Schritt 02 / Selbst bauen oder beauftragen

WordPress, Wix oder Custom Code im Vergleich

Wenn Sie eine Website planen, legen Sie neben dem Design auch fest, wer Inhalte aktualisiert, die Technik betreut und spätere Erweiterungen oder einen Umzug übernimmt. Wix bündelt den Editor zum Gestalten der Website und das Hosting, also den Betrieb der Website auf einem Server. WordPress.org ist eine Software zur Verwaltung von Website-Inhalten, die Sie selbst hosten. Bei Custom Code wird die Website eigens programmiert.

Wix ist oft der einfachste Einstieg, wenn Ihre Website nur einfache Funktionen braucht. WordPress.org passt, wenn Sie Hosting und Erweiterungen selbst auswählen und die laufende Pflege organisieren möchten. Custom Code lohnt sich vor allem für besondere Funktionen oder Abläufe, die eine maßgeschneiderte Umsetzung erfordern.

Erst die Website planen

Klären Sie vor der Plattformwahl, was Ihre Website leisten soll. Eine Website für Öffnungszeiten und Kontakt braucht andere Funktionen als ein Angebot mit Buchungen, einem umfangreichen Blog oder einem Onlineshop. Legen Sie außerdem fest, welche Seiten zum Start nötig sind. Bestimmen Sie auch, wer Texte, Bilder und Angebote später aktualisiert.

Eine einfache Seitenstruktur hilft bei der Entscheidung. Eine lokale Dienstleistung benötigt zum Beispiel meist eine Startseite, Leistungsbeschreibungen, Kontaktinformationen und gegebenenfalls eine Buchungsfunktion. Wenn Sie diese Inhalte und Aufgaben vorher benennen, vergleichen Sie die Anbieter anhand konkreter Anforderungen statt anhand allgemeiner Versprechen.

Wix, WordPress.org und Custom Code im Vergleich

Frage Wix WordPress.org, selbst gehostet Custom Code
Wer betreibt die Website? Wix stellt Hosting und Editor als Teil seiner Plattform bereit. Sie wählen einen Hosting-Anbieter. Der Anbieter kann zusätzliche Leistungen wie Updates oder Backups anbieten. Hosting und Betrieb werden für das Projekt festgelegt.
Wie entsteht das Design? Sie arbeiten mit einem visuellen Editor und Vorlagen. Sie wählen ein Theme, also eine Designvorlage, und passen es an. Entwicklerinnen und Entwickler setzen Design und Funktionen nach Ihren Vorgaben um.
Wie kommen neue Funktionen dazu? Sie nutzen die Funktionen und Integrationen, die Wix für den gewählten Plan anbietet. Sie ergänzen Funktionen meist über Plugins, also Erweiterungen, oder eigene Entwicklung. Funktionen werden passend zu den Anforderungen programmiert.
Wer kümmert sich um die Pflege? Wix verwaltet die Plattform; Sie pflegen Inhalte und prüfen, ob die angebotenen Funktionen ausreichen. Sie oder ein beauftragter Dienstleister kümmern sich um Hosting, Updates und Backups. Zuständigkeiten für Änderungen, Sicherheit und Wartung müssen vereinbart werden.
Wie klappt ein späterer Wechsel? Wix dokumentiert Übertragungen zwischen Wix-Konten. Das ist kein vollständiger Export in ein anderes System. WordPress kann bestimmte Inhalte exportieren. Design und Konfiguration sind damit nicht automatisch vollständig übertragen. Die Übertragbarkeit hängt von Code, Datenformaten, Verträgen und eingesetzten Diensten ab.

WordPress.org unterscheidet sich vom gehosteten Angebot WordPress.com. Der Vergleich hier bezieht sich auf die selbst gehostete Software von WordPress.org. Der Quellcode der Software ist öffentlich einsehbar. Hosting, Einrichtung und Pflege kosten trotzdem Zeit und je nach gewählten Leistungen auch Geld.

Wix passt zu überschaubaren Anforderungen

Wix bündelt Editor, Hosting und Funktionen in einer Plattform und erleichtert so den Einstieg, wenn Sie Seiten selbst gestalten und keine eigene technische Betriebsumgebung organisieren möchten. Funktionen wie Buchungen oder E-Commerce hängen vom jeweiligen Angebot und Tarif ab. Prüfen Sie daher vor der Wahl, ob der konkrete Plan die benötigten Funktionen enthält.

Die stärkere Bindung an eine Plattform sollten Sie bei einem möglichen Wechsel mitdenken. Wix dokumentiert Übertragungen einer Website zwischen Wix-Konten. Das bedeutet nicht, dass sich die Website samt Design und Funktionen vollständig zu einem anderen Anbieter exportieren lässt. Die Versionsgeschichte sichert außerdem nicht automatisch alle Daten Ihrer Website.

