Eine Website sollte ein konkretes Ziel erfüllen: Ein Café braucht Reservierungen, ein B2B-Unternehmen qualifizierte Anfragen und ein Händler abgeschlossene Onlinekäufe. Ob ein Projekt erfolgreich ist, hängt davon ab, ob es dieses Ziel erreicht.
Die veröffentlichten Projekte von ARMEDANGELS, RENO und einem Motorradversandhändler zeigen, wie Planung und Technik diese Ziele unterstützen. Die Kennzahlen stammen aus Fallstudien der beteiligten Anbieter. Sie veranschaulichen mögliche Ergebnisse, sind aber keine unabhängigen Vergleiche.
Das Ziel bestimmt die Website
Legen Sie vor Design und Technik fest, was Besucherinnen und Besucher auf Ihrer Website tun sollen. Besucherinnen und Besucher sollen zum Beispiel Termine buchen, Produkte kaufen, Filialen finden oder technische Informationen abrufen. Die Industrie- und Handelskammern raten dazu, Zielgruppe und messbare Ziele früh festzulegen.
Wählen Sie anschließend eine Kennzahl, die zu dieser Aufgabe passt: Für einen Salon können Buchungen oder Anrufe aussagekräftiger sein als die Zahl der Seitenaufrufe. Bei einem Onlineshop zählen abgeschlossene Käufe und der Weg durch den Bezahlvorgang. Eine B2B-Website sollte daran gemessen werden, ob sie passende Anfragen erzeugt und an die richtige Stelle weiterleitet.
Auch interne Abläufe gehören zur Planung. Wenn Beschäftigte Inhalte selbst aktualisieren sollen, muss die Pflege im Alltag funktionieren. Wenn Bestellungen an eine Warenwirtschaft übergeben werden, muss die Website diese Verbindung unterstützen.
Vier Webseiten-Projekte und ihre Ergebnisse
ARMEDANGELS verbesserte den mobilen Kauf
Der Modeanbieter ARMEDANGELS wechselte von Shopware zu Shopify. Laut der Shopify-Fallstudie hatte der vorherige Shop viel individuellen Code und band Kapazitäten für die Fehlerbehebung. Der neue Shop setzte unter anderem auf mobile Nutzung, einen Standard-Bezahlvorgang und eine überarbeitete Seitenstruktur. Die Umsetzung dauerte nach Angaben der Fallstudie rund sieben Monate.
In den ersten drei Monaten nach dem Start stieg die mobile Conversion Rate, also der Anteil mobiler Besuche mit einem Kauf, um 18 Prozent. Die Conversion Rate im Bezahlvorgang verdoppelte sich. Wichtige Nutzerwege dauerten im Durchschnitt 23 Prozent weniger lang zu laden. Shopify berichtet außerdem, dass der Net Promoter Score, ein Maß dafür, wie wahrscheinlich Kundinnen und Kunden einen Anbieter weiterempfehlen, um fünf Prozentpunkte stieg. Die Fallstudie nennt diese Ergebnisse für das konkrete Projekt; sie belegen nicht, dass ein Plattformwechsel bei jedem Shop dieselben Folgen hat.
RENO verband Onlineshop und Filialen
Der Schuhhändler RENO führte einen neuen Onlineshop mit Shopware 6, Storyblok und Next.js ein. Der Shop ging laut Shopware innerhalb von vier Monaten live, parallel zu einem neuen Markenauftritt für mehr als 250 Filialen.
Die veröffentlichte Fallstudie nennt 77 Prozent niedrigere Kosten pro Conversion und 91 Prozent niedrigere Kosten pro Filialbesuch. Eine Händlerwebsite kann sowohl Onlinekäufe als auch Besuche vor Ort unterstützen. Die Angaben stammen von Shopware und sind keine unabhängige Wirkungsmessung.
Ein Motorradshop machte aus dem Katalog einen Vertriebskanal
Ein Motorradversandhändler ersetzte einen digitalen Katalog ohne vollwertige Kaufmöglichkeit durch einen Onlineshop, der an interne Systeme angebunden wurde. Der Anbieter der Fallstudie erklärte, dass ein vollständiger Neuaufbau nötig war, weil sich die alte Technik nicht flexibel genug erweitern ließ.
Die Fallstudie nennt 20 Millionen Euro Umsatz im ersten Jahr und eine um zehn Prozent gestiegene Conversion durch maschinell lernende Produktvorschläge. Die Zahlen sind Angaben des Projektanbieters. Der Fall zeigt, wann ein Katalog nicht mehr ausreicht: Sobald Kunden online kaufen sollen, braucht die Website einen funktionierenden Bestell- und Bezahlweg sowie passende Verbindungen zu den internen Abläufen.
