Wer auf Ihrer Website nach einem Angebot, einer Kontaktmöglichkeit oder einer Anleitung sucht, sollte am Menüpunkt erkennen, wohin der Link führt. Vertraute Begriffe erleichtern die Orientierung. Interne Abteilungsnamen und kreative Bezeichnungen verraten oft nicht, welche Inhalte folgen.
Wählen Sie Menüpunkte nach den Anliegen Ihrer Zielgruppe und den Inhalten Ihrer Website. Welche Begriffe passen, hängt davon ab, was Sie anbieten und wonach Besucherinnen und Besucher suchen.
Warum klare Menüpunkte helfen
Ein Menüpunkt ist eine Vorschau auf die Inhalte hinter dem Link. Bei „Preise“ ist die Erwartung eindeutig. Bei einem Begriff wie „Company Experience“ müssen Sie dagegen erst raten, ob es um das Unternehmen, seine Leistungen oder die Unternehmenskultur geht.
Je genauer ein Begriff den Inhalt beschreibt, desto leichter erkennen Besucherinnen und Besucher, ob der Menüpunkt zu ihrem Anliegen passt. Interne Fachsprache erschwert das, wenn sie außerhalb der Organisation nicht geläufig ist. Auch ein kreativer Markenname hilft nur dann bei der Orientierung, wenn er den Inhalt erkennen lässt.
Kreativität ist nicht grundsätzlich ein Problem. Ein einprägsamer Name kann neben einer klaren Erklärung stehen. Entscheidend ist, dass der Menüpunkt auch ohne internes Wissen verständlich bleibt.
Interne Menünamen verständlich machen
Benennen Sie Menüpunkte nach dem, was Besucherinnen und Besucher dort finden oder erledigen möchten. Abteilungsnamen und interne Prozesse helfen bei der Organisation, passen aber oft nicht zur Suche von außen.
| Intern oder unklar | Verständlichere Möglichkeit |
|---|---|
| Customer Success | Hilfe oder Kundenservice |
| Corporate Experience | Über uns |
| Solutions | Produkte oder Angebote |
| Knowledge Hub | Ratgeber oder Anleitungen |
| Administration | Die konkrete Aufgabe oder das Thema |
Diese Vorschläge passen nicht zu jeder Website. „Produkte“ ist sinnvoll, wenn dort tatsächlich Produkte vorgestellt werden. Geht es um Dienstleistungen, kann „Angebote“ oder eine konkrete Leistungsbezeichnung passender sein. Ersetzen Sie also keinen unklaren Begriff durch einen anderen allgemeinen Begriff, ohne den Inhalt dahinter zu prüfen.
Menüpunkte passend wählen
Für viele Websites bieten sich Bezeichnungen wie „Produkte“, „Preise“, „Über uns“, „Hilfe“, „Kontakt“, „Ratgeber“ oder „Aktuelles“ als Ausgangspunkt an. Verwenden Sie sie nur, wenn sie zu den jeweiligen Seiten passen. „Wissen“ oder „Ressourcen“ bleibt beispielsweise vage, wenn sich dahinter lediglich konkrete Anleitungen oder Forschungsdatenbanken verbergen. Dann beschreibt der konkrete Begriff den Inhalt besser.
Achten Sie außerdem darauf, dass Menüpunkte klar voneinander abgegrenzt sind. Wenn Besucherinnen und Besucher denselben Inhalt unter „Rezepte“, „Abendessen“ und „Sommer“ erwarten, ist unklar, in welchem Bereich sie ihn finden. Legen Sie fest, in welchem Bereich der Inhalt steht, und verwenden Sie die Bezeichnungen auf der gesamten Website einheitlich.
Menüpunkte mit Nutzern prüfen
Lassen Sie Menschen aus Ihrer Zielgruppe die Menüpunkte lesen und erklären, was sie dahinter erwarten. Prüfen Sie besonders Begriffe, die intern selbstverständlich wirken, aber außerhalb der Organisation mehrere Bedeutungen haben könnten. Wenn Teilnehmende bei einem Begriff unterschiedliche Inhalte vermuten, ist eine konkretere Bezeichnung nötig.
Sie können auch prüfen lassen, wo Personen bestimmte Inhalte in einer vorgeschlagenen Menüstruktur suchen würden. Solche Tests zeigen, ob Teilnehmende die Kategorien klar unterscheiden können. Eine passende Wortwahl allein reicht allerdings nicht aus, damit Besucherinnen und Besucher alles finden. Auch die Anordnung der Inhalte, die Zahl der nötigen Schritte und eine gut auffindbare Suche beeinflussen die Orientierung.
Linktexte klar benennen
Klare Bezeichnungen helfen auch Menschen, die mit einer Tastatur oder einem Screenreader navigieren. Ein Screenreader, ein Vorleseprogramm für Webseiten, kann Links einzeln vorlesen, ohne den umgebenden Text wiederzugeben. Linktexte wie „Mehr“ oder „Hier klicken“ verraten dann wenig. „Informationen zu den Preisen“ benennt den Zweck deutlicher.
Die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte enthalten eine besonders strenge Anforderung: Auf der höchsten Konformitätsstufe soll der Zweck eines Links allein anhand des Linktexts erkennbar sein, sofern er nicht ohnehin aus dem Linktext hervorgeht. Das ist keine pauschale Regel, nach der jeder einzelne Menüpunkt bewertet wird. Verständliche und über die Website hinweg einheitliche Begriffe erleichtern die Orientierung trotzdem.