Schritt 04 / Struktur und Inhalte

Startseite für mehrere Zielgruppen übersichtlich strukturieren

Richtet sich eine Website an zwei oder drei Zielgruppen, braucht die Startseite nicht für jede Gruppe einen eigenen Bereich mit vielen Unterseiten. Sie erklärt zuerst, worum es geht, und führt dann zu den wichtigsten Aufgaben. Legen Sie eigene Einstiege an, wenn die Zielgruppen unterschiedliche Informationen oder Wege brauchen.

Ein Einstieg führt von der Startseite zu passenden Inhalten und ist klar beschriftet. Gemeinsame Aufgaben bleiben direkt erreichbar, damit Besucherinnen und Besucher keine Zielgruppe auswählen müssen, bevor sie ihren Weg finden.

Zielgruppen nach Aufgaben trennen

Beschreiben Sie jede Zielgruppe über das, was sie auf der Website erledigen möchte. Fragen Sie, welche Informationen sie zuerst braucht, welche Begriffe sie selbst verwendet und wo sich ihre Anliegen mit denen anderer Gruppen überschneiden. Eine interne Abteilung oder ein Angebot allein ist kein ausreichender Grund für einen eigenen Startseitenbereich.

Bei einer Hochschule könnten Studieninteressierte nach Studiengängen und Bewerbungsschritten suchen, während eingeschriebene Studierende ihren Stundenplan oder Beratungsangebote benötigen. Diese Aufgaben unterscheiden sich deutlich und rechtfertigen erkennbare Wege. Wenn beide Gruppen dagegen dieselbe Information brauchen, sollte sie nicht künstlich getrennt werden.

Beziehen Sie konkrete Hinweise aus der Nutzung in die Einteilung ein. Dazu zählen Suchbegriffe und Fragen beim Kundenservice ebenso wie Gespräche mit Nutzenden und Beobachtungen bei konkreten Aufgaben. Interne Wünsche können auf mögliche Inhalte hinweisen, belegen aber noch nicht, dass ein eigener Einstieg hilft.

Gemeinsame Orientierung zuerst

Beginnen Sie mit einer kurzen Aussage zum Zweck der Website. Danach sollte die wichtigste gemeinsame Handlung folgen, sofern es eine gibt. Erst anschließend kommen die Zielgruppen-Einstiege und weitere Inhalte. Die Reihenfolge ist ein Vorschlag, keine feste Regel: Wenn eine Zielgruppe eine besonders dringende oder zentrale Aufgabe hat, gehört ihr Weg weiter nach oben.

Eine mögliche Abfolge sieht so aus:

  1. Zweck der Website knapp erklären.
  2. Die wichtigste Aufgabe oder den zentralen Service hervorheben.
  3. Zwei oder drei klar benannte Zielgruppen-Wege anbieten, wenn die Bedürfnisse auseinandergehen.
  4. Häufige gemeinsame Themen ergänzen.
  5. Neuigkeiten und weitere Inhalte nachrangig platzieren.

Verwenden Sie für die Einstiege Wörter, die Besucherinnen und Besucher kennen. „Für neue Kundinnen und Kunden“ ist verständlicher, wenn es um den Einstieg in ein Angebot geht; „Interessenten“ kann dagegen unklar bleiben. Bei einer konkreten Aufgabe wie „Termin vereinbaren“ sollte der Link direkt dorthin führen, statt zuerst eine Zielgruppenauswahl zu verlangen.

Startseiten-Inhalte nach Bedarf ordnen

Ordnen Sie die Inhalte auf der Startseite danach, wie häufig Menschen eine Aufgabe erledigen, wie wichtig sie ist und ob sie zeitkritisch ist. Auch der Zweck der Website zählt: Ein zentraler Service gehört weiter nach oben als ein Inhalt, der zwar intern gewünscht, für die Nutzung aber nebensächlich ist. Häufigkeit allein entscheidet nicht. Eine seltene, aber kritische Information kann Vorrang verdienen.

Prüfen Sie gemeinsam, welche Inhalte auf die Startseite gehören. Fragen Sie bei jedem Inhalt: Finden Menschen den Inhalt schnell genug an anderer Stelle? Lässt er sich auf einer passenden Unterseite besser erklären? Ist er aktuell und nötig? Was keinen klaren Beitrag zu einer wichtigen Aufgabe leistet, muss nicht auf die Startseite.

Prüfen Sie die Bezeichnungen und die Reihenfolge mit kurzen Tests: Bitten Sie Personen, typische Aufgaben zu erledigen. Bitten Sie Personen aus allen Zielgruppen, typische Anliegen zu finden, etwa einen Service für bestehende Kundinnen und Kunden oder Informationen zu einer Bewerbung. Achten Sie darauf, ob sie den erwarteten Weg wählen und welche Begriffe sie missverstehen.

Gemeinsame Inhalte auffindbar halten

Zielgruppen-Einstiege helfen, wenn sie zu deutlich verschiedenen Inhalten führen. Sie verwirren, wenn Menschen mehreren Gruppen angehören oder dieselben Inhalte in verschiedenen Bereichen suchen müssen. Die Nielsen Norman Group weist deshalb auf Risiken hin, wenn die Navigation nach Zielgruppen geordnet ist: Sie kann Umwege und doppelte Inhalte erzeugen.

Legen Sie gemeinsame Informationen an einem passenden Hauptort ab und verlinken Sie von mehreren Seiten dorthin. So bleibt klar, welche Fassung gilt, und verschiedene Besuchergruppen erreichen denselben Inhalt über ihre jeweiligen Wege. Eine Person, die eine konkrete Aufgabe erledigen möchte, sollte außerdem einen direkten Link zu dieser Aufgabe finden, auch wenn sie sich keiner Zielgruppe zuordnet.

Auch Unterseiten als Einstieg planen

Nicht alle Besucherinnen und Besucher beginnen auf der Startseite. Viele gelangen über Suchmaschinen oder einen direkten Link zu einer Unterseite. Sorgen Sie deshalb dafür, dass auch dort die Navigation verständlich bleibt und verwandte Aufgaben erreichbar sind. Auch die übrigen Seiten brauchen eine klare Struktur.

Prüfen Sie nach der Veröffentlichung, ob Menschen die vorgesehenen Wege nutzen. Suchanfragen, Rückmeldungen und Beobachtungen bei Nutzungstests zeigen, wo Bezeichnungen unklar sind oder wichtige Aufgaben fehlen. Nutzen Sie diese Hinweise, um Reihenfolge und Einstiege anzupassen. Ergänzen Sie nicht nach jeder internen Anfrage einen weiteren Bereich.