräch anfragen können.

Aus diesem Ziel ergeben sich die passenden Inhalte, Menüpunkte und Handlungsaufforderungen.

Zielgruppen anhand konkreter Situationen verstehen

Eine Zielgruppe besteht nicht nur aus Altersgruppen oder Berufsbezeichnungen. Für die Planung ist entscheidend, in welcher Situation Menschen die Webseite nutzen.

Zu klären sind unter anderem:

  • Suchen sie am Smartphone oder am Desktop?
  • Kommen sie über eine Suchmaschine, eine Empfehlung oder direkt über die Webadresse?
  • Kennen sie das Unternehmen bereits?
  • Suchen sie eine kurze Antwort oder eine ausführliche Erklärung?
  • Welche Zweifel halten sie von einer Kontaktaufnahme ab?
  • Benötigen sie besondere Unterstützung bei Kontrast, Schrift, Sprache oder Bedienung?

Beispiel für eine Zielgruppenbeschreibung

Zielgruppe: Selbstständige, die eine Steuerberatung suchen
Nutzungssituation: Recherche am Smartphone nach Feierabend
Wichtige Fragen: Welche Leistungen gibt es? Wie läuft die Zusammenarbeit ab? Wie lässt sich Kontakt aufnehmen?
Gewünschte Handlung: Ein Erstgespräch anfragen

Für diese Zielgruppe sollten Leistungsübersicht, Ablauf und Kontaktmöglichkeit schnell erreichbar sein. Eine lange Unternehmensgeschichte gehört dagegen nicht an die erste Stelle.

Eine Webseite in sieben Schritten planen

Die Reihenfolge der Planung beeinflusst die Qualität des Ergebnisses. Wer mit Farben und Layout beginnt, bevor Ziele und Inhalte feststehen, baut häufig eine hübsche, aber unübersichtliche Oberfläche.

1. Ziel und gewünschte Handlung festlegen

Zuerst wird die Hauptaufgabe der Website festgelegt. Mögliche Ziele sind:

  • Kontaktanfragen erhalten
  • Produkte verkaufen
  • Termine buchen
  • Bewerbungen sammeln
  • Wissen vermitteln
  • bestehende Kunden entlasten

Neben dem Hauptziel können weitere Ziele existieren. Sie sollten aber klar priorisiert werden. Eine Startseite, die gleichzeitig verkaufen, informieren, Mitarbeitende gewinnen und alle Unternehmensbereiche ausführlich vorstellen soll, wirkt schnell überladen.

2. Zielgruppen und Fragen erfassen

Im nächsten Schritt werden die wichtigsten Nutzergruppen und ihre Fragen dokumentiert. Für jede Gruppe sollte feststehen:

  • Welches Problem bringt sie auf die Website?
  • Welche Informationen braucht sie für eine Entscheidung?
  • Welche Begriffe verwendet sie bei der Suche?
  • Welche Handlung soll möglichst einfach möglich sein?

Diese Fragen bilden die Grundlage für Seitenstruktur und Texte.

3. Inhalte und Suchintentionen planen

Vor dem Design lohnt sich eine Inhaltsübersicht. Sie zeigt, welche Seiten benötigt werden und welche Frage jede Seite beantwortet.

Seitentyp Hauptfrage Sinnvolle Handlung
Startseite Worum geht es hier und für wen? Leistung ansehen oder Kontakt aufnehmen
Leistungsseite Was wird angeboten und welchen Nutzen hat es? Beratung anfragen
Produktseite Welche Eigenschaften und Bedingungen gelten? Produkt kaufen oder anfragen
Über-uns-Seite Wer steht hinter dem Angebot? Vertrauen aufbauen
Referenzseite Welche Erfahrungen und Ergebnisse gibt es? weitere Leistung ansehen
Kontaktseite Wie ist der Anbieter erreichbar? Formular senden, anrufen oder Termin buchen
Ratgeberbeitrag Welche konkrete Frage wird beantwortet? verwandten Inhalt aufrufen

Jede Webseite sollte eine erkennbare Aufgabe haben. Viele Unterseiten allein machen einen Internetauftritt nicht besser. Entscheidend ist, ob die Inhalte für die Zielgruppe relevant, verständlich und aktuell sind.

4. Navigation und Informationsarchitektur entwickeln

Die Informationsarchitektur beschreibt, wie Inhalte gruppiert, benannt und miteinander verbunden werden. Sie bildet das Grundgerüst der Website.

