Schritt 01 / Planen und Budget

In 6 Schritten zur eigenen Website

Legen Sie zuerst fest, was Besucher auf Ihrer Website finden und tun sollen. Planen Sie danach die Inhalte, wählen Sie die passende Technik und Gestaltung, prüfen Sie die rechtlichen Pflichten und testen Sie die Website.

Zu einer Website gehören auch die Texte, die Technik und die Pflege nach der Veröffentlichung.

1. Ziel und Zielgruppe festlegen

Schreiben Sie in einem Satz auf, wozu die Website dient. Soll sie Ihr Angebot erklären, Anfragen vermitteln, Termine ermöglichen, Produkte verkaufen oder Arbeitsproben zeigen? Bestimmen Sie anschließend, für wen die Seite gedacht ist und welche Information diese Personen suchen.

Leiten Sie daraus eine konkrete nächste Handlung ab. Auf einer Website für eine Steuerberatung könnte das ein Anruf oder eine Terminanfrage sein. Ein Portfolio soll dagegen ausgewählte Arbeiten zeigen und den Kontakt erleichtern. Diese Wahl beeinflusst später die Seitenstruktur, Texte und Gestaltung.

2. Inhalte und Seiten planen

Ordnen Sie die Inhalte nach den Fragen Ihrer Besucher. Für eine einfache Unternehmensseite reichen oft eine Startseite, eine Angebotsseite, Informationen zum Unternehmen, eine Kontaktseite und die erforderlichen rechtlichen Angaben. Ein Shop oder eine Buchungsseite braucht zusätzlich einen klar geplanten Weg vom ersten Besuch bis zur Bestellung oder Anfrage.

Skizzieren Sie die Seiten zunächst auf Papier oder in einem einfachen Dokument. Schreiben Sie zu jeder Seite auf, welche Frage sie beantwortet und welche Handlung sie ermöglicht. Verwenden Sie klare Überschriften und kurze Abschnitte. Google empfiehlt Inhalte, die Menschen verständlich informieren und sich leicht überblicken lassen. Suchbegriffe können bei der Themenwahl helfen, sollten aber nicht den Text unnatürlich bestimmen.

3. Technik und Domain auswählen

Wählen Sie die technische Grundlage erst, wenn Umfang und Funktionen feststehen. Ein Baukastensystem, ein Content-Management-System, mit dem Sie Inhalte selbst pflegen, oder eine eigens entwickelte Website passen zu unterschiedlichen Anforderungen. Prüfen Sie, welche Funktionen Sie brauchen, wie Sie Inhalte später aktualisieren und wer sich um technische Änderungen kümmert.

Vergleichen Sie außerdem laufende Kosten, Erweiterungsmöglichkeiten und verfügbare Unterstützung. Bei einem einfachen Webauftritt zählen andere Anforderungen als bei einem Shop mit Bestellablauf. Legen Sie auch einen passenden Domainnamen fest und klären Sie, wer die Domain und das Hosting, also den Speicherplatz für die Website, verwaltet. Eine pauschal beste Plattform gibt es nicht; entscheidend ist, ob sie zu Ihrem Vorhaben und Ihren Pflegekenntnissen passt.

4. Gestaltung für Mobilgeräte planen

Gestalten Sie die Seiten so, dass Besucher Inhalte leicht finden und bedienen können. Eine verständliche Navigation, gut lesbare Schrift, ausreichende Kontraste und eindeutige Beschriftungen helfen dabei. Prüfen Sie die Gestaltung früh auf einem Smartphone, nicht erst nach der Fertigstellung.

Für die Indexierung, also die Aufnahme einer Website in den Suchindex, nutzt Google die mobile Version. Eine mobile Website ist zwar keine formale Voraussetzung für die Aufnahme in die Suchergebnisse, Google empfiehlt sie aber ausdrücklich. Responsives Design passt die Darstellung an unterschiedliche Bildschirmgrößen an und ist laut Google die am einfachsten umzusetzende und zu wartende Konfiguration.

