Schritt 01 / Planen und Budget

Eigene Website erstellen: Die Grundlagen für Einsteiger

Legen Sie zuerst fest, was Besucher auf Ihrer Website finden oder tun sollen. Davon hängen die Inhalte, der Seitenaufbau und die technische Umsetzung ab.

Für eine einfache Website brauchen Sie keine Programmierkenntnisse. Ein Website-Baukasten oder ein Content-Management-System (CMS), mit dem Sie Website-Inhalte erstellen und pflegen, übernimmt viele technische Aufgaben. Wenn Sie selbst programmieren, haben Sie mehr Kontrolle und lernen die Grundlagen des Webs. Entscheidend ist, wie viel Gestaltungsspielraum Sie brauchen und wie viel Zeit Sie für Lernen und Pflege einplanen.

Ziel der Website festlegen

Beantworten Sie vor dem Entwurf drei Fragen: Für wen ist die Website gedacht? Was sollen Besucher dort erfahren oder erledigen? Welche Informationen brauchen sie dafür? Ein lokaler Handwerksbetrieb möchte vielleicht Leistungen erklären und Anfragen erhalten. Ein persönliches Portfolio soll dagegen Arbeitsproben zeigen und den Kontakt erleichtern.

Legen Sie außerdem fest, woran Sie erkennen, dass die Website ihren Zweck erfüllt. Das kann eine abgeschickte Anfrage sein, ein Anruf oder der Aufruf bestimmter Informationen. Eine solche klare Hauptaufgabe hilft Ihnen, unnötige Inhalte und Funktionen wegzulassen.

Seiten übersichtlich planen

Eine kleine Website kommt oft mit wenigen Seiten aus. Für ein Unternehmen können eine Startseite, eine Seite zu Leistungen, eine Vorstellung des Betriebs und eine Kontaktseite genügen. Rechtliche Informationsseiten ergänzen Sie, wenn sie für Ihr Angebot erforderlich sind. Diese Struktur ist ein möglicher Ausgangspunkt, keine feste Vorgabe.

Skizzieren Sie die Seiten zunächst auf Papier oder in einem einfachen Dokument. Schreiben Sie unter jede Überschrift, welche Fragen die jeweilige Seite beantwortet. Auf der Leistungsseite könnte das zum Beispiel sein: Was bieten Sie an? Für wen ist das Angebot gedacht? Wie läuft eine Anfrage ab? So erkennen Sie früh, ob eine Seite fehlt oder zwei Seiten denselben Zweck erfüllen.

Die Navigation sollte Besucher direkt zu den wichtigen Inhalten führen. Verwenden Sie verständliche Menünamen wie „Leistungen“ und „Kontakt“ statt interner Begriffe, die nur Sie kennen. Halten Sie die Hauptnavigation kurz und verlinken Sie wichtige Kontaktmöglichkeiten gut sichtbar.

Gestaltung erleichtert Orientierung

Beim Webdesign legen Sie fest, wie Besucher Inhalte lesen, Seiten verstehen und Funktionen bedienen. Klare Überschriften, gut lesbare Texte und eine nachvollziehbare Navigation helfen dabei, Informationen schnell zu finden. Achten Sie darauf, dass Text und Hintergrund ausreichend Kontrast haben und Links erkennbar sind.

Prüfen Sie den Entwurf auch auf einem Smartphone. Menüs, Kontaktangaben und Schaltflächen müssen dort gut zu erreichen sein, ohne dass Besucher lange suchen oder seitlich scrollen müssen. Verwenden Sie Bilder, die zum Inhalt passen, und ergänzen Sie bei informativen Bildern einen Text, der ihren Inhalt beschreibt. So können auch Menschen, die ein Bild nicht sehen, die wesentliche Information erfassen.

Barrierearme Gestaltung verbessert die Nutzung für viele Menschen. Die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte des W3C ordnen die Anforderungen vier Prinzipien zu: Inhalte sollen wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sein. Das bedeutet im Alltag zum Beispiel, dass die Website mit der Tastatur bedienbar ist und Formulare klare Beschriftungen haben.

Baukasten, CMS oder selbst programmieren

Ein Baukastensystem eignet sich, wenn Sie eine überschaubare Website erstellen und wenig technische Wartung übernehmen möchten. Sie bearbeiten Inhalte in einer vorgegebenen Oberfläche. Welche Gestaltung und Funktionen verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Anbieter ab.

Ein Content-Management-System (CMS) dient dazu, Website-Inhalte zu erstellen und zu pflegen. Es eignet sich, wenn Sie regelmäßig Texte oder Seiten ergänzen möchten; Bedienung und Wartungsaufwand hängen vom System und seiner Einrichtung ab. Prüfen Sie vor der Entscheidung, wer Updates übernimmt und wie sich die Website später erweitern lässt.

Beim selbst programmierten Webauftritt gestalten und bauen Sie mehr selbst. HTML strukturiert Inhalte, CSS legt ihr Aussehen fest und JavaScript ermöglicht zusätzliche Interaktionen. Diese Variante eignet sich, wenn Sie Webentwicklung lernen oder technische Details selbst kontrollieren möchten. Dafür brauchen Sie mehr Zeit und müssen Änderungen eigenständig umsetzen.

Vergleichen Sie die Wege anhand Ihrer Anforderungen: Welche Funktionen brauchen Sie wirklich? Wie oft ändern sich die Inhalte? Wer kümmert sich um technische Aktualisierungen? Pauschale Aussagen zu Kosten oder Fertigstellungsdauer helfen wenig, weil Umfang, Anbieter und Pflegebedarf stark variieren.

Domain und Hosting verstehen

Die Domain ist die Webadresse, unter der Besucher Ihre Website aufrufen. Beim Hosting liegen die Website-Dateien auf einem Server, damit Besucher sie im Internet aufrufen können. Zur Website gehören die Inhalte und Funktionen, die Besucher aufrufen können. Domain und Hosting können Sie bei demselben Anbieter buchen oder getrennt verwalten.

Wählen Sie eine Adresse, die sich gut merken und eindeutig schreiben lässt. Prüfen Sie vor der Registrierung, ob sie verfügbar ist und ob sie zu Ihrem Vorhaben passt. Beachten Sie auch die Vertragsbedingungen für Gebühren, Verlängerung und Übertragung. Wenn Domain und Hosting bei verschiedenen Anbietern liegen, muss die Domain auf den Server zeigen, auf dem die Website liegt.

Website vor dem Start prüfen

Öffnen Sie jede Seite auf einem Computer und einem Smartphone. Testen Sie alle Menüpunkte, Links und Formulare. Prüfen Sie, ob eine Anfrage tatsächlich ankommt und ob Besucher erkennen, welche Angaben ein Formular verlangt. Achten Sie auch auf Rechtschreibfehler, fehlende Bilder und veraltete Kontaktangaben.

Klären Sie vor der Veröffentlichung, welche rechtlichen Informationen für Ihr Angebot nötig sind. § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes verlangt bestimmte Angaben zum Anbieter, wenn digitale Dienste geschäftsmäßig und in der Regel gegen Entgelt angeboten werden. Daraus folgt keine pauschale Aussage, dass jede private Website dieselben Angaben braucht. Welche Pflichten gelten, hängt vom Angebot und vom Anbieter ab.

Wenn Ihre Website personenbezogene Daten erhebt, etwa über ein Kontaktformular, müssen Sie die Besucher nach der Datenschutz-Grundverordnung über die Verarbeitung informieren. Auch bei Cookies und ähnlichen Zugriffen auf Endgeräte kommt es auf die eingesetzte Technik und den Zweck an. Das Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz sieht grundsätzlich eine Einwilligung vor, nennt aber Ausnahmen, etwa für technisch notwendige Zugriffe. Prüfen Sie daher, welche Dienste Ihre Website tatsächlich verwendet.

Seit dem 28. Juni 2025 gelten Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes für bestimmte Produkte und Dienstleistungen. Dazu gehören unter anderem bestimmte digitale Dienste, die über Websites oder Apps angeboten werden und mit dem Abschluss eines Verbrauchervertrags zusammenhängen. Die Pflicht gilt nicht automatisch für jede Website. Bei einem konkreten Buchungs- oder Verkaufsangebot sollten Sie prüfen lassen, ob das Gesetz greift.

Nach dem Start auffindbar bleiben

Eine veröffentlichte Website ist nicht automatisch in Suchmaschinen zu finden. Google entdeckt viele Seiten selbstständig; eine Sitemap, also eine Datei mit einer Übersicht wichtiger Seiten, kann beim Auffinden helfen, ist aber nicht für jede Website nötig. Auch gut strukturierte Inhalte garantieren nicht, dass Google eine Seite in seinen Suchindex aufnimmt. Das ist die Liste der Seiten, die Google für Suchanfragen berücksichtigt. Sie sichern auch keinen bestimmten Platz in den Suchergebnissen.

Beginnen Sie mit verständlichen Seitentiteln. Verwenden Sie aussagekräftige Überschriften und beantworten Sie mit den Inhalten die Fragen Ihrer Besucher. Beschreiben Sie auf jeder Seite klar, worum es geht. Prüfen Sie später, welche Seiten Besucher erreichen und ob die Website ihre Hauptaufgabe erfüllt. Es kann Stunden oder mehrere Monate dauern, bis sich Änderungen in den Suchergebnissen zeigen. Für eine erste Beurteilung empfiehlt Google, mehrere Wochen abzuwarten.

Halten Sie außerdem Inhalte, Kontaktdaten und technische Komponenten aktuell. Wenn sich Angebot, Öffnungszeiten oder Zuständigkeiten ändern, passen Sie die Website zeitnah an. Bei einem Baukastensystem oder CMS gehört auch die Prüfung von Updates und eingebundenen Diensten zur laufenden Pflege.