Eine kleine Unternehmenswebsite kann zum Beispiel so aufgebaut sein:

  • Startseite
  • Leistungen
  • Lösungen für Zielgruppen oder Anwendungsfälle
  • Referenzen
  • Über uns
  • Ratgeber
  • Kontakt
  • Anbieterinformationen und Datenschutz

Die Bezeichnungen sollten aus Sicht der Besucher verständlich sein. Begriffe wie „Leistungen“, „Preise“, „Referenzen“ und „Kontakt“ geben sofort Orientierung. Interne Begriffe wie „Kompetenzen“, „Perspektiven“ oder „Mehrwert“ verschleiern dagegen häufig den Inhalt.

Wichtige Regeln für die Navigation:

  • Die Hauptnavigation auf zentrale Bereiche begrenzen
  • Fachbegriffe durch geläufige Bezeichnungen ersetzen
  • Kontakt- und Kaufmöglichkeiten sichtbar platzieren
  • wichtige Seiten aus passenden Inhalten verlinken
  • auf mobilen Geräten dieselbe Orientierung ermöglichen
  • keine Seite in einer unklaren Unterstruktur verstecken

5. Den Aufbau einzelner Webseiten festlegen

Eine Leistungs- oder Produktseite sollte die wichtigsten Informationen in einer nachvollziehbaren Reihenfolge vermitteln:

  1. Klare Überschrift mit Angebot oder Thema
  2. Kurze Erklärung für die passende Zielgruppe
  3. Konkreter Nutzen
  4. Leistungsumfang oder Produktdetails
  5. Belege wie Referenzen, Qualifikationen oder Erfahrungswerte
  6. Ablauf, Voraussetzungen und Bedingungen
  7. Antworten auf häufige Fragen
  8. Handlungsaufforderung

Beispiel für eine Leistungsseite:

Überschrift: Steuerberatung für Selbstständige
Nutzen: Finanzunterlagen ordnen und Steuerzahlungen besser planen
Belege: Spezialisierung auf Freiberufler und digitaler Belegprozess
Nächster Schritt: Erstgespräch anfragen

Dieses Grundmuster passt nicht zu jeder Webseite. Es hilft jedoch dabei, Informationen nicht wahllos aneinanderzureihen.

6. Technik und Gestaltung auswählen

Die technische Lösung sollte sich nach Ziel, Inhalt und Pflegeaufwand richten. Typische Möglichkeiten sind:

Lösung Geeignet für Zu beachten
Baukastensystem kleine Websites mit überschaubaren Anforderungen technische Flexibilität und Wechselmöglichkeiten prüfen
Content-Management-System regelmäßig gepflegte Inhalte Updates, Rechte und Wartung organisieren
Individuelle Entwicklung besondere Funktionen und Schnittstellen Planung, Pflege und technische Abhängigkeiten berücksichtigen
Modulares oder entkoppeltes System mehrere Ausgabekanäle und komplexe Strukturen höhere technische Anforderungen einplanen

Nicht allein die Designvorlage entscheidet über die Eignung. Wichtig sind auch:

  • einfache redaktionelle Pflege
  • mobile Darstellung
  • Barrierefreiheit
  • Ladezeit
  • sichere Datenübertragung
  • Rollen- und Rechteverwaltung
  • Schnittstellen zu anderen Diensten
  • Backups und Updates
  • Möglichkeit zum späteren Wechsel

7. Testen, messen und verbessern

Nach der Veröffentlichung beginnt die Pflege. Inhalte, Formulare, Verlinkungen und technische Werte sollten regelmäßig geprüft werden.

Sinnvolle Messgrößen sind:

  • Kontaktanfragen
  • abgeschlossene Käufe oder Buchungen
  • Zugriffe über Suchmaschinen
  • Nutzung wichtiger Einstiegsseiten
  • Abbrüche in Formularen
  • Suchanfragen ohne passende Ergebnisse
  • Ladezeiten
  • defekte Links und Fehlerseiten
  • Ergebnisse aus Nutzer- und Barrierefreiheitstests

Eine Kennzahl allein beschreibt die Qualität einer Webseite nicht. Wenige Anfragen können zum Beispiel auf eine unklare Leistung, ein zu langes Formular oder fehlende Vertrauensbelege hinweisen.

Welche Inhalte auf wichtige Seiten gehören

Startseite

Die Startseite sollte in kurzer Zeit erklären:

  • Was bietet das Unternehmen oder die Organisation an?
  • Für wen ist das Angebot gedacht?
  • Welchen konkreten Nutzen hat es?
  • Was ist der nächste sinnvolle Schritt?

