Klären Sie zuerst, was Ihre Website leisten soll. Davon hängen Seiten, Inhalte und Funktionen ab. Danach entscheiden Sie, ob ein Baukasten, ein Content-Management-System oder eine individuelle Umsetzung passt.
Planen Sie Tests und Pflege von Anfang an ein. Nach der Veröffentlichung erscheint Ihre Website nicht automatisch bei Google. Damit sie nützlich bleibt, müssen Inhalte und Technik aktuell sein.
Ziel der Website festlegen
Beschreiben Sie zuerst, wer die Website nutzen soll und was diese Personen dort erledigen oder erfahren möchten. Ein Handwerksbetrieb will vielleicht Anfragen erhalten, ein Verein über Termine informieren und ein Onlineshop Bestellungen abwickeln. Je nach Ziel brauchen Sie andere Seiten und Funktionen.
Legen Sie ein konkretes Erfolgskriterium fest. Für eine Kontaktseite könnte es sein, dass Interessierte das passende Angebot finden und eine Anfrage senden können. Für einen Informationsauftritt zählt eher, ob Besuchende wichtige Angaben schnell finden. Das Kriterium hilft später beim Testen, ersetzt aber keine Auswertung der tatsächlichen Nutzung.
Seiten und Inhalte planen
Erstellen Sie eine geordnete Seitenliste, bevor Sie das Design auswählen. Eine kleine Unternehmenswebsite könnte etwa eine Startseite und Angebotsseiten enthalten. Ebenso könnte sie eine Über-uns-Seite und eine Kontaktseite umfassen. Notieren Sie für jede Seite ihren Zweck, die wichtigste Frage der Besuchenden und die benötigten Texte oder Bilder.
Ordnen Sie jeder Seite ein Hauptthema zu. So vermeiden Sie, dass mehrere Seiten dieselbe Frage beantworten oder wichtige Informationen fehlen. Legen Sie auch fest, wer Texte und Medien liefert und bis wann sie fertig sein sollen. Eine einfache Tabelle reicht für viele kleinere Vorhaben. Legen Sie darin die Spalten „Seite“ und „Zweck“ an. Ergänzen Sie „Inhalt“ und „zuständig“.
Schreiben Sie die Inhalte möglichst, bevor Sie sich auf ein fertiges Layout festlegen. Dann kann die Navigation den tatsächlichen Informationen folgen, statt dass Texte nachträglich in ungeeignete Gestaltungselemente gepresst werden.
Website-Lösung auswählen
Welche Lösung passt, hängt von den benötigten Funktionen ab und davon, wer die Website pflegt und technisch betreibt. Vergleichen Sie konkrete Angebote und Zuständigkeiten. Achten Sie dabei nicht nur auf den Einstiegspreis und die Gestaltungsmöglichkeiten.
| Lösung | Passt, wenn … | Vorher klären |
|---|---|---|
| Baukasten | Sie einen überschaubaren Auftritt mit üblichen Funktionen selbst pflegen möchten. | Sind alle benötigten Funktionen enthalten? Lassen sich Inhalte und Daten später exportieren? Welche laufenden Kosten und Abhängigkeiten entstehen? |
| Content-Management-System (CMS) | Sie Inhalte regelmäßig aktualisieren oder mehr Kontrolle über Seitenstruktur und Erweiterungen brauchen. | Wer kümmert sich um Hosting, Sicherungen, Aktualisierungen und Sicherheit? |
| Agentur oder individuelle Entwicklung | Besondere Abläufe, Anbindungen an andere Dienste oder spezielle Gestaltungsanforderungen hinzukommen. | Sind Leistungsumfang, laufende Betreuung, Zugänge, Nutzungsrechte und Zuständigkeiten schriftlich festgelegt? |
Ein CMS ist eine Software, mit der Sie Seiteninhalte verwalten und veröffentlichen. Bei WordPress gehören zum Beispiel Hosting-Anforderungen, Aktualisierungen und Sicherungen zum Betrieb. Andere Plattformen regeln diese Aufgaben anders. Auch Baukästen unterscheiden sich beim Funktionsumfang. Prüfen Sie deshalb, ob genau die Funktionen vorhanden sind, die Ihre Website braucht, etwa ein Shop, ein Buchungssystem oder ein Formular.
Pauschal lässt sich nicht sagen, welche der drei Lösungen Zeit oder Kosten spart. Entscheidend ist, wer die laufende Pflege übernimmt und welche Anpassungen die Website tatsächlich benötigt.
Inhalte und Technik umsetzen
Bauen Sie die Seiten anhand des Plans auf: zuerst die Navigation, dann die Inhalte und schließlich die Gestaltung. Auf jeder Seite sollte erkennbar sein, worum es geht und was Besuchende als Nächstes tun können. Ein Kontaktformular sollte beispielsweise verständliche Feldbeschriftungen haben und nach dem Absenden eine klare Rückmeldung geben.
