Schritt 03 / Agentur auswählen

Homepage-Baukasten oder Agentur? Die richtige Entscheidung treffen

Wenn Sie eine Website planen, hängt die Wahl zwischen Baukasten und Agentur davon ab, was die Website leisten soll und wer sie später pflegt. Ein Homepage-Baukasten eignet sich für überschaubare Vorhaben mit Standardfunktionen. Eine Agentur passt besser, wenn Sie ein individuelles Konzept, besondere Funktionen oder laufende Betreuung benötigen.

Legen Sie zuerst Ziel, Zielgruppe, Inhalte und Zuständigkeiten fest. So können Sie entscheiden, ob Sie die Website selbst erstellen, eine Agentur beauftragen oder beide Wege verbinden.

Webseite, Website und Homepage unterscheiden

Im Alltag meint „Webseite“ oft den gesamten Internetauftritt. Genau genommen ist eine Webseite eine einzelne Seite, die Ihr Browser anzeigt. Eine Website besteht aus mehreren miteinander verknüpften Webseiten unter einer gemeinsamen Webadresse. Die Homepage ist meist die Startseite dieser Website.

Diese Unterscheidung hilft bei der Planung: Eine Startseite mit Kontaktmöglichkeit braucht einen anderen Aufbau als eine Website mit vielen Themen, einem Shop oder einem Buchungssystem. Schreiben Sie deshalb zunächst auf, welche Informationen Besucher finden und welche Handlung sie ausführen sollen, etwa eine Anfrage senden oder einen Termin buchen.

Wie eine Website aufgebaut ist

Viele Websites haben drei Bereiche. Der Kopfbereich enthält häufig Logo und Navigation. Im Inhaltsbereich stehen die Informationen der jeweiligen Seite. Der Fußbereich enthält oft Kontaktdaten und Links zu rechtlichen Informationen. Die genaue Gestaltung kann variieren, doch Besucher sollten schnell erkennen, wo sie sich befinden und wie sie zum nächsten passenden Inhalt gelangen.

Eine einfache Seitenübersicht, auch Sitemap genannt, zeigt alle Seiten der Website und wie sie zusammenhängen. Für eine kleine Dienstleistungswebsite könnten das beispielsweise Startseite, Leistungen, Über uns und Kontakt sein. Zeichnen Sie diese Struktur vor dem Gestalten auf und notieren Sie zu jeder Seite, welche Frage sie beantwortet.

Erst planen, dann auswählen

Legen Sie zuerst fest, was die Website erreichen soll und an wen sie sich richtet. Ein Handwerksbetrieb möchte vielleicht Anfragen aus der Region erhalten; ein Verein möchte Termine veröffentlichen und neue Mitglieder informieren. Daraus ergeben sich die benötigten Inhalte und Funktionen.

Klären Sie danach, wer Texte und Bilder erstellt, die Website einrichtet und Änderungen übernimmt. Auch Funktionen wie Formulare, Kalender, Shop oder Mitgliederbereich sollten Sie früh benennen. So vergleichen Sie später konkrete Angebote und vermeiden, dass eine wichtige Anforderung erst während der Umsetzung auffällt.

Wann ein Baukasten passt

Ein Homepage-Baukasten eignet sich, wenn wenige überschaubare Seiten mit üblichen Funktionen ausreichen und Sie Zeit für Aufbau und Pflege haben. Vorgefertigte Gestaltungselemente erleichtern den Einstieg. Sie legen Inhalte selbst an und ändern sie später direkt im Baukasten.

Die Angebote der Baukasten-Anbieter unterscheiden sich deutlich. Stiftung Warentest untersuchte 2024 16 Baukästen: Acht erhielten ein gutes Qualitätsurteil, sieben ein befriedigendes und einer ein mangelhaftes. Die im Test genannten Kosten für das erste Jahr lagen zwischen 43 und 257 Euro. Diese Werte beschreiben die damals geprüften Angebote und sind kein aktueller Preisvergleich. Prüfen Sie deshalb Preise, Vertragslaufzeit, Zusatzkosten und benötigte Funktionen beim jeweiligen Anbieter.

Prüfen Sie beim Baukasten besonders genau, ob Sie später neue Funktionen ergänzen oder den Anbieter wechseln können. Eine mit Wix erstellte Website muss auf der technischen Plattform von Wix laufen und lässt sich nicht auf einen anderen Webhost übertragen. Diese Einschränkung gilt für Wix und nicht automatisch für alle Anbieter. Fragen Sie vor dem Abschluss, ob Domain, Inhalte und Daten übertragbar sind und welche Teile bei einem Wechsel neu erstellt werden müssten.

Wann eine Agentur infrage kommt

Eine Agentur passt, wenn Ihre Website ein individuelles Konzept, eine besondere Gestaltung oder Funktionen braucht, die ein Baukasten nicht bietet. Sie kann auch helfen, wenn Ihnen intern Zeit oder Fachwissen für Planung und Umsetzung fehlen. Entscheidend ist, welche Aufgaben Sie tatsächlich abgeben möchten: Strategie, Gestaltung, technische Umsetzung, Texte oder spätere Betreuung.

Bitten Sie mehrere Agenturen um Angebote auf derselben schriftlichen Grundlage. Darin sollte stehen, wer Inhalte liefert, welche Funktionen umgesetzt werden, wer die Website nach dem Start pflegt und welche Kosten zusätzlich entstehen können. Eine Agentur übernimmt nicht automatisch alle späteren Änderungen. Klären Sie deshalb Zuständigkeiten und Betreuung ausdrücklich.

Agenturleistungen lassen sich nicht pauschal mit einem Baukastenpreis vergleichen. Die Kosten hängen davon ab, welche Leistungen vereinbart werden. Vergleichen Sie daher nicht nur den Einstiegspreis, sondern auch den Aufwand, den Sie selbst übernehmen, und die Kosten für Betrieb und Änderungen.

Baukasten und Agentur verbinden

Sie müssen nicht alle Aufgaben an eine Stelle vergeben. Sie können zum Beispiel Inhalte und Seitenstruktur selbst vorbereiten und eine Fachkraft mit Gestaltung, technischer Einrichtung oder einer einzelnen Funktion beauftragen. Diese Mischform ist sinnvoll, wenn Sie einen Teil selbst erledigen möchten, aber an bestimmten Stellen Unterstützung brauchen.

Auch bei einer externen Umsetzung sollten Sie regelmäßig prüfen, ob Inhalte noch stimmen und Besucher die Website gut nutzen können. Barrierefreiheit, also die Zugänglichkeit für Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, sollte von der Planung bis zur Überprüfung mitgedacht werden. Ein Werkzeug allein stellt sie nicht sicher.

Baukasten oder Agentur auswählen

Erstellen Sie eine Seitenübersicht und notieren Sie die nötigen Funktionen. Wenn daraus ein kleiner Auftritt mit Standardfunktionen entsteht und Sie die Pflege selbst übernehmen können, prüfen Sie passende Baukästen. Wenn Anforderungen individuell bleiben oder Ihnen Zeit und Fachwissen fehlen, holen Sie Angebote für externe Unterstützung ein.

Beziehen Sie bei beiden Wegen die Gesamtkosten, die laufende Pflege und einen möglichen Wechsel ein. Entscheidend sind der tatsächliche Aufwand und der Zweck Ihrer Website sowie die Unterstützung, die Sie brauchen.