Schritt 01 / Planen und Budget

Internetseite erstellen: Planung, Umsetzung und passende Lösung

Eine Internetseite lässt sich heute ohne Programmierkenntnisse erstellen. Für eine einfache Website reicht häufig ein Homepage-Baukasten. Ein Content-Management-System, kurz CMS, bietet mehr Freiheit bei Inhalten und Funktionen. Wer vollständige Kontrolle über Aufbau und Technik benötigt, erstellt die Seite mit HTML und CSS oder lässt sie individuell entwickeln.

Die wichtigste Entscheidung fällt jedoch vor der Softwareauswahl: Eine gute Internetseite entsteht aus einem klaren Ziel, passenden Inhalten, einer verständlichen Seitenstruktur und einer technischen Lösung, die zum Vorhaben passt. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie eine Website planen, selbst erstellen oder erstellen lassen und anschließend sinnvoll pflegen.

1. Ziel und Zweck der Internetseite festlegen

Formulieren Sie zuerst, welche Aufgabe Ihre Website erfüllen soll. Eine Seite kann informieren, Vertrauen aufbauen, Anfragen gewinnen, Produkte verkaufen oder Termine ermöglichen. Ohne ein klares Hauptziel wird die Gestaltung schnell beliebig.

Typische Ziele sind:

  • Informationen über ein Unternehmen, einen Verein oder ein Projekt bereitstellen.
  • neue Kundinnen und Kunden erreichen
  • Angebote und Leistungen erklären
  • Kontaktanfragen erhalten
  • Termine oder Reservierungen ermöglichen
  • Produkte über einen Online-Shop verkaufen
  • Bewerbungen gewinnen
  • Fachwissen in einem Blog oder Magazin veröffentlichen
  • Mitglieder, Kunden oder Mitarbeitende mit Informationen versorgen.

Formulieren Sie das Ziel in einem Satz:

Meine Internetseite ist erfolgreich, wenn Besucherinnen und Besucher …

Beispiele:

  • ein Angebot für eine Handwerksleistung anfragen,
  • einen Termin in einer Praxis buchen,
  • sich für einen Kurs anmelden,
  • ein Produkt kaufen,
  • die Öffnungszeiten und den Standort finden,
  • eine Bewerbung einreichen.

Aus diesem Hauptziel ergeben sich die wichtigen Inhalte, die Navigation und die zentrale Handlungsaufforderung. Eine Handlungsaufforderung, häufig als „Call-to-Action“ bezeichnet, fordert zum nächsten Schritt auf. Beispiele sind „Angebot anfragen“, „Termin buchen“ oder „Jetzt kaufen“.

2. Zielgruppe und Nutzungssituation verstehen

Planen Sie die Website aus Sicht der Menschen, die sie besuchen. Die Zielgruppe beschreibt dabei mehr als Alter oder Beruf. Entscheidend ist, welches Problem die Person lösen möchte und welche Information sie dafür benötigt.

Fragen Sie sich:

  • Mit welchem Anliegen besucht jemand die Website?
  • Welche Frage soll sofort beantwortet werden?
  • Kommt der Besuch über eine Suchmaschine, eine Empfehlung oder soziale Netzwerke?
  • Ruft die Person die Seite wahrscheinlich am Smartphone oder am Computer auf?
  • Sucht die Person einen schnellen Kontakt, einen Preis, eine Anleitung oder ausführliche Informationen?
  • Welche Zweifel verhindern eine Anfrage oder einen Kauf?
  • Welche Nachweise schaffen Vertrauen?

Beispiel: regionaler Handwerksbetrieb

Eine Person sucht auf dem Smartphone einen Malerbetrieb. Sie möchte wahrscheinlich schnell wissen:

  1. Welche Arbeiten der Betrieb anbietet
  2. In welcher Region er tätig ist
  3. Ob der Betrieb bereits ähnliche Projekte umgesetzt hat
  4. Wie die Kontaktaufnahme funktioniert
  5. Wie lange eine Antwort ungefähr dauert

Eine passende Website stellt diese Informationen sichtbar bereit. Sie beginnt nicht mit einer langen Unternehmensgeschichte, sondern mit dem konkreten Angebot und dem Nutzen für die Zielgruppe.

3. Umfang und Seitenstruktur planen

Beginnen Sie mit einer schlanken ersten Version. Eine kleine, gut gepflegte Website ist hilfreicher als ein umfangreicher Auftritt mit leeren oder veralteten Bereichen.

