Schritt 01 / Planen und Budget

Vertrauen auf der eigenen Website aufbauen

Wer einen unbekannten Anbieter prüft, will wissen, wer hinter dem Angebot steckt, ob sich Aussagen überprüfen lassen und was nach der Anfrage geschieht. Eine Website schafft Vertrauen, wenn sie diese Fragen klar beantwortet und passende Belege direkt zeigt.

Referenzen, klare Kontaktangaben, passende Fotos, überprüfbare Nachweise und verständliche Abläufe helfen Besuchern, sich auf der Startseite zurechtzufinden. Unterseiten erklären einzelne Leistungen und Entscheidungen genauer.

Was Vertrauen sichtbar macht

Besucher fassen Vertrauen, wenn sie erkennen, wer das Angebot macht, nützliche Informationen finden und wichtige Aussagen prüfen können. Die Stanford-Leitlinien zur Glaubwürdigkeit von Websites empfehlen unter anderem klare Kontaktangaben, nachvollziehbare Quellen, sichtbare Fachkenntnis und eine zweckmäßige Gestaltung. Untersuchungen der Nielsen Norman Group zeigen ebenfalls, dass Menschen auf Unternehmensseiten nach Informationen über Leitung, Standort, Arbeitsweise und Kontaktmöglichkeiten suchen.

Ein Logo oder ein positiver Satz allein belegt wenig. Mehr sagt ein Nachweis aus, der die Behauptung erklärt und sich überprüfen lässt. Eine Referenz gewinnt etwa an Wert, wenn sie den Auftrag, die erbrachte Leistung und ein belegbares Ergebnis beschreibt. Es gibt dafür keinen festen Bauplan: Die Forschung betrachtet unterschiedliche Branchen und Arten von Websites. Wahrgenommenes Vertrauen belegt außerdem nicht automatisch mehr Käufe oder langfristige Zufriedenheit.

Startseiten geben Orientierung

Besucher sollten auf der Startseite schnell verstehen, was Sie anbieten, für wen es gedacht ist und was sie als Nächstes tun können. Zeigen Sie dazu einige passende Belege, etwa eine Referenz, eine relevante Qualifikation oder einen gut sichtbaren Kontaktweg. Jeder Beleg sollte eine konkrete Aussage bestätigen.

Ein Kundenlogo allein zeigt nicht, was Sie für diesen Kunden getan haben. Verlinken Sie das Logo, wenn möglich, auf ein Fallbeispiel, oder nennen Sie kurz, um welche Art von Projekt es ging. Zeigen Sie außerdem, was nach einer Kontaktaufnahme passiert. Ein Satz wie „Beschreiben Sie Ihr Anliegen über das Formular; die zuständige Ansprechperson meldet sich anschließend bei Ihnen“ ist hilfreicher als eine Schaltfläche ohne weiteren Kontext.

Unterseiten beantworten konkrete Fragen

Unterseiten sollten die Belege und Informationen enthalten, die Besucher für die jeweilige Entscheidung brauchen. Für Leistungsseiten sind etwa Vorgehen, Voraussetzungen und Zuständigkeit wichtig. Eine Teamseite sollte Namen, Rollen und relevante Erfahrung nennen. Eine Fallstudie sollte zeigen, welche Leistung Sie erbracht haben und welches Ergebnis sie brachte.

Bereich Auf der Startseite Auf passenden Unterseiten
Referenzen Wenige passende Projekte oder Kunden zeigen und zu Details führen Auftrag, Vorgehen und belegbare Ergebnisse erläutern
Ansprechpartner Einen leicht auffindbaren Kontaktweg anbieten Zuständigkeiten, Namen und relevante Erfahrung nennen
Fotos Ein zum tatsächlichen Angebot passendes Bild wählen Personen oder Produkte zeigen, wenn die Seite genau diese vermitteln soll
Nachweise Die wichtigsten Belege für zentrale Aussagen hervorheben Qualifikationen, Quellen oder Zertifikate direkt erklären
Abläufe Das Angebot und den nächsten Schritt knapp beschreiben Schritte, Voraussetzungen, Zuständigkeiten und mögliche Kosten erläutern

Eine eigene Kontaktseite ergänzt die Kontaktangaben im Kopf- oder Fußbereich. So finden Besucher Ihre Kontaktdaten, ohne zuerst zur Startseite wechseln zu müssen. Prüfen Sie die Angaben regelmäßig, damit Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Zuständigkeiten aktuell bleiben.

Referenzen mit Kontext zeigen

Eine gute Referenz zeigt, was Sie geleistet haben. Beschreiben Sie die Situation zu Beginn, Ihren Beitrag und das Ergebnis. Wenn Sie eine Kennzahl nennen, erklären Sie, was gemessen wurde und auf welchen Zeitraum sie sich bezieht. So kann ein Leser die Aussage besser einordnen.