Eine Startseite muss nicht jedes Detail enthalten. Sie soll Orientierung geben und zu den passenden Unterseiten führen.

Leistungs- oder Produktseiten

Diese Seiten beantworten die Fragen, die vor einer Anfrage oder einem Kauf entstehen:

  • Was wird genau angeboten?
  • Für wen eignet sich das Angebot?
  • Welches Problem löst es?
  • Was ist enthalten?
  • Wie läuft die Zusammenarbeit oder Bestellung ab?
  • Welche Voraussetzungen gelten?
  • Wie lässt sich Kontakt aufnehmen?

Allgemeine Werbeformulierungen helfen weniger als konkrete Informationen. „Individuelle Lösungen für höchste Ansprüche“ sagt wenig aus. Eine Beschreibung des Ablaufs, des Einsatzbereichs und des Ergebnisses ist hilfreicher.

Über-uns-Seite

Die Über-uns-Seite sollte relevante Vertrauensfragen beantworten:

  • Wer arbeitet für das Unternehmen?
  • Welche Erfahrung und Qualifikation ist für das Angebot wichtig?
  • Wo befindet sich der Anbieter?
  • Welche Werte oder Arbeitsweisen prägen die Zusammenarbeit?

Eine reine Firmengeschichte erfüllt diese Aufgabe nur teilweise. Entscheidend ist der Bezug zur Zielgruppe.

Kontaktseite

Eine Kontaktseite sollte mindestens die bevorzugten Kontaktwege, erreichbare Zeiten und den Zweck eines Formulars verständlich erklären. Formulare sollten nur die Angaben abfragen, die für den nächsten Schritt erforderlich sind. Fehlermeldungen müssen konkret mitteilen, was zu korrigieren ist.

Ratgeber und Fachbeiträge

Ratgebertexte sollten jeweils eine klar erkennbare Frage beantworten. Zwischenüberschriften, kurze Absätze und Aufzählungen erleichtern das Lesen. Fachliche Aussagen brauchen eine regelmäßige Prüfung, damit veraltete Angaben nicht weiterverbreitet werden.

Verständliche Texte und überzeugendes Design

Gute Gestaltung unterstützt die Orientierung. Sie darf wichtige Informationen nicht überdecken.

Bewährt haben sich:

  • klare visuelle Hierarchien
  • gut lesbare Schriftgrößen
  • ausreichend Abstand zwischen Inhaltsblöcken
  • einheitliche Farben und Bedienelemente
  • kurze Absätze
  • aussagekräftige Zwischenüberschriften
  • eindeutige Schaltflächen
  • passende Bilder mit erkennbarem Zweck

Texte sollten grammatikalisch korrekt und inhaltlich eigenständig sein. Suchbegriffe gehören natürlich in Überschriften und Fließtexte, wenn sie zum Thema passen. Eine künstliche Wiederholung verschlechtert die Lesbarkeit und beantwortet die Nutzerfrage nicht besser.

Webseite für Suchmaschinen optimieren

Suchmaschinenoptimierung sollte bereits bei der Planung beginnen. Sie umfasst die Auffindbarkeit, die technische Struktur und die Qualität der Inhalte.

Suchintention statt bloßer Suchbegriffe

Ein Suchbegriff zeigt häufig nur einen Teil des Informationsbedarfs. Wer nach „Steuerberatung Selbstständige“ sucht, möchte möglicherweise Leistungen vergleichen, den Ablauf verstehen oder eine Beratung anfragen. Die passende Webseite muss diese Absicht berücksichtigen.

Für jede wichtige Seite sollte deshalb feststehen:

  • Welche Frage beantwortet sie?
  • Für welche Suchanfragen ist sie relevant?
  • Welche Informationen erwartet die Zielgruppe?
  • Welche nächste Handlung ist sinnvoll?

Technische und redaktionelle Grundlagen

  • kurze und verständliche URLs verwenden
  • pro Seite eine eindeutige Hauptüberschrift einsetzen
  • Inhalte mit sinnvollen Zwischenüberschriften gliedern
  • Seitentitel und Beschreibung passend formulieren
  • thematisch verwandte Seiten intern verlinken
  • Bilder in passenden Größen einbinden
  • Alternativtexte für informative Bilder schreiben
  • strukturierte Daten nur bei zutreffenden Inhalten verwenden
  • veraltete Inhalte aktualisieren oder entfernen

Hilfreiche Inhalte, klare Strukturen und nachvollziehbare Informationen bilden die Grundlage. Eine technisch korrekt eingerichtete Webseite erhält dadurch keine automatische Spitzenposition. Suchmaschinen berücksichtigen viele Signale, und die Relevanz für die konkrete Suchanfrage bleibt entscheidend.