Für viele Unternehmen, Selbstständige und Vereine genügt zum Start folgende Struktur:

  • Startseite
  • Leistungen oder Angebote
  • einzelne Seiten zu wichtigen Leistungen
  • Über uns oder Über mich
  • Referenzen, Projekte oder Kundenstimmen
  • häufige Fragen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz

Je nach Zweck kommen weitere Bereiche hinzu:

  • Blog oder Magazin
  • Veranstaltungskalender
  • Karriere
  • Downloadbereich
  • Mitgliederbereich
  • Online-Shop
  • Terminbuchung
  • Inhalte in mehreren Sprachen
  • Kundenportal

Beispiel für einen Seitenbaum

Eine klare Seitenstruktur könnte so aussehen:

  • Startseite
    • Leistungen
      • Innenanstriche
      • Fassadenarbeiten
      • Renovierung
    • Referenzen
    • Informationen über den Betrieb
    • Häufige Fragen
    • Kontakt
    • Impressum
    • Datenschutz

Der Seitenbaum zeigt, welche Seiten zusammengehören. Er erleichtert die Navigation und verhindert, dass wichtige Inhalte nur über viele Klicks erreichbar sind.

Verständliche Navigation

Verwenden Sie Begriffe, die Besucherinnen und Besucher verstehen. „Leistungen“ ist für viele Angebote klarer als eine kreative Bezeichnung wie „Unsere Lösungen“. „Kontakt“ funktioniert besser als ein allgemeiner Begriff wie „Starten Sie durch“.

Jede wichtige Seite sollte eine nächste Handlung anbieten. Eine Leistungsseite kann auf die Kontaktseite, ein Referenzprojekt oder eine Terminbuchung verweisen. Diese internen Verbindungen helfen Menschen bei der Orientierung und erleichtern Suchmaschinen das Verständnis der Website.

4. Inhalte vor dem Design vorbereiten

Texte und Bilder bestimmen, welche Seiten Sie wirklich brauchen. Entwickeln Sie die Inhalte deshalb vor oder parallel zur Gestaltung.

Für jede Seite können Sie ein kurzes Inhaltsbriefing erstellen:

Element Frage
Seitenthema Worum geht es auf dieser Seite?
Zielgruppe Für wen ist die Information gedacht?
Nutzerfrage Welche Frage soll beantwortet werden?
Nutzen Was nimmt die Person aus der Seite mit?
Belege Welche Beispiele oder Nachweise schaffen Vertrauen?
Nächster Schritt Was soll nach dem Lesen passieren?

Beispiel für eine Leistungsbeschreibung

Unklar:

Wir bieten individuelle Lösungen für Ihre Anforderungen.

Konkreter:

Wir planen und montieren Photovoltaikanlagen für Einfamilienhäuser im Raum Köln. Nach einer Vor-Ort-Beratung erhalten Sie eine Ertragsberechnung und ein Angebot.

Die zweite Formulierung nennt die Leistung, die Zielgruppe, die Region und den Ablauf. Besucherinnen und Besucher können schneller beurteilen, ob das Angebot zu ihnen passt.

Inhalte, die Vertrauen schaffen

Eine Website wirkt glaubwürdiger, wenn sie konkrete Informationen enthält:

  • nachvollziehbare Leistungsbeschreibungen
  • echte Ansprechpartner
  • Projektbeispiele
  • Referenzen
  • Qualifikationen und Zertifikate
  • transparente Abläufe
  • erreichbare Kontaktmöglichkeiten
  • aktuelle Fotos
  • Angaben zu Einsatzgebiet, Lieferzeit oder Bearbeitungsdauer
  • Antworten auf häufige Fragen

Vermeiden Sie austauschbare Werbeformulierungen, die keinen konkreten Nutzen nennen. Aussagen wie „höchste Qualität“ oder „maßgeschneiderte Lösungen“ brauchen Belege und Beispiele.

5. Welche technische Lösung passt?

Die vier wichtigsten Wege unterscheiden sich bei Bedienung, Anpassbarkeit und Wartung:

  1. Homepage-Baukasten
  2. Content-Management-System
  3. WYSIWYG-Editor
  4. individuelle Entwicklung mit HTML, CSS sowie weiteren Technologien

Homepage-Baukasten

Ein Homepage-Baukasten stellt eine Bedienoberfläche bereit, mit der Sie Vorlagen auswählen, Texte einfügen und Seiten direkt veröffentlichen. Hosting, Speicherplatz und technische Veröffentlichung sind häufig Bestandteil des Angebots.