Bei Kundenstimmen sollte klar sein, von wem sie stammen und welche Erfahrung sie beschreiben. Holen Sie vor der Veröffentlichung die Zustimmung ein und stellen Sie eine Aussage nicht so dar, als decke sie alle Kundenerfahrungen ab. In Untersuchungen der Nielsen Norman Group suchten Teilnehmende häufig nach Bewertungen, begegneten ausgewählten Kundenstimmen aber teils mit Skepsis. Externe Bewertungsseiten können ergänzen, weil Besucher dort auch Rückmeldungen finden, die das Unternehmen nicht selbst auswählt.

Ansprechpartner und Fotos einsetzen

Ein sichtbarer Ansprechpartner zeigt, wer für ein Angebot verantwortlich ist. Nennen Sie auf einer Leistungsseite die Person oder Funktion, die Rückfragen beantwortet. Auf einer Teamseite helfen kurze Profile mit Namen, Rolle und einschlägiger Erfahrung. Bei einem Kontaktformular allein bleibt unklar, wer die Nachricht erhält und was danach passiert.

Für geschäftsmäßige digitale Dienste, die in der Regel gegen Entgelt angeboten werden, schreibt § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes bestimmte Anbieterinformationen vor. Dazu zählen unter anderem Name und Anschrift sowie Angaben zur schnellen elektronischen Kontaktaufnahme. Der genaue Anwendungsbereich hängt von der jeweiligen Website ab; die Regel ist keine pauschale Rechtsauskunft für jede private Seite.

Fotos sollten zu dem passen, was die Bildunterschrift oder der Text daneben verspricht. Wenn Sie ein bestimmtes Team präsentieren, verwenden Sie Bilder dieser Personen. Allgemeine Bilder können die passende Stimmung vermitteln. Sie zeigen aber weder, dass ein Team tatsächlich existiert, noch belegen sie echte Kundenerfahrungen. In einer Nielsen-Norman-Group-Studie zu Unternehmensseiten sahen Teilnehmende gern echte Beschäftigte und Produkte. Ein separater Test mit 77 Erwachsenen und sechs Titelbildern einer fiktiven Beratungsseite fand keinen allgemeinen Vertrauensnachteil der getesteten KI-Bilder gegenüber Stockfotos. Daraus folgt keine allgemeine Rangfolge: Der Test verglich weder alle Bildarten noch echte Teamfotos mit KI-Bildern.

Nachweise verständlich erklären

Zeigen Sie einen Nachweis direkt neben der Aussage, die er belegt. Bei einer Qualifikation sollte klar sein, wer sie erworben hat und welche Stelle sie vergeben hat. Bei einer fachlichen Behauptung hilft ein Link zur Quelle. Ein Zertifikat wird verständlicher, wenn Sie erklären, was es bescheinigt und wie Besucher es überprüfen können.

Vertrauenssiegel brauchen besondere Sorgfalt. Studien zu Online-Shops kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Ein Feldversuch bei einem Händler fand einen positiven Effekt eines Prüfsiegels auf die Kaufwahrscheinlichkeit. Eine andere Untersuchung berichtete, dass mehrere Siegel den Abschluss eines Kaufs beeinträchtigen konnten. Weitere Forschung zeigt, dass Besucher Siegel übersehen oder falsch verstehen und skeptisch reagieren, wenn sie den Aussteller für unglaubwürdig halten. Verwenden Sie deshalb nur relevante, echte Siegel und erläutern Sie ihre Bedeutung. Eine größere Anzahl wirkt nicht automatisch überzeugender.

Abläufe offenlegen

Erklären Sie auf Leistungsseiten, was vor, während und nach der Beauftragung passiert. Nennen Sie, welche Informationen Sie benötigen, wer beteiligt ist und was als Nächstes geschieht. Wenn Kosten oder Zeitrahmen von Umfang oder Voraussetzungen abhängen, erklären Sie diese Bedingungen, statt eine pauschale Zusage zu machen.

Wenn Sie den Ablauf offen beschreiben, wissen Besucher vor einer Anfrage besser, was sie erwartet. Die Forschung belegt jedoch keine allgemeine Steigerung von Vertrauen oder Verkäufen durch eine bestimmte Prozessgrafik oder Preisübersicht. Behandeln Sie solche Angaben daher als Hilfe für die Entscheidung, nicht als Erfolgsversprechen. Schreiben Sie in verständlicher Sprache und halten Sie die Angaben aktuell, wenn sich Zuständigkeiten oder Abläufe ändern.