Wenn Sie eine Website planen, wählen Sie zwischen einem Baukasten und einer Agentur. Damit entscheiden Sie auch, wer Inhalte vorbereitet, Änderungen umsetzt und technische Fragen klärt. Mit einem Baukasten erstellen und veröffentlichen Sie die Seiten selbst. Eine Agentur plant, gestaltet und erstellt Ihre Website.
Für eine kleine Website mit wenigen Seiten und klaren Anforderungen reicht oft ein Baukasten. Wenn Sie besondere Funktionen brauchen oder Ihnen Zeit und Fachkenntnisse fehlen, hilft professionelle Unterstützung. Klären Sie vorher, was Ihre Website leisten soll und wer sie nach dem Start pflegt.
Klären Sie zuerst das Ziel
Eine Website kann informieren, neue Kundenanfragen ermöglichen oder Buchungen entgegennehmen. Sie kann auch Produkte verkaufen. Das Ziel bestimmt, welche Seiten und Funktionen Sie brauchen. Eine kleine Beratungsfirma benötigt vielleicht eine Vorstellung des Angebots, Referenzen und ein Kontaktformular. Ein Online-Shop braucht zusätzlich Produktseiten und einen verlässlichen Bestellablauf.
Legen Sie für jede wichtige Seite fest, was Besucher dort erfahren und was sie danach tun sollen. Ein konkretes Ziel wie „Termin anfragen“ hilft Ihnen, Inhalte und Gestaltung zu planen. Es erleichtert auch die Entscheidung über den technischen Umfang: Eine einfache Kontaktmöglichkeit braucht andere Funktionen als eine Buchungsfunktion oder die Verbindung zu einer Warenwirtschaft.
Planen Sie Seiten und Inhalte
Erstellen Sie vor der Werkzeugwahl eine grobe Seitenliste. Notieren Sie zu jeder Seite ihren Zweck und die Kernbotschaft. Halten Sie außerdem fest, welche Texte und Bilder benötigt werden und welche Aktion Besucher ausführen sollen. Bestimmen Sie auch, wer die Inhalte liefert und wer sie freigibt. So erkennen Sie früh, ob Ihnen Material fehlt oder eine Funktion zusätzliche Unterstützung erfordert.
Diese Vorbereitung lohnt sich bei beiden Wegen. Ein Baukasten ersetzt keine verständlichen Texte und passenden Bilder. Bei einer Agentur verkürzt eine klare Inhaltsplanung Abstimmungen und hilft, Angebote mit demselben Umfang zu vergleichen. Eine IHK-Planungshilfe empfiehlt außerdem, früh Rückmeldungen von etwa drei bis fünf Nutzern einzuholen und Tests einzuplanen. Sie können dafür zunächst prüfen lassen, ob diese Personen die wichtigsten Informationen finden und den Kontaktweg verstehen.
Baukasten oder Agentur wählen
Ein Baukasten passt, wenn Ihre Website überschaubar bleibt und Sie Inhalte selbst einpflegen möchten. Sie übernehmen dabei die Auswahl und Anpassung eines Designs sowie viele laufende Änderungen. Prüfen Sie vorab, ob das gewünschte Ergebnis mit den verfügbaren Funktionen umsetzbar ist und ob Sie Zeit für Pflege und Aktualisierungen einplanen können.
Professionelle Unterstützung ist sinnvoll, wenn Sie besondere Funktionen oder Verbindungen zu anderen Diensten brauchen. Das gilt auch für eine spezielle Seitenstruktur oder wenn niemand Zeit hat, Gestaltung und technische Umsetzung zu koordinieren. Die Agentur kann jedoch nicht alle Aufgaben ohne Ihre Mitwirkung erledigen: Texte, Bilder, fachliche Freigaben und Entscheidungen über das Angebot bleiben häufig bei Ihnen.
Sie können einzelne Aufgaben selbst übernehmen und andere vergeben. Zum Beispiel können Sie Konzeption und Gestaltung beauftragen, die Inhalte aber selbst pflegen. Oder Sie starten mit einem Baukasten und holen Unterstützung, sobald konkrete Anforderungen entstehen. Legen Sie fest, wer welche Aufgabe übernimmt.