Geeignet für:

  • kleine Unternehmenswebsites
  • private Internetseiten
  • Vereinsauftritte
  • einfache Landingpages
  • Personen ohne technische Vorkenntnisse
  • eine schnelle erste Website

Vorteile:

  • einfacher Einstieg
  • fertige Designvorlagen
  • Hosting häufig integriert
  • Dateien müssen nicht manuell übertragen werden
  • grundlegende Funktionen wie Kontaktformulare verfügbar
  • schnelle Veröffentlichung

Nachteile:

  • eingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten
  • Abhängigkeit vom Anbieter
  • Funktionen bleiben auf das jeweilige Angebot beschränkt
  • mögliche Begrenzungen bei Speicherplatz und Erweiterungen
  • Wechsel zu einem anderen Anbieter oft aufwendig
  • Vorlagen können zu einem ähnlichen Erscheinungsbild wie andere Websites führen

Ein Baukasten passt, wenn Sie eine überschaubare Website mit wenigen Sonderfunktionen benötigen. Prüfen Sie vor der Auswahl, ob eine eigene Domain, Backups, Formulare, Mehrsprachigkeit und die gewünschten Schnittstellen unterstützt werden.

Content-Management-System

Ein Content-Management-System verwaltet Inhalte über einen Administrationsbereich. Dort erstellen und bearbeiten Sie Seiten, Beiträge, Bilder und Menüs. Das sichtbare Ergebnis wird als Frontend bezeichnet. Das Backend ist der geschützte Bereich, in dem Sie Inhalte und Einstellungen verwalten.

Ein CMS bietet meist Themes oder Vorlagen. Ein Theme legt das allgemeine Erscheinungsbild fest. Einzelne Templates bestimmen, wie verschiedene Seitentypen wie Startseite, Blogbeitrag oder Produktseite aufgebaut sind.

Geeignet für:

  • wachsende Unternehmenswebsites
  • Blogs und Magazine
  • viele Unterseiten
  • mehrere Personen übernehmen redaktionelle Aufgaben
  • individuelle Erweiterungen
  • Websites, die regelmäßig aktualisiert werden

Vorteile:

  • flexible Inhaltsverwaltung
  • viele Vorlagen und Erweiterungen zur Auswahl
  • Benutzerrollen für unterschiedliche Zugriffsrechte
  • gute Grundlage für Blogs und umfangreiche Websites
  • Erweiterbarkeit für Formulare, Shops oder Mitgliederbereiche

Nachteile:

  • Einarbeitung erforderlich
  • regelmäßige Updates notwendig
  • Erweiterungen können technische Konflikte verursachen
  • Sicherheit und Backups müssen organisiert werden
  • Hosting und Datenbank sind je nach Variante zusätzlich einzurichten

Bekannte CMS sind WordPress, Joomla, Drupal, TYPO3 und Ghost. WordPress eignet sich durch die einfache Bedienung besonders für Blogs und kleinere bis mittlere Websites. Joomla bietet eine flexible Struktur, erfordert aber etwas Einarbeitung. Drupal und TYPO3 richten sich eher an Projekte mit höheren technischen oder organisatorischen Anforderungen. Ghost konzentriert sich auf die Veröffentlichung von Inhalten und ist entsprechend schlanker aufgebaut.

WYSIWYG-Editor

WYSIWYG steht für „What You See Is What You Get“. Ein solcher Editor zeigt das Dokument während der Bearbeitung ähnlich an, wie es später im Browser erscheint. Sie formatieren Texte über Menüs und Schaltflächen, fügen Bilder ein und erstellen Links, Tabellen oder Listen.

Der Editor erzeugt daraus HTML und teilweise CSS. HTML beschreibt die Struktur einer Seite. CSS legt unter anderem Farben, Schriften, Abstände und die Anordnung der Elemente fest.