Ladezeit und Core Web Vitals

Die Core Web Vitals sind Messwerte für wichtige Aspekte der Nutzungserfahrung. Sie betrachten unter anderem, wie schnell der Hauptinhalt erscheint, wie rasch eine Seite auf Eingaben reagiert und ob sich Inhalte während des Ladens unerwartet verschieben.

Messwert Bedeutung Guter Richtwert
LCP Zeit bis zum Erscheinen des größten sichtbaren Inhalts höchstens 2,5 Sekunden
INP Reaktionszeit auf Nutzerinteraktionen unter 200 Millisekunden
CLS unerwartete Verschiebung sichtbarer Inhalte unter 0,1

Die Bewertung bezieht sich auf reale Nutzungsdaten und wird grundsätzlich am 75. Perzentil betrachtet. Gute Werte sind ein Qualitätsmerkmal für die Nutzungserfahrung, garantieren jedoch keine hohen Suchpositionen.

Praktische Maßnahmen:

  • Bilder in passender Größe und geeigneten Formaten ausliefern
  • unnötige Skripte vermeiden
  • Platz für Bilder und eingebundene Inhalte reservieren
  • externe Dienste sparsam einsetzen
  • Smartphones und langsamere Verbindungen testen
  • Messwerte aus echten Zugriffen zusätzlich zu Labortests auswerten

Mobile Nutzung und Barrierefreiheit

Viele Besucher öffnen eine Webseite auf dem Smartphone. Die wichtigsten Inhalte und Handlungen müssen deshalb auch auf kleinen Bildschirmen gut funktionieren.

Zu prüfen sind:

  • lesbare Schrift ohne Vergrößerung
  • ausreichende Abstände zwischen Schaltflächen
  • sichtbare und leicht erreichbare Navigation
  • kurze Formulare
  • verständliche Fehler- und Erfolgsmeldungen
  • Bedienung ohne Maus oder Hover-Effekte
  • keine unnötige horizontale Verschiebung

Barrierefreiheit verbessert die Nutzung für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen. Die Web Content Accessibility Guidelines 2.2, kurz WCAG 2.2, enthalten dafür international verwendete Empfehlungen. Die Richtlinien wurden am 12. Dezember 2024 als Standard des World Wide Web Consortiums veröffentlicht.

Wichtige Maßnahmen sind:

  • informative Bilder mit aussagekräftigen Alternativtexten versehen
  • ausreichende Farbkontraste sicherstellen
  • alle Funktionen per Tastatur bedienen lassen
  • den Tastaturfokus sichtbar machen
  • Formulare eindeutig beschriften
  • konkrete Fehlermeldungen ausgeben
  • Überschriften logisch ordnen
  • Videos mit Untertiteln oder Transkripten ergänzen
  • Informationen nicht ausschließlich durch Farbe vermitteln
  • verständliche Sprache und konsistente Navigation verwenden

Automatisierte Prüfprogramme erkennen nur einen Teil der Probleme. Tastaturtests, manuelle Prüfungen und Tests in realen Nutzungssituationen ergänzen die technische Kontrolle.

Rechtliche und organisatorische Punkte

Für geschäftsmäßige digitale Dienste in Deutschland gelten Anforderungen an Anbieterinformationen. Nach § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes müssen bestimmte Angaben leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein. Je nach Anbieter gehören dazu beispielsweise Name, Anschrift, elektronische Kontaktmöglichkeiten sowie Register-, Aufsichts- oder Berufsangaben.

Bei der Planung sollten außerdem folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Anbieterinformationen beziehungsweise Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Kontaktangaben
  • eingesetzte externe Dienste
  • Datenflüsse und Zuständigkeiten
  • Einwilligungen, sofern sie erforderlich sind
  • Abläufe für Auskunfts-, Lösch- und Widerspruchsanfragen

§ 25 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes regelt das Speichern von Informationen auf Endgeräten und den Zugriff auf bereits gespeicherte Informationen. Dafür ist grundsätzlich eine Einwilligung erforderlich, sofern keine gesetzliche Ausnahme greift. Ein Banner mit ausschließlich einer Zustimmungsmöglichkeit bietet keine gleichwertige Auswahl.