Denken Sie auch an Barrierefreiheit. Dazu gehören zum Beispiel Textalternativen für wichtige Bilder und eine Bedienung, die auch mit der Tastatur funktioniert. Die WCAG des W3C enthalten dafür überprüfbare Kriterien. Welche gesetzlichen Pflichten gelten, hängt unter anderem davon ab, welche Dienstleistungen Sie anbieten. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025 für bestimmte Produkte und Dienstleistungen, darunter bestimmte digitale Angebote im Zusammenhang mit Verbraucherverträgen. Für Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sieht das Gesetz eine Ausnahme vor. Prüfen Sie den konkreten Geltungsbereich für Ihr Angebot.

Achten Sie auch auf Ladeverhalten und Seitenstabilität. Die Core Web Vitals sind Messwerte zur Nutzererfahrung. Google nennt dafür diese Richtwerte: Der größte sichtbare Inhalt soll in höchstens 2,5 Sekunden laden, die Reaktionszeit soll unter 200 Millisekunden liegen und der Wert für unerwartete Layoutverschiebungen unter 0,1. Diese Messwerte helfen, die Nutzererfahrung einzuschätzen, garantieren aber keine besseren Suchpositionen.

5. Rechtliche Pflichten prüfen

Wenn Sie einen geschäftsmäßigen digitalen Dienst anbieten, verlangt § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes bestimmte Anbieterinformationen. Dazu gehören je nach Anbieter beispielsweise Name und Anschrift sowie Angaben zur schnellen elektronischen Kontaktaufnahme. Die Anforderungen hängen von der konkreten Website ab. Eine rein private Seite ohne geschäftlichen Bezug ist anders zu beurteilen als ein geschäftliches Angebot.

Prüfen Sie außerdem, welche Daten Ihre Website verarbeitet und welche Dienste eingebunden sind. § 25 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes regelt den Zugriff auf Informationen im Endgerät. Grundsätzlich ist dafür eine Einwilligung erforderlich; das Gesetz nennt Ausnahmen, etwa für technisch unbedingt erforderliche Vorgänge. Ob ein Einwilligungshinweis nötig ist, richtet sich nach den tatsächlich eingesetzten Funktionen. Ein Cookie-Hinweis allein ersetzt keine Prüfung.

Bei Shops und Buchungen kommen weitere Anforderungen hinzu. Bei einem Online-Vertrag müssen Kunden zum Beispiel Eingabefehler vor der Bestellung erkennen und berichtigen können. Sorgen Sie außerdem dafür, dass die vorgeschriebenen Informationen rechtzeitig bereitstehen und der Bestelleingang elektronisch bestätigt wird. Verwenden Sie Rechtstexte nicht ungeprüft als austauschbare Vorlagen: Geschäftsmodell, Datenerhebung und eingesetzte Dienste bestimmen, was für Ihre Website gilt.

6. Website testen und pflegen

Testen Sie vor der Veröffentlichung die wichtigsten Wege auf Smartphone und Computer. Öffnen Sie die Navigation, folgen Sie den Links und senden Sie Formulare ab. Bei einem Shop oder einer Buchungsseite sollten Sie den gesamten Ablauf bis zum Abschluss prüfen. Achten Sie auch darauf, dass Kontaktangaben stimmen und wichtige Seiten öffentlich erreichbar sind.

Damit eine Seite in der Google-Suche gefunden werden kann, muss Googlebot, der automatische Abrufdienst von Google, sie abrufen dürfen. Der Server muss funktionieren und den Statuscode 200 zurückgeben, der eine erfolgreiche Antwort kennzeichnet. Außerdem muss die Seite Inhalte enthalten, die Google in den Suchindex aufnehmen kann. Diese Voraussetzungen garantieren keine Aufnahme in den Suchindex. Eine Sitemap, also eine Datei mit wichtigen Seitenadressen, kann Google beim Entdecken der Seiten helfen. Auch ihre Einreichung garantiert weder die Indexierung noch bessere Platzierungen.

Nach dem Start sollten Sie Texte aktuell halten und technische Funktionen regelmäßig prüfen. Die Google Search Console zeigt unter anderem, welche Seiten im Suchindex stehen und wie die Website in der Suche erscheint. Nutzen Sie diese Hinweise, um konkrete Fehler zu beheben und Inhalte bei Bedarf zu überarbeiten.