Geeignet für:

  • statische Websites
  • einfache private oder berufliche Auftritte
  • Lernprojekte
  • Personen, die Dateien selbst verwalten möchten
  • Websites mit seltenen Änderungen

Vorteile:

  • visuelle Bearbeitung
  • direkter Einblick in das Ergebnis
  • teilweise Bearbeitung des Quellcodes
  • lokales Arbeiten ohne zwingende Online-Verbindung
  • geeignet, um HTML und CSS praktisch zu lernen

Nachteile:

  • Dateien müssen danach auf den Webserver übertragen werden
  • Änderungen an vielen Seiten verursachen zusätzlichen Aufwand
  • dynamische Inhalte sind eingeschränkt
  • automatisch erzeugter Quellcode kann unnötig umfangreich sein
  • Blogs, Shops und Mitgliederbereiche lassen sich nur schwer umsetzen

Professionelle Editoren wie Adobe Dreamweaver richten sich an Personen mit Webdesign- und Programmierkenntnissen. Kostenlose oder einfachere Programme eignen sich zum Lernen und für kleine Projekte, werden aber nicht immer aktuell weiterentwickelt. Prüfen Sie deshalb vor der Nutzung, ob die Software moderne Webstandards und das gewünschte Betriebssystem unterstützt.

HTML und CSS selbst schreiben

HTML und CSS bilden die Grundlage jeder Website. HTML beschreibt, welche Elemente vorhanden sind, etwa Überschriften, Absätze, Bilder, Listen und Links. CSS beschreibt, wie diese Elemente aussehen und angeordnet werden.

Für zusätzliche Funktionen kommen weitere Technologien hinzu:

  • JavaScript für interaktive Elemente
  • PHP oder andere Programmiersprachen für serverseitige Funktionen
  • Datenbanken für gespeicherte Inhalte
  • Schnittstellen zu externen Diensten

Vorteile:

  • vollständige Kontrolle über Struktur und Gestaltung
  • keine Abhängigkeit von vorgegebenen Vorlagen
  • sehr schlanker, gezielt optimierter Quellcode ist möglich
  • individuelle Funktionen umsetzbar

Nachteile:

  • hoher Zeitaufwand
  • Lernaufwand für Einsteiger
  • Fehler müssen selbst gefunden werden
  • Die betreibende Person übernimmt Pflege und Weiterentwicklung vollständig
  • komplexe Funktionen erfordern zusätzliche Kenntnisse

HTML und CSS zu lernen lohnt sich auch dann, wenn Sie ein CMS oder einen Baukasten verwenden. Grundkenntnisse helfen bei der Beurteilung von Vorlagen, bei kleinen Anpassungen und bei der Fehlersuche.

6. Entscheidungshilfe für die passende Lösung

Anforderung Baukasten CMS WYSIWYG-Editor Individuelle Entwicklung
Kleine Website sehr gut geeignet gut geeignet gut geeignet häufig zu umfangreich
Häufige Inhaltsänderungen gut geeignet sehr gut geeignet eher umständlich gut geeignet
Blog oder Magazin je nach Anbieter sehr gut geeignet wenig geeignet sehr gut geeignet
Online-Shop je nach Anbieter gut geeignet wenig geeignet sehr gut geeignet
Individuelle Funktionen begrenzt gut erweiterbar begrenzt sehr gut geeignet
Keine technischen Vorkenntnisse sehr gut geeignet geeignet nach Einarbeitung gut geeignet Unterstützung erforderlich
Vollständige technische Kontrolle gering hoch hoch sehr hoch
Selbstständige Wartung einfach, aber anbieterabhängig erforderlich vollständig erforderlich abhängig von der Umsetzung

Als Faustregel gilt:

  • Wählen Sie einen Baukasten, wenn Sie einen kleinen, schnellen und überschaubaren Auftritt planen.
  • Wählen Sie ein CMS für regelmäßig gepflegte und wachsende Inhalte.
  • Nutzen Sie einen WYSIWYG-Editor für statische Websites und Lernprojekte.
  • Bei komplexen Funktionen oder besonderen Anforderungen beauftragen Sie eine individuelle Entwicklung.

7. Internetseite selbst erstellen oder erstellen lassen?

Selbst erstellen

Eigenleistung passt, wenn:

  • die Website wenige Seiten benötigt,
  • Sie ausreichend Zeit für Planung und Pflege haben,
  • keine ungewöhnlichen Funktionen erforderlich sind,
  • Sie Texte und Bilder selbst erstellen können,
  • Sie technische Grundlagen lernen möchten.

Planen Sie trotzdem Zeit für Einrichtung, mobile Darstellung, Backups, Updates und Tests ein. Die Erstellung endet nicht mit der Veröffentlichung.