Prüfen Sie die Website von Anfang an auf einem Smartphone. Google ruft die mobile Version einer Website auf und nimmt sie in den Suchindex auf. Dieser Vorgang heißt Crawling und Indexierung. Wichtige Inhalte und Metadaten, also technische Angaben zu einer Seite, sollten deshalb auch auf der mobilen Version verfügbar sein. Prüfen Sie auf kleinen Bildschirmen sowohl die Darstellung als auch die Bedienbarkeit von Menüs, Schaltflächen und Formularen.
Planen Sie technische Aufgaben passend zur gewählten Lösung. Bei einem selbst verwalteten CMS muss jemand Aktualisierungen und Sicherungen durchführen. Bei einem Baukasten oder einem betreuten Angebot sollten Sie prüfen, welche Aufgaben der Anbieter übernimmt und welche bei Ihnen bleiben.
Barrierefreiheit und Datenschutz prüfen
Barrierefreiheit erleichtert Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten die Nutzung. Zu den grundlegenden Prüfungen gehören verständliche Texte. Bilder brauchen Textalternativen. Die Website sollte sich auch mit der Tastatur bedienen lassen. Formulare sollten klar benennen, welche Angaben nötig sind, und Fehler verständlich erklären.
In Deutschland gelten gesetzliche Barrierefreiheitsanforderungen für bestimmte Produkte und Dienstleistungen, darunter bestimmte digitale Angebote für Verbraucherinnen und Verbraucher. Ob Ihre Website darunter fällt, hängt von ihrem Angebot und möglichen Ausnahmen ab. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind unter den gesetzlichen Voraussetzungen ausgenommen. Prüfen Sie den konkreten Fall, statt dieselben Pflichten für jede Internetseite anzunehmen.
Auch Datenschutz gehört in die Planung. Erheben Sie nur personenbezogene Daten, die Sie für einen klaren Zweck benötigen, und berücksichtigen Sie den Schutz dieser Daten bereits bei der Gestaltung. Wenn Ihre Website Cookies oder ähnliche Technologien verwendet, prüfen Sie die Vorgaben des TDDDG. Für bestimmte Zugriffe ist eine Einwilligung erforderlich; für technisch notwendige Zwecke gelten Ausnahmen.
Geschäftsmäßig angebotene digitale Dienste müssen zudem die Anbieterinformationen bereitstellen, die das Digitale-Dienste-Gesetz verlangt. Welche Angaben konkret nötig sind, hängt vom Angebot und Betreiber ab. Datenschutzinformationen und Anbieterangaben sollten vor der Veröffentlichung geprüft und leicht erreichbar sein.
Vor dem Launch testen
Lassen Sie einige Personen, die nicht am Aufbau beteiligt waren, zentrale Aufgaben ausprobieren. Eine Industrie- und Handelskammer (IHK) empfiehlt, früh Rückmeldungen von etwa drei bis fünf Nutzenden einzuholen. So lassen sich erste Probleme erkennen, die Ergebnisse sind aber nicht repräsentativ. Beobachten Sie, ob die Personen wichtige Informationen finden und ihr Ziel erreichen, statt sie nur zu fragen, ob ihnen die Gestaltung gefällt.
Prüfen Sie vor der Veröffentlichung besonders:
- Prüfen Sie, ob Navigation, Links und Formulare auf Smartphone und Computer funktionieren.
- Sind Anbieterinformationen und Datenschutzinformationen erreichbar?
- Sind wichtige Seiten für Suchmaschinen nicht versehentlich gesperrt?
- Lädt die Website zuverlässig über HTTPS?
- Sind Bilder, Schaltflächen und Formulare auch ohne Maus bedienbar?
Messen Sie zusätzlich die Ladeleistung und die visuelle Stabilität. Google nennt für seine Core Web Vitals drei Richtwerte. Der größte sichtbare Inhalt soll in weniger als 2,5 Sekunden erscheinen. Die Seite soll in weniger als 200 Millisekunden reagieren. Unerwartete Layoutverschiebungen sollen unter 0,1 bleiben. Diese Zielwerte helfen bei der technischen Prüfung, garantieren aber kein gutes Suchranking.
Website veröffentlichen und pflegen
Nach dem Launch können Sie in der Google Search Console prüfen, ob Google wichtige Seiten abrufen und indexieren kann. Eine Sitemap, also eine Datei mit Hinweisen auf die Seiten einer Website, kann Google helfen, diese Seiten zu finden. Sie ist keine Voraussetzung für die Indexierung und garantiert nicht, dass Google eine Seite aufnimmt.
Beobachten Sie, welche Suchanfragen und Seiten Besuche erhalten, und aktualisieren Sie Inhalte, wenn sich Angebote oder Kontaktdaten ändern. Planen Sie auch die technische Pflege. Je nach Plattform gehören dazu Aktualisierungen, Sicherungen und eine Möglichkeit, die Website nach einem Fehler wiederherzustellen. Legen Sie dafür eine verantwortliche Person fest, bevor die Website live geht.