Acal BFi führte Anfragen gezielter weiter
Die B2B-Website von Acal BFi bündelte laut einer Agenturübersicht Informationen für acht Spezialmärkte und zwölf Standorte. Zur Umsetzung gehörten eine Suche und eine Übersicht für Vertriebsanfragen. Anfragen wurden an zuständige Stellen weitergeleitet; außerdem wurde das Kundenmanagementsystem angebunden.
Die Agentur berichtet, dass sich die Zahl der über die Website eingehenden Leads vervierfacht hat. Ein Lead ist hier eine erfasste potenzielle Kundenanfrage. Die Übersicht erläutert die Messmethode nicht vollständig. Das Beispiel zeigt dennoch, warum eine B2B-Website mehr leisten muss als Produkte aufzulisten: Sie sollte Interessierten helfen, die passende Information zu finden, und Anfragen gezielt weitergeben.
Die passende Technik wählen
Ein Baukasten kann für ein kleines Unternehmen reichen, wenn die Website vor allem Öffnungszeiten, Leistungen, Standort und Kontaktmöglichkeiten zeigen soll. Ein Café könnte zusätzlich eine Speisekarte veröffentlichen oder Reservierungen ermöglichen. In diesem Fall zählen einfache Pflege und eine gute Darstellung auf dem Smartphone mehr als eine aufwendige Sonderentwicklung.
Ein Content-Management-System (CMS) hilft dabei, Inhalte auf vielen Seiten zu ordnen und regelmäßig zu aktualisieren. Es eignet sich, wenn mehrere Personen die Inhalte pflegen. Für den Verkauf brauchen Sie ein Shopsystem. Es muss Produkte darstellen sowie Warenkorb und Bezahlvorgang abbilden. Prüfen Sie zusätzlich, ob die Website mit der Warenwirtschaft oder Lagerverwaltung verbunden werden muss. Klären Sie auch, ob eine Verbindung zum Kundenmanagement nötig ist.
Eine individuelle Entwicklung lohnt sich, wenn sich besondere Abläufe oder Schnittstellen mit Standardlösungen nicht sinnvoll umsetzen lassen. Das Motorradshop-Beispiel zeigt einen solchen Fall. Eine Sonderlösung bringt allerdings mehr Verantwortung für Wartung und Weiterentwicklung mit sich. Entscheiden Sie daher nach den nötigen Funktionen. Berücksichtigen Sie auch die verfügbaren Ressourcen und laufenden Pflegeaufgaben, statt allein nach der gewünschten Größe des Projekts zu wählen.
Inhalte und Nutzung testen
Eine klare Navigation hilft Besucherinnen und Besuchern, die gesuchte Information zu finden. Benennen Sie Hauptbereiche verständlich. Platzieren Sie Kontaktmöglichkeiten dort, wo sie gebraucht werden. Prüfen Sie wichtige Seiten auf dem Smartphone. Die Industrie- und Handelskammer Schwaben hebt außerdem passende Inhalte und einfache Bedienbarkeit hervor.
Testen Sie vor dem Start die Abläufe, die für das Projekt entscheidend sind. Bei einem Shop gehören dazu Produktsuche, Warenkorb und Bezahlung. Bei einem B2B-Unternehmen sollte eine Anfrage am richtigen Standort oder in der zuständigen Abteilung ankommen. Bei einem lokalen Geschäft sollten Anschrift, Öffnungszeiten und Kontaktangaben leicht auffindbar sein.
Planen Sie nach dem Start Zeit für Verbesserungen ein. Die Fallstudie zum SHIFTER-Shop beschreibt eine laufende Optimierung von Produktlisten, mobilen Ansichten und Bezahlvorgang. Auch nach einem Relaunch können Sie die Website weiter verbessern. Wenn die vorhandene Technik ausreicht, sind gezielte Änderungen oft sinnvoller als ein kompletter Neubau.
Barrierefreiheit sollte schon bei der Gestaltung berücksichtigt werden. Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) des World Wide Web Consortiums beschreiben Anforderungen daran, ob Inhalte wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und technisch zuverlässig nutzbar sind. Welche gesetzlichen Pflichten für eine Website gelten, hängt vom konkreten Angebot und Unternehmen ab. Für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr sollten Sie den Anwendungsbereich des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes daher projektspezifisch prüfen.