Erstellen lassen

Professionelle Unterstützung ist sinnvoll, wenn:

  • die Website als wichtiger Vertriebskanal dient,
  • mehrere Zielgruppen angesprochen werden,
  • ein Online-Shop oder Buchungssystem erforderlich ist,
  • die Seite mehrsprachig oder besonders umfangreich wird,
  • individuelle Schnittstellen benötigt werden,
  • interne Ressourcen für Pflege und Technik fehlen.

Bereiten Sie vor einer Beauftragung ein klares Briefing vor. Es sollte Zielgruppe, Hauptziel, Seitenumfang, Funktionen, vorhandene Inhalte, gewünschte Termine und Zuständigkeiten enthalten.

Vergleichen Sie Angebote anhand konkreter Leistungen:

  • Konzeption
  • Seitenstruktur
  • Text- und Bildproduktion
  • Gestaltung
  • technische Umsetzung
  • Anpassung für mobile Geräte
  • Formulare und Schnittstellen
  • Tests
  • Schulung
  • Hosting
  • Wartung
  • Weiterentwicklung

Pauschale Aussagen wie „professionell“, „optimiert“ oder „für Google geeignet“ sagen wenig aus. Entscheidend ist, welche Arbeit tatsächlich enthalten ist.

8. Mobile Darstellung und technische Qualität

Eine Website sollte von Anfang an für Smartphones geplant werden. Navigation, Formulare, Schriftgrößen und Schaltflächen müssen auch auf kleinen Bildschirmen funktionieren.

Prüfen Sie insbesondere:

  • Ist das Menü mit dem Finger einfach bedienbar?
  • Sind Telefonnummern und E-Mail-Adressen anklickbar?
  • Können Formulare ausgefüllt werden, ohne lange zu zoomen?
  • Bleiben wichtige Informationen auf kleinen Bildschirmen sichtbar?
  • Sind Schrift und Kontraste gut lesbar?
  • Laden Bilder schnell?
  • Verschieben sich Inhalte während des Ladens?
  • Funktioniert die Seite in mehreren aktuellen Browsern?

Ladezeit und Core Web Vitals

Google verwendet drei sogenannte Core Web Vitals als technische Messgrößen für wichtige Aspekte der Nutzung:

  • LCP: Wie schnell erscheint der wichtigste sichtbare Inhalt?
  • INP: Wie schnell reagiert die Seite auf eine Eingabe?
  • CLS: Wie stabil bleibt die Anordnung während des Ladens?

Als gute Zielwerte gelten höchstens 2,5 Sekunden für LCP, höchstens 200 Millisekunden für INP und höchstens 0,1 für CLS. Die Bewertung bezieht sich auf das 75. Perzentil realer Seitenaufrufe.

Für eine gute technische Grundlage helfen:

  • komprimierte Bilder
  • passende Bildformate
  • wenige unnötige Erweiterungen
  • sparsam verwendete Schriftarten
  • begrenzte Animationen
  • aktuelle Software
  • sauber eingerichtetes Hosting
  • Tests mit echten Mobilgeräten

Diese Werte sind Zielgrößen für die technische Qualität. Sie garantieren weder eine bestimmte Platzierung in Suchmaschinen noch automatisch eine gute Nutzererfahrung.

9. Suchmaschinenoptimierung von Anfang an einplanen

Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, beginnt mit der Struktur und den Inhalten. Eine Website wird nicht allein durch häufige Wiederholungen eines Suchbegriffs sichtbar. Sie sollte die Fragen der Zielgruppe verständlich und vollständig beantworten.

Wichtige Grundlagen

  1. Suchfragen erfassen
    Sammeln Sie Begriffe, Fragen und Probleme, die Ihre Zielgruppe tatsächlich verwendet.

  2. Hauptthemen auf eigene Seiten verteilen
    Eine eigene Seite ist sinnvoll, wenn sie ein eigenständiges Bedürfnis vollständig beantwortet.

  3. Aussagekräftige Seitentitel verwenden
    Der Titel sollte das Thema der Seite klar benennen.

  4. Überschriften logisch ordnen
    Jede Seite braucht eine erkennbare Hauptüberschrift und eine nachvollziehbare Unterteilung.

  5. Verständliche Adressen wählen
    Eine Adresse wie /leistungen/fassadenarbeiten/ ist leichter einzuordnen als eine Folge zufälliger Zeichen.

