Für eine eigene Website legen Sie zuerst Zweck und Seitenstruktur fest. Eine Webseite ist eine einzelne Seite im Browser; eine Website umfasst den gesamten Auftritt mit verknüpften Seiten und Dateien. Die Startseite ist der Einstieg.
Legen Sie in sechs Schritten Ziel und Inhalte fest, wählen Sie, wie Sie die Website erstellen, und prüfen Sie vor der Veröffentlichung, ob sie verständlich und erreichbar ist.
1. Ziel und Zielgruppe klären
Entscheiden Sie zuerst, was Ihre Website leisten soll. Soll sie ein Angebot erklären, Anfragen ermöglichen, Informationen bereitstellen oder regelmäßig neue Inhalte veröffentlichen? Legen Sie auch fest, für wen die Inhalte gedacht sind und was Besucherinnen und Besucher als Nächstes tun sollen.
Ein Beispiel: Eine selbstständige Fotografin möchte Anfragen für Porträts erhalten. Ihre Website braucht dann Informationen zu ihren Angeboten, aussagekräftige Arbeitsproben und eine Kontaktmöglichkeit, die leicht zu finden ist. Ein Blog oder ein umfangreicher Veranstaltungskalender wäre für dieses Ziel zunächst nicht nötig.
2. Seiten und Navigation planen
Skizzieren Sie, welche Seiten Besucherinnen und Besucher brauchen und wie sie von einer Seite zur nächsten gelangen. Für einen kleinen geschäftlichen Auftritt können eine Startseite, eine Angebotsseite und eine Kontaktseite genügen. Weitere Seiten kommen hinzu, wenn sie eine konkrete Frage beantworten. Rechtliche Informationen gehören ebenfalls in die Planung, soweit sie für das Angebot erforderlich sind.
Auf einer einzelnen Seite helfen ein klarer Kopfbereich mit Navigation, ein Hauptteil mit aussagekräftigen Überschriften und ein Fußbereich mit ergänzenden Informationen. Passen Sie die Aufteilung an Umfang und Zweck Ihrer Website an. Verwenden Sie Seitentitel und Menüpunkte, die den Inhalt klar benennen. So finden sich Menschen zurecht und Suchmaschinen können die Beziehungen zwischen den Seiten leichter verstehen.
3. Den passenden Weg zur Website wählen
Sie können Ihre Website mit einem Baukastensystem, einem Content-Management-System oder selbst geschriebenem Code umsetzen. Sie können selbst daran arbeiten oder Unterstützung beauftragen. Ein Baukastensystem führt meist durch vorgegebene Gestaltungsoptionen. Ein Content-Management-System hilft dabei, Seiten und Beiträge zu verwalten. Selbst geschriebener Code bietet mehr Kontrolle, setzt aber technische Kenntnisse oder Unterstützung voraus.
Wählen Sie nach dem tatsächlichen Bedarf: Welche Funktionen brauchen Sie? Wer aktualisiert Texte und Bilder? Wie viel technische Pflege können Sie übernehmen? Vergleichen Sie bei Anbietern außerdem, welche Leistungen enthalten sind und welche laufenden Kosten entstehen. Eine pauschal beste Plattform gibt es nicht.
Meist brauchen Sie eine Domain, also eine Webadresse, und einen Webserver, der die Seiten und Dateien speichert, damit Besucherinnen und Besucher sie aufrufen können. Prüfen Sie, ob Ihr Anbieter beides bereitstellt oder ob Sie Domain und Speicherplatz getrennt organisieren müssen.
4. Inhalte und Gestaltung erstellen
Ordnen Sie zuerst die Inhalte und gestalten Sie die Seiten anschließend passend dazu. Schreiben Sie verständlich und beantworten Sie die Fragen Ihrer Zielgruppe direkt. Eine Angebotsseite sollte zum Beispiel erklären, was Sie anbieten, für wen es gedacht ist und wie eine Anfrage funktioniert.
Mit HTML, einer Auszeichnungssprache, kennzeichnen Sie Überschriften, Absätze und andere Bestandteile einer Seite. CSS legt fest, wie diese Elemente aussehen. JavaScript ergänzt bei Bedarf interaktive Funktionen. Viele Baukästen und Content-Management-Systeme übernehmen diese Arbeit im Hintergrund, sodass Sie nicht zwingend selbst programmieren müssen.
Denken Sie früh an Barrierefreiheit. Geben Sie Bildern, die wichtige Informationen vermitteln, eine passende Textalternative. Beschriften Sie Formularfelder verständlich und sorgen Sie für eine Navigation, die sich gut bedienen lässt. Prüfen Sie auch, ob Überschriften die Inhalte sinnvoll gliedern und Texte auf kleinen Bildschirmen lesbar bleiben.
5. Website vor dem Start prüfen
Rufen Sie jede Seite auf dem Smartphone und auf einem größeren Bildschirm auf. Prüfen Sie, ob Links funktionieren, Texte lesbar sind und Formulare Anfragen tatsächlich übermitteln. Kontrollieren Sie auch, ob Kontaktangaben stimmen und Bilder korrekt angezeigt werden. Lassen sich wichtige Funktionen nur mit der Maus oder nur durch Farbe erkennen, sollten Sie die Gestaltung überarbeiten.
Prüfen Sie außerdem, welche rechtlichen Pflichten für Ihr konkretes Angebot gelten. § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes verlangt bestimmte Anbieterinformationen für geschäftsmäßige, in der Regel entgeltlich angebotene digitale Dienste. Das betrifft nicht automatisch jede private Website. Auch die Regeln zu Cookies und vergleichbaren Zugriffen auf Endgeräte enthalten Ausnahmen; ein Cookie-Hinweis ist daher nicht pauschal für jede Website erforderlich.
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025 für bestimmte Produkte und Dienstleistungen, darunter bestimmte Angebote im elektronischen Geschäftsverkehr. Es erfasst nicht allein deshalb jede Website, weil sie online erreichbar ist. Ob Ihr Angebot darunter fällt und welche Ausnahmen gelten, hängt von den konkreten Umständen ab. Bei rechtlichen Zweifeln hilft eine fachkundige Prüfung.
6. Website veröffentlichen und pflegen
Prüfen Sie nach der Veröffentlichung, ob Suchmaschinen Ihre Website finden. Google nimmt nicht automatisch jede Seite in den Suchindex auf. Bei einer neuen Website kann es einige Wochen dauern, bis Google sie bemerkt. Eine Suche nach Ihrer Domain liefert eine erste Orientierung; die Google Search Console kann zusätzlich Hinweise auf Probleme geben.
Sinnvolle Inhalte und eine klare Seitenstruktur helfen Suchmaschinen, Ihre Website zu finden. Sie garantieren aber keine bestimmten Platzierungen oder Besucherzahlen. Eine Sitemap, also eine Datei mit einer Übersicht wichtiger Seiten, kann Suchmaschinen beim Erfassen helfen, ist laut Google jedoch nicht zwingend erforderlich.
Planen Sie außerdem Zeit für die Pflege ein. Aktualisieren Sie veraltete Angaben und prüfen Sie Links und Formulare. Halten Sie auch die eingesetzten Funktionen auf dem aktuellen Stand. So bleibt die Website für Besucherinnen und Besucher nützlich, auch nachdem sie online ist.