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt grundsätzlich seit dem 28. Juni 2025 für bestimmte Produkte und Dienstleistungen. Eine Website fällt nicht automatisch allein deshalb unter dieselben Pflichten, weil sie öffentlich erreichbar ist. Relevant kann sie insbesondere im Zusammenhang mit Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr sein. Ob eine konkrete Website betroffen ist, hängt unter anderem vom Geschäftsmodell, der Unternehmensgröße, der angebotenen Dienstleistung und möglichen Ausnahmen ab. Die konkrete Einordnung sollte fachlich geprüft werden.

Häufige Fehler bei Webseiten

Fehler Bessere Lösung
Die Startseite spricht nur über das Unternehmen Problem, Zielgruppe und Nutzen früh erklären
Das Menü nutzt interne Fachbegriffe geläufige Begriffe aus Sicht der Besucher verwenden
Alle Zielgruppen landen auf derselben unübersichtlichen Seite passende Einstiege und klare Inhaltsbereiche schaffen
Kontakt ist nur im Fußbereich zu finden Kontaktmöglichkeiten an passenden Stellen anbieten
Große Bilder verlangsamen den Seitenaufbau Bildgrößen, Formate und Ladeverhalten optimieren
SEO besteht nur aus wiederholten Suchbegriffen Suchintention, Inhalt, Struktur und interne Links verbinden
Barrierefreiheit wird nur automatisch geprüft Tastaturbedienung und manuelle Tests ergänzen
Inhalte haben keine verantwortliche Person Zuständigkeiten und Prüfintervalle festlegen
Die Webseite bleibt nach dem Start unverändert Inhalte, Technik, Links und Formulare regelmäßig prüfen
Die Startseite enthält jede verfügbare Information Inhalte priorisieren und auf passende Unterseiten verteilen

Checkliste vor der Veröffentlichung

Ziel und Inhalte

  • Ziel der Website ist dokumentiert
  • Zielgruppen und Nutzungssituationen sind beschrieben
  • Jede Seite beantwortet eine konkrete Frage
  • gewünschte Handlungen sind klar erkennbar
  • Texte sind fachlich geprüft und verständlich formuliert
  • Kontaktdaten, Preise und Leistungsangaben sind aktuell
  • Zuständigkeiten für die Pflege sind festgelegt

Struktur

  • Navigation verwendet verständliche Begriffe
  • wichtige Inhalte sind schnell erreichbar
  • interne Links führen sinnvoll weiter
  • Überschriften bilden eine klare Hierarchie
  • Fehlerseiten und Weiterleitungen funktionieren
  • Formulare erklären Pflichtfelder und Fehler

Technik

  • Darstellung auf Smartphone, Tablet und Desktop ist geprüft
  • sichere Datenübertragung ist eingerichtet
  • Bilder und Skripte sind angemessen optimiert
  • Ladezeiten und Core Web Vitals werden beobachtet
  • Backups, Updates und Zugriffsrechte sind geregelt
  • externe Dienste sind erfasst und technisch eingebunden

Barrierefreiheit

  • Bedienung per Tastatur funktioniert
  • Fokuszustände sind sichtbar
  • Kontraste und Schriftgrößen sind ausreichend
  • informative Bilder besitzen Alternativtexte
  • Formulare sind korrekt beschriftet
  • Videos enthalten Untertitel oder Transkripte
  • Informationen werden nicht nur durch Farbe vermittelt
  • manuelle Tests ergänzen automatische Prüfungen

Rechtliche Prüfung

  • Anbieterinformationen sind erreichbar
  • Datenschutzerklärung ist vorhanden
  • Einwilligungsprozesse sind geprüft
  • externe Dienste und Datenflüsse sind dokumentiert
  • mögliche Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes sind bewertet

Fazit

Eine Webseite erfüllt ihren Zweck, wenn Besucher schnell verstehen, worum es geht, relevante Informationen finden und die passende nächste Handlung ausführen können. Dafür braucht es ein klares Ziel, eine nachvollziehbare Navigation, nützliche Inhalte und eine funktionierende technische Grundlage.

Suchmaschinenoptimierung erhöht die Auffindbarkeit. Sie wirkt am besten, wenn sie mit einer verständlichen Seitenstruktur, guter Ladezeit, mobiler Nutzung und Barrierefreiheit verbunden ist. Wer Ziele und Zielgruppen zuerst klärt, Inhalte danach plant und die Webseite regelmäßig testet, schafft einen belastbaren Internetauftritt statt einer reinen Präsentationsfläche.