  6. Seiten intern verknüpfen
    Verweisen Sie von passenden Leistungsseiten auf Referenzen, häufige Fragen und Kontaktmöglichkeiten.

  7. Bilder beschreiben und verkleinern
    Verwenden Sie passende Dateinamen, sinnvolle Alternativtexte und angemessene Dateigrößen.

  8. Inhalte aktuell halten
    Öffnungszeiten, Ansprechpartner, Preise, Leistungen und Termine müssen regelmäßig geprüft werden.

SEO sollte die Orientierung verbessern. Keyword-Stuffing, austauschbare Ratgebertexte und künstliche Wiederholungen verschlechtern die Lesbarkeit und helfen Besucherinnen und Besuchern nicht weiter.

10. Impressum, Datenschutz, Cookies und Barrierefreiheit

Die konkreten Anforderungen hängen vom Betreiber, Geschäftsmodell, Standort, Angebot und den eingesetzten Diensten ab. Eine einfache Informationsseite ist anders zu bewerten als ein Online-Shop, eine Terminbuchung oder ein Portal mit Nutzerkonten.

Impressum

Für geschäftsmäßige Internetangebote ist eine Anbieterkennzeichnung zu prüfen. Sie sollte leicht auffindbar und von jeder Seite aus erreichbar sein. Welche Angaben erforderlich sind, hängt unter anderem von der Rechtsform und dem Zweck des Angebots ab.

Datenschutz

Die Datenschutzinformationen müssen zu den tatsächlich eingesetzten Funktionen passen. Berücksichtigen Sie unter anderem:

  • Kontaktformulare
  • Newsletter
  • Werkzeuge zur Analyse
  • eingebettete Videos
  • Karten
  • externe Schriftbibliotheken
  • Zahlungsdienste
  • Terminbuchungen
  • Nutzerkonten
  • Server- und Zugriffsdaten

Kopieren Sie keine Texte von anderen Websites. Prüfen Sie, welche Dienste Ihre Website tatsächlich verwendet, und lassen Sie besondere Konstellationen fachlich beurteilen.

Cookies und vergleichbare Technologien

Nicht jede gespeicherte Information wird gleich behandelt. Für bestimmte Zugriffe auf das Endgerät ist eine Einwilligung erforderlich. Eine Ausnahme gilt unter anderem für technisch notwendige Funktionen, die für die Übertragung einer Nachricht oder einen ausdrücklich gewünschten Dienst erforderlich sind.

Ein Banner allein löst diese Aufgabe nicht. Entscheidend sind:

  • die eingebundenen Dienste
  • der Zeitpunkt der Datenübertragung
  • die bereitgestellten Informationen
  • die Gestaltung der Einwilligung
  • die Möglichkeit zum Widerruf
  • die technische Dokumentation

Barrierearme Gestaltung

Barrierearme Websites lassen sich von mehr Menschen bedienen. Achten Sie auf:

  • ausreichende Farbkontraste
  • sichtbaren Tastaturfokus
  • verständliche Überschriften
  • aussagekräftige Linktexte
  • Alternativtexte für informative Bilder
  • beschriftete Formularfelder
  • verständliche Fehlermeldungen
  • Untertitel oder Textalternativen für Videos
  • Bedienbarkeit ohne Maus
  • Informationen, die nicht allein durch Farbe vermittelt werden

Für öffentliche Stellen gelten besondere Anforderungen. Für bestimmte digitale Dienstleistungen privater Anbieter gelten seit dem 28. Juni 2025 zusätzliche gesetzliche Vorgaben. Dazu können Bereiche des elektronischen Geschäftsverkehrs gehören. Ob ein konkretes Angebot betroffen ist, hängt von seinen Eigenschaften ab. Der internationale Standard WCAG 2.2 bietet eine aktuelle technische Orientierung, ersetzt aber keine Prüfung der jeweils geltenden Vorschriften.

11. Drei praktische Beispiele

Kleine Website für einen Malerbetrieb

Ziel: Mehr qualifizierte Anfragen erhalten.

Struktur:

  • Startseite: Leistung und Einsatzgebiet
  • Innenanstriche
  • Fassadenarbeiten
  • Renovierung
  • Referenzen
  • Über den Betrieb
  • Kontakt
  • Impressum und Datenschutz

Zentrale Handlungsaufforderung: „Besichtigung anfragen“

Für dieses Vorhaben reicht häufig ein Baukasten oder ein überschaubares CMS. Einzelne Leistungsseiten helfen, verschiedene Fragen gezielt zu beantworten.