WordPress bietet mehr Auswahl

Mit WordPress.org wählen Sie Hosting, Theme und Erweiterungen selbst. Das gibt Ihnen mehr Möglichkeiten, Inhalte und Funktionen zusammenzustellen. Für eine Website mit regelmäßig neuen Beiträgen kann etwa ein passendes Theme zusammen mit einer überschaubaren Auswahl an Plugins genügen. Wenn Sie viele Erweiterungen kombinieren, müssen Sie ihre Auswahl und Pflege sorgfältig planen.

Zu einer selbst gehosteten WordPress-Seite gehören regelmäßige Updates und Backups; ein Backup sichert Website-Dateien und Datenbank und erleichtert bei Problemen die Wiederherstellung. Klären Sie vor dem Start, wer diese Sicherungen erstellt und prüft. Ein Export aus WordPress kann Beiträge, Seiten und bestimmte Zusatzangaben zu den Inhalten enthalten. Die komplette Website mit Gestaltung und Einstellungen wird dadurch nicht automatisch übertragen.

Custom Code braucht klare Zuständigkeiten

Bei Custom Code entwickeln Programmiererinnen und Programmierer die Website nach den Anforderungen des Projekts. Das ist sinnvoll, wenn vorhandene Baukästen oder Erweiterungen wichtige Abläufe nicht passend abbilden. Beispielsweise kann eine Buchungsstrecke mit besonderen Regeln eine individuelle Entwicklung erfordern.

Bei einer individuellen Entwicklung müssen Sie Anforderungen beschreiben, Funktionen umsetzen lassen und spätere Änderungen betreuen. Legen Sie deshalb fest, wer den Code dokumentiert und Fehler behebt. Klären Sie auch, wer die Website aktualisiert. Ohne diese Vereinbarungen hängt die Pflege an den Personen oder Dienstleistern, die das Projekt umgesetzt haben. Kosten und Zeitaufwand für Custom-Code-Projekte lassen sich nicht pauschal angeben. Sie hängen stark vom Umfang und vom Betriebsmodell ab.

Design, Mobilgeräte und Sichtbarkeit prüfen

Die Plattform entscheidet nicht allein über ein gutes Webdesign. Besucherinnen und Besucher müssen Inhalte schnell finden und verstehen. Ordnen Sie Seiten logisch, verwenden Sie aussagekräftige Überschriften und erklären Sie Leistungen konkret. SEO steht für Suchmaschinenoptimierung. Dazu gehören Maßnahmen, die Suchmaschinen helfen, Ihre Inhalte einzuordnen. Die Wahl einer bestimmten Plattform führt nicht automatisch zu besseren Platzierungen.

Prüfen Sie jede Seite auch auf dem Smartphone. Google nutzt für die Indexierung, also die Aufnahme von Seiten in den Suchindex, die mobile Version einer Website. Wichtige Inhalte sollten dort ebenfalls vorhanden und gut lesbar sein. Auch Metadaten, also zusätzliche Angaben zu einer Seite, sollten in der mobilen Version vorhanden sein. Testen Sie außerdem, ob sich die Website gut bedienen lässt und für Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen zugänglich ist. Prüfen Sie dabei Kontraste, Überschriftenstruktur, Alternativtexte für Bilder und die Nutzung ohne Maus. Vorlagen und Plattformfunktionen unterstützen dabei, ersetzen aber nicht die Prüfung der fertigen Website.

Gesamtkosten und Wechsel mitplanen

Vergleichen Sie die Gesamtkosten, denn der Einstiegspreis allein reicht dafür nicht aus. Bei Wix hängen Preise und enthaltene Leistungen von Standort und Tarif ab; die Angaben können sich ändern. Bei WordPress.org kostet die Software selbst keine Lizenzgebühr. Hosting und kostenpflichtige Erweiterungen können Kosten verursachen, ebenso Gestaltung und Wartung. Bei Custom Code bestimmen Entwicklung, Betrieb und spätere Änderungen den Aufwand. Auch Ihre eigene Zeit für Inhalte und Pflege gehört in die Rechnung.

Klären Sie außerdem, welche Inhalte und Daten Sie später mitnehmen müssen. Wenn ein Wechsel wahrscheinlich ist, prüfen Sie vorab, welche Export- und Übertragungsmöglichkeiten für Texte, Bilder, Domain und Funktionen bestehen. Eine Website innerhalb derselben Plattform zu übertragen, ist nicht dasselbe wie ein vollständiger Umzug zu einem anderen System.