Vergleichen Sie die Gesamtkosten
Ein Baukasten kostet in der Regel laufende Gebühren; bei einer Agentur kommen häufig einmalige Projektkosten und gegebenenfalls Kosten für spätere Betreuung hinzu. Vergleichen Sie die Preise nur, wenn beide Angebote dieselben Leistungen umfassen. Prüfen Sie deshalb, ob Texte, Bilder, individuelle Gestaltung, Grundlagen für die Suchmaschinenoptimierung, Schulung und Änderungsrunden enthalten sind. Fragen Sie außerdem, welche Kosten nach der Veröffentlichung weiterlaufen.
Auch Ihre eigene Zeit gehört in die Planung. Mit einem Baukasten richten Sie die Website ein, pflegen Inhalte und nehmen viele Anpassungen selbst vor. Bei einer Agentur besprechen Sie die Anforderungen, liefern Material und geben Ergebnisse frei. Holen Sie mehrere Angebote auf Grundlage derselben Seiten- und Funktionsliste ein, wenn Sie Leistungen vergleichen möchten. Preisübersichten nennen oft keine einheitlich definierten Projekte. Ihre Preisangaben bieten deshalb nur eine grobe Orientierung und sind keine verbindlichen Marktpreise.
Klären Sie Pflege und Anbieterwechsel
Vor dem Start sollten Sie wissen, wer die Domain verwaltet, Inhalte ändern darf und technische Fragen beantwortet. Fragen Sie außerdem, welche Daten und Inhalte Sie beim Wechsel zu einem anderen Anbieter mitnehmen können und in welchem Format Sie sie erhalten. Je nach Plattform sind Gestaltung und Funktionen an den Anbieter gebunden. Wix erklärt beispielsweise, dass seine Websites auf der eigenen Infrastruktur laufen und nicht zu einem anderen Hoster exportiert werden können. Bei WordPress.com umfasst der beschriebene Export Beiträge, Seiten und Kommentare; Design, Anpassungen und Erweiterungen sind davon ausgenommen.
Diese Beispiele gelten für die jeweiligen Produkte und nicht automatisch für jeden Baukasten oder jede WordPress-Installation. Lassen Sie sich daher konkret erklären, was mit Texten, Bildern, Formularen, Gestaltung und Kundendaten geschieht, wenn ein Vertrag endet. Regeln Sie auch, wer nach der Veröffentlichung Änderungen und Aktualisierungen übernimmt.
Prüfen Sie die Website vor dem Start
Öffnen Sie die Website auf einem Smartphone. Prüfen Sie, ob Sie die Texte gut lesen können und ob sich die Menüs bedienen lassen. Achten Sie auch darauf, dass Kontaktwege leicht zu finden sind. Google nutzt die mobile Version einer Website, um sie in den Suchindex aufzunehmen. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Besucher die Website auf dem Smartphone gut nutzen können, egal ob Sie einen Baukasten verwenden oder eine Agentur beauftragen.
Sorgen Sie außerdem für eine klare Seitenstruktur, aussagekräftige Seitentitel und hilfreiche, aktuelle Inhalte. Das erleichtert Suchmaschinen, Ihre Website zu finden, garantiert aber keine Spitzenposition in den Suchergebnissen. Prüfen Sie, ob Sie Inhalte nach dem Start selbst aktualisieren können und wer technische Pflege und Sicherheit übernimmt.
Für geschäftsmäßige digitale Dienste verlangt das Digitale-Dienste-Gesetz bestimmte Anbieterinformationen, die leicht erkennbar und erreichbar sein müssen. Welche Angaben Sie machen müssen, hängt unter anderem von Ihrer Rechtsform und Tätigkeit ab. Ob Besucher der Verwendung von Cookies und ähnlichen Technologien zustimmen müssen, hängt davon ab, wozu diese dienen und wie sie funktionieren. Für technisch unbedingt erforderliche Vorgänge gelten gesetzliche Ausnahmen. Klären Sie die konkreten Anforderungen für Ihre Website, statt eine Standardlösung ungeprüft zu übernehmen.
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025. Es erfasst unter anderem Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr. Für Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sieht das Gesetz eine Ausnahme von diesen Dienstleistungspflichten vor, wenn sie weniger als zehn Beschäftigte haben und ihr Jahresumsatz höchstens zwei Millionen Euro beträgt. Ob die Regelung auf Ihr konkretes Angebot zutrifft, sollten Sie individuell prüfen.