Website für eine Unternehmensberaterin

Ziel: Erstgespräche buchen.

Sinnvolle Inhalte:

  • Zielgruppe: typische Probleme
  • Beratungsleistungen
  • Ablauf des Erstgesprächs
  • Fallbeispiel
  • Qualifikationen
  • häufige Fragen
  • Terminbuchung
  • Kontakt

Zentrale Handlungsaufforderung: „Erstgespräch buchen“

Hier ist ein CMS sinnvoll, wenn regelmäßig Fachartikel erscheinen. Für eine statische Website mit wenigen Änderungen reicht auch ein Baukasten.

Kleiner Online-Shop

Ziel: Produkte verkaufen.

Zusätzliche Anforderungen:

  • Produktkategorien
  • Produktdetailseiten
  • Warenkorb
  • Bestellprozess
  • Zahlungsabwicklung
  • Versandinformationen
  • Rückgabeinformationen
  • Kundenservice
  • Bestellbestätigungen
  • Bestände und Produktdaten pflegen
  • Prüfung der Anforderungen an die Barrierefreiheit

Ein Online-Shop braucht mehr Planung als eine reine Informationsseite. Neben Design und Technik müssen auch Abläufe, Sicherheit, rechtliche Anforderungen und die Pflege der Produktdaten berücksichtigt werden.

12. Was kostet eine Internetseite?

Eine allgemeingültige Zahl lässt sich nicht seriös nennen. Die Kosten hängen unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Konzeption und Seitenplanung
  • Anzahl der Seiten und Seitentypen
  • Gestaltung
  • Texte
  • Fotos und Videos
  • technische Umsetzung
  • Hosting und Domain
  • Online-Shop oder Buchungssystem
  • Schnittstellen
  • Mehrsprachigkeit
  • Barrierefreiheit
  • Suchmaschinenoptimierung
  • Wartung und Support
  • laufende Aktualisierung

Ein Baukasten bündelt mehrere Leistungen, während ein selbst verwaltetes CMS zusätzliche Aufgaben für Hosting, Updates und Sicherheit mit sich bringt. Bei einer individuellen Entwicklung entstehen Kosten für Planung, Programmierung, Tests und spätere Weiterentwicklung.

Vergleichen Sie deshalb nicht nur den einmaligen Erstellungsaufwand. Fragen Sie auch, welche laufenden Aufgaben anfallen und wer sie übernimmt.

13. Checkliste vor der Veröffentlichung

Inhalte

  • Sind alle wichtigen Leistungen oder Produkte beschrieben?
  • Sind Texte verständlich und frei von Platzhaltern?
  • Sind Ansprechpartner, Öffnungszeiten und Kontaktdaten aktuell?
  • Sind Bilder rechtmäßig nutzbar und sinnvoll beschriftet?
  • Hat jede wichtige Seite eine passende nächste Handlung?

Struktur

  • Ist die Navigation verständlich?
  • Sind wichtige Seiten mit wenigen Klicks erreichbar?
  • Funktionieren interne Links?
  • Sind die Seitenadressen klar und dauerhaft angelegt?
  • Gibt es keine leeren oder doppelten Bereiche?

Technik

  • Läuft die Website auf Smartphone, Tablet und Computer?
  • Sind Formulare funktionsfähig?
  • Werden Fehlermeldungen verständlich angezeigt?
  • Lädt die Seite auch bei langsamer Verbindung ausreichend schnell?
  • Sind Backups eingerichtet?
  • Sind Software, Erweiterungen und Zugangsdaten organisiert?
  • Ist die Website mit aktuellen Browsern getestet?

Recht und Zugänglichkeit

  • Ist das Impressum leicht erreichbar?
  • Passen die Datenschutzinformationen zu den eingesetzten Diensten?
  • Sind Cookies und externe Dienste geprüft?
  • Ist ein möglicher Anwendungsbereich gesetzlicher Anforderungen an Barrierefreiheit geklärt?
  • Lassen sich Navigation und Formulare mit der Tastatur bedienen?
  • Sind Kontraste, Überschriften und Alternativtexte geprüft?

14. Website nach dem Start pflegen

Mit der Veröffentlichung beginnt der laufende Betrieb. Prüfen Sie regelmäßig:

  • Funktionieren alle Formulare und Links?
  • Sind Inhalte, Termine und Kontaktdaten noch aktuell?
  • Welche Fragen stellen Besucherinnen und Besucher?
  • Welche Seiten werden häufig aufgerufen?
  • Wo brechen Menschen Kontakt- oder Bestellvorgänge ab?
  • Werden wichtige Seiten auf Smartphones gut genutzt?
  • Gibt es technische Fehler oder langsame Inhalte?
  • Sind Updates und Backups erfolgt?

Ergänzen Sie neue Inhalte dort, wo ein konkreter Bedarf besteht. Häufige Kundenfragen können eine eigene FAQ-Seite oder einen verständlichen Ratgeberartikel ergeben. Veraltete Seiten sollten überarbeitet, zusammengeführt oder entfernt werden.

Häufige Fragen zum Erstellen einer Internetseite

Kann ich eine Internetseite selbst erstellen?

Ja. Für einfache Websites genügt häufig ein Homepage-Baukasten. Ein CMS eignet sich für umfangreichere Inhalte. HTML und CSS bieten maximale Kontrolle, verlangen aber mehr Zeit und technische Kenntnisse.

Was brauche ich für eine Website?

Sie benötigen ein Ziel, Inhalte, Bilder oder andere Medien, eine Domain, Speicherplatz und eine technische Lösung. Je nach Website kommen Formulare, Terminbuchung, Shopfunktionen oder externe Dienste hinzu.

Was ist der Unterschied zwischen Homepage und Website?

„Homepage“ bezeichnet ursprünglich die Startseite eines Internetauftritts. Im Alltag wird der Begriff häufig für die gesamte Website verwendet. „Website“ meint den kompletten Auftritt mit Startseite, Unterseiten und Funktionen.

Welche Seiten braucht eine Unternehmenswebsite?

Viele Unternehmen starten mit Startseite, Leistungen, Über uns, Referenzen, Kontakt, Impressum und Datenschutz. Weitere Seiten sind sinnvoll, wenn sie ein konkretes Nutzerbedürfnis oder Geschäftsziel erfüllen.

Muss eine Website mobil optimiert sein?

Ja. Besucherinnen und Besucher rufen Websites mit unterschiedlichen Geräten auf. Navigation, Texte, Bilder und Formulare sollten deshalb auf kleinen Bildschirmen genauso verständlich und bedienbar sein.

Brauche ich ein CMS?

Ein CMS lohnt sich besonders bei regelmäßig aktualisierten oder umfangreichen Inhalten. Für eine kleine, selten geänderte Website kann ein Baukasten oder eine statische Lösung einfacher sein.

Wie wird eine Website bei Google gefunden?

Suchmaschinen müssen die Inhalte technisch erreichen und inhaltlich verstehen können. Klare Seiten, hilfreiche Texte, verständliche Überschriften, passende Suchfragen, interne Links und eine gute mobile Darstellung schaffen dafür eine Grundlage. Eine bestimmte Platzierung lässt sich nicht garantieren.

Wie lange dauert die Erstellung?

Die Dauer hängt von Umfang, Inhalt, Abstimmungen und Funktionen ab. Eine kleine Website ist schneller fertig als ein Online-Shop, ein mehrsprachiger Auftritt oder ein Portal mit individuellen Funktionen. Die Vorbereitung von Texten und Bildern beeinflusst den Zeitplan erheblich.

Fazit: Erst planen, dann das Werkzeug auswählen

Die Wahl richtet sich nach Ziel, Umfang und eigenen Kenntnissen. Ein Homepage-Baukasten bietet einen einfachen Einstieg. Ein CMS passt zu wachsenden und regelmäßig gepflegten Websites. Ein WYSIWYG-Editor eignet sich für statische Seiten und zum Lernen. HTML und CSS bieten die größte Freiheit, erfordern aber mehr Zeit. Für Shops, Buchungen, Portale und individuelle Schnittstellen kommt eine professionelle oder maßgeschneiderte Umsetzung infrage.

Beginnen Sie mit Zielgruppe, Hauptziel, Seitenstruktur und Inhalten. Prüfen Sie anschließend Technik, mobile Darstellung, Suchmaschinen-Grundlagen, rechtliche Anforderungen und Barrierearmut. So wählen Sie nicht nur ein Werkzeug aus, sondern schaffen eine Internetseite, die Besucherinnen und Besucher tatsächlich zu ihrem nächsten Schritt führt.