Schritt 06 / Technik, Launch und Pflege

Typische Fehler bei der Webseitenplanung vermeiden

Wenn Sie eine Website planen, klären Sie zuerst, wer sie nutzen soll und welche Aufgaben diese Personen dort erledigen sollen. Wenn Sie zuerst Farben und Vorlagen auswählen, übersehen Sie leicht, was Besucherinnen und Besucher brauchen.

Eine Webseite ist ein Dokument, das im Browser erscheint. Eine Website besteht aus mehreren verknüpften Webseiten unter einer gemeinsamen Domain. Planen Sie deshalb Inhalte, Navigation und Aufgaben der gesamten Website.

Ziele vor dem Design klären

Ein ansprechendes Layout hilft wenig, wenn Besucherinnen und Besucher ihr Anliegen nicht lösen können. Legen Sie zuerst fest, für wen die Website gedacht ist und was diese Personen dort finden oder tun sollen. Ein konkretes Ziel könnte lauten: „Besucher sollen erkennen, ob das Angebot zu ihrem Bedarf passt und wie sie Kontakt aufnehmen.“

Behandeln Sie Annahmen über die Zielgruppe als offene Fragen. Wenn Sie nicht wissen, welche Informationen Menschen vor einer Anfrage brauchen, sprechen Sie mit möglichen Nutzerinnen und Nutzern oder prüfen Sie Ihre Annahmen an einem Entwurf. So entdecken Sie eher, ob Ihre Inhalte an tatsächlichen Bedürfnissen vorbeigehen.

Seiten und Navigation gemeinsam planen

Ein häufiger Fehler ist, das Menü erst festzulegen, wenn das Design schon steht. Dann richtet sich die Navigation oft danach, wie das Unternehmen intern organisiert ist, statt danach, wonach Besucher suchen.

Erstellen Sie vor dem Entwurf eine einfache Seitenübersicht. Legen Sie für jede Seite fest, welches Anliegen sie behandelt, wie Besucher sie finden und ob derselbe Inhalt schon auf einer anderen Seite steht. Eine kleine Website braucht dafür keine komplizierte Verzeichnisstruktur. Klare Bezeichnungen wie „Leistungen“ oder „Kontakt“ helfen mehr als interne Abteilungsnamen, die Menschen außerhalb des Unternehmens nicht kennen.

Die Startseite ist dabei nur ein Teil des Auftritts. Je nach Angebot brauchen Besucher auch Informationen zu Leistungen, Öffnungszeiten, Anfahrt, Kontakt oder rechtlichen Angaben. Planen Sie nur Seiten ein, für die es einen konkreten Zweck und ausreichende Inhalte gibt.

Suchmaschinen nicht überplanen

Verständliche Seitenadressen und eine nachvollziehbare Struktur helfen Menschen und Suchmaschinen, Inhalte einzuordnen. Daraus folgt aber nicht, dass jede kleine Website tiefe Verzeichnisse oder umfangreiche technische Maßnahmen benötigt. Google hebt eine besonders durchdachte Verzeichnisstruktur vor allem für sehr große Websites mit mehreren Tausend Adressen hervor.

Planen Sie für einen kleinen Webauftritt kurze, beschreibende Seitenadressen und eine überschaubare Navigation. Gute Messwerte bedeuten nicht automatisch Geschäftserfolg: Gute Werte bei den sogenannten Core Web Vitals, die Ladezeit und andere Aspekte der Nutzungserfahrung messen, garantieren keine Spitzenposition in den Suchergebnissen. Nützliche Inhalte und eine verständliche Bedienung bleiben entscheidend.

Barrierefreiheit früh mitdenken

Wer Barrierefreiheit erst kurz vor dem Start prüft, muss unter Umständen grundlegende Teile der Website nacharbeiten. Berücksichtigen Sie deshalb von Anfang an, wie Menschen mit unterschiedlichen Geräten und Fähigkeiten Inhalte lesen und bedienen. Dazu gehören klare Texte, eine nachvollziehbare Seitenstruktur und eine Bedienung, die nicht allein auf eine Maus angewiesen ist.

Legen Sie auch fest, wer die Website regelmäßig prüft und Probleme meldet. Automatische Prüfwerkzeuge können bei der Suche nach Problemen helfen, ersetzen aber nicht die Prüfung der tatsächlichen Bedienbarkeit. In Deutschland gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz nicht pauschal für jede Website. Es erfasst bestimmte Produkte und Dienstleistungen; für Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sieht das Gesetz eine Ausnahme vor. Ob ein konkretes Angebot betroffen ist, hängt vom Einzelfall ab.

Entwürfe mit Nutzern prüfen

Eine intern verständliche Website ist nicht automatisch für Außenstehende verständlich. Testen Sie deshalb einen Entwurf oder klickbaren Prototyp, bevor Sie die gesamte Website technisch umsetzen. Geben Sie einer Testperson eine konkrete Aufgabe, etwa: „Finden Sie heraus, ob das Angebot Ihre Frage beantwortet.“ Beobachten Sie, wo sie sucht, was sie missversteht und ob sie die Aufgabe abschließen kann.

Fragen Sie nicht nur, ob das Design gefällt. An konkreten Aufgaben sehen Sie besser, ob Besucher die Menübegriffe verstehen, sich auf den Seiten zurechtfinden und auf Handlungsaufforderungen reagieren. Moderierte Tests dauern laut der britischen Behördenleitlinie GOV.UK häufig 30 bis 60 Minuten. Das ist eine Orientierung für die dort beschriebene Methode, keine feste Mindestdauer für jedes Projekt.

Rechtliche Angaben und Website-Pflege planen

Rechtliche Angaben gehören in die Planung, nicht auf die Liste der letzten Korrekturen. Für geschäftsmäßige digitale Dienste schreibt das Digitale-Dienste-Gesetz bestimmte Angaben zum Anbieter vor. Besucher müssen diese Angaben leicht erkennen und unmittelbar erreichen können. Welche Pflichten im Einzelnen gelten, hängt vom Angebot und seiner Ausgestaltung ab. Auch Formulare, Analysewerkzeuge und eingebundene Dienste sollten Sie rechtzeitig prüfen lassen, statt ihre rechtlichen Anforderungen erst nach der Veröffentlichung zu klären.

Legen Sie außerdem fest, wer Inhalte aktualisiert und technische Probleme bearbeitet. Veraltete Öffnungszeiten oder nicht mehr gültige Leistungsbeschreibungen erschweren die Orientierung. Eine klare Zuständigkeit und ein fester Anlass zur regelmäßigen Prüfung, etwa bei Änderungen am Angebot, helfen dabei, solche Angaben aktuell zu halten.

Website vor dem Start prüfen

Bevor die Website online geht, prüfen Sie, ob jede geplante Seite einen klaren Zweck hat, Besucher wichtige Inhalte über verständliche Menüpunkte finden und Sie zentrale Aufgaben mit einem Entwurf getestet haben. Prüfen Sie außerdem die Bedienbarkeit auf unterschiedlichen Geräten sowie die rechtlichen Anforderungen, die für Ihr konkretes